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Bugge Wesseltoft

Der norwegische Jazzpianist, Komponist und Produzent Bugge Wesseltoft gilt als Pionier des "Nu Jazz". Er gründete in den 1990er Jahren sein eigenes Label Jazzland Recordings und veröffentlichte das bahnbrechende Album "New Conception of Jazz", das elektronische Musik mit traditionellen Jazz-Elementen verschmilzt. Wesseltoft hat mit zahlreichen bekannten Künstlern wie Jan Garbarek und Sidsel Endresen zusammengearbeitet und gilt als führende Figur der skandinavischen Jazzszene. Seine Musik ist geprägt von Innovation, Experimentierfreude und einem tiefen Gespür für die Verbindung von akustischen und elektronischen Klängen. Bugge Wesseltoft ist bekannt für seine Fähigkeit, Genregrenzen zu durchbrechen und den Jazz in eine neue, zeitgenössische Richtung zu führen.

Veröffentlichungen

Neu
it's still snowing on my piano - LIVE
Bugge Wesseltoft - It's still snowing on my pianoLiveCD / Vinyl / Limited Sky Blue Vinyl / digital Bugge Wesseltoft piano Das Solo-Piano-Album It‘s Snowing On My Piano des Norwegers Bugge Wesseltoft zählt zu den erfolgreichsten Veröffentlichungen in der Geschichte von ACT. Und für viele Menschen, besonders in Deutschland und Norwegen, gehört das Album seit seinem Erscheinen 1997 fest zur Weihnachtszeit. Dabei ist es alles andere als ein typisches Weihnachtsalbum. Schon der erste Ton offenbart die meditative Kraft dieser Musik und schafft einen Ort des Friedens und der Ruhe – ein Zustand, der heute noch kostbarer erscheint als damals. Seitdem hat Bugge Wesseltoft die Musik des Albums immer wieder live gespielt – und jedes Mal neu interpretiert. Die Kompositionen und Melodien dienen dabei als Ausgangspunkt für musikalische Meditationen. Nach fast 20 Jahren war es an der Zeit, diese Entwicklung festzuhalten - uns so erscheint nun mit It’s still snowing on my piano erstmals eine Live-Version des vielgeliebten Albums, aufgenommen bei Konzerten in fünf norwegischen Kulturhäusern und Kirchen. Als Bugge Wesseltoft die Musik von Snowing vor knapp 20 Jahren zum ersten Mal live spielte, im Kalkmølla, einem kleinen, gemütlichen Kulturzentrum außerhalb von Oslo, war er zunächst unsicher, ob sich die magische Atmosphäre der Studioaufnahme wiederherstellen ließe. Er erinnert sich: „Hundert Menschen saßen in einem kleinen akustischen Raum. Ich begann leise und langsam zu spielen, genau wie auf dem Album. Nach ein paar Songs konnte ich das tiefe Atmen des Publikums hören. ‚Oh Gott, das muss für sie so langweilig sein‘, dachte ich und war mir sicher, dass sie zur Pause alle gehen würden.“ Gegangen ist natürlich niemand. Im Gegenteil: „Nach dem Konzert erzählten mir alle, was für eine großartige Erfahrung das für sie gewesen war. Seitdem spiele ich diese Musik jedes Jahr im Dezember in Norwegen vor großem Publikum. Es ist unglaublich, die gemeinsame Energie zu spüren, die Musik und Publikum zusammen im Konzertsaal erzeugen.“ Von der Idee des ACT-Gründers Siggi Loch, ein Weihnachtsalbum aufzunehmen, war Bugge Wesseltoft im 1997 zunächst wenig begeistert. Und er kann auch heute noch gut erklären, warum: „Ich bin kein großer Fan des Weihnachts-Shoppingwahns und des gestressten Glücks. In den frühen Neunzigerjahren hatte ich in einer psychiatrischen Klinik gearbeitet und schockiert festgestellt, dass Weihnachten eine Hochsaison für Depressionen, Nervenzusammenbrüche und Familienprobleme war. Ich schätzte mich glücklich, in einer Familie aufgewachsen zu sein, in der Heiligabend ein herzerwärmender, ruhiger Abend im Kreise der engsten Familie war.“ Das brachte Wesseltoft schließlich auf die Idee, ein Weihnachtsalbum in diesem Geiste aufzunehmen – eines, das seiner damals zweieinhalbjährigen Tochter Maren später vielleicht einmal gefallen würde. In seinen Worten: „Ruhig, langsam, mit Schwerpunkt auf liebevollen Kindheitserinnerungen und den Liedern, die wir sangen, während wir uns an den Händen hielten und um den Weihnachtsbaum herumstanden.“ Große Erwartungen waren mit der tatsächlich noch vor Weihnachten 1997 erscheinenden Einspielung nicht verbunden. Und erst einmal passierte auch nicht viel. Im folgenden Jahr aber breitete sich die Kunde von dieser ganz besonderen Weihnachtsmusik aus, die Menschen schlossen das Album ins Herz, empfahlen und verschenkten es immer wieder, bis heute. Die Liveaufnahme It’s still snowing on my piano wirkt vertraut und neu zugleich. Die Melodien der zumeist traditionellen Originalkompositionen bleiben erhalten. Wesseltofts Umgang mit den Stücken ist nicht der des Dekonstruierens oder Re-Komponierens, eher der eines behutsamen Durchwanderns und Erkundens der Räume zwischen den Noten. Doch genau auf diesem Weg entsteht innerhalb der Songs ganz neue Musik. Es scheint, als wiese jeder vorhergehende Ton dem nächsten den Weg, als folge auf jede Verzweigung eine weitere. Oft scheint es, als sei Wesseltoft dabei selbst gleichermaßen Spieler und Zuhörer. Bei den Aufnahmen zum Originalalbum saß Tochter Maren auf seinem Schoß - kein typisches Verhältnis von Künstler und Publikum, eher die eines gemeinsamen Lauschens und Fühlens. Genauso ist es auch bei den Konzerten und im heimischen Wohnzimmer. Und es ist genau dieses Gefühl der Verbindung zwischen Musiker und Zuhörer, die besondere Magie dieser Musik ausmacht.CreditsMusic arranged and produced by Bugge Wesseltoft Mixed and mastered by Klaus ScheuermannCover art by Ardy Strüwer

Ab 18,00 €*
Christmas in the Spirit of Jazz
Various Artists - Christmas in the Spirit of JazzCD / digitalSo unterschiedlich wie Weinachten gefeiert wird, kann auch Weihnachtsmusik klingen. Nils Landgrens „Christmas With My Friends“ ist seit nunmehr 15 Jahren aus der Adventszeit nicht mehr wegzudenken, doch er ist lange nicht der Einzige. Viele weitere ACT Künstler.innen haben ihre ganz eigenen Weihnachtsklänge erschaffen: Von den stillen und ruhigen Tönen Bugge Wesseltofts, über Tore Brunborgs „Nordic Christmas“, Musik von Laila Biali oder den Echoes of Swing bis hin zum jungem Sound der Jazzrausch Bigband. Sie alle und viele mehr kommen zusammen auf “Christmas in the Spirit of Jazz“, der ACT Weihnachtssoundtrack 2021. Rückgrat dieser Weihnachtscompilation sind ausgewählte Titel aus allen acht „Christmas With My Friends“-Alben. Mit „Coming‘ Home for Christmas“ macht Nils Landgren den Anfang. Im Laufe der insgesamt 18 Stücke der Zusammen-stellung treten dann weitere Solisten seines Ensembles hervor: Jessica Pilnäs, Johan Norberg und Jonas Knutson mit dem swingenden Klassiker „Sleigh Ride“, Sharon Dyall mit ihrer bluesgetränkten Stimme auf dem lebensfrohen „Just Another Christmas Song“ sowie Ida Sand und Jeanette Köhn, die den „Angel’s Carol“ im sanft voranschreitenden Duett singen: Musik, die „funkelt wie der Sternenhimmel einer nordischen Winternacht“, urteilte der Stern seinerseits über Nils Landgrens „Christmas with My friends“. Aus Schwedens Nachbarland Norwegen stammt ein anderer Weihnachtsklassiker: Bugge Wesseltoft hat dort mit seinem Pianosolo Album „It’s Snowing On My Piano“ eines der meist gehörtesten Weihnachtalben des Landes eingespielt. In grüblerischen Klängen ertönt daraus „In Dulce Jubilo“ und setzt den Fokus auf das Wesentliche. Janne Mark aus Dänemark knüpft daran und besingt den „Vinter“, eine Hymne, die Skandinaviens dunkle Jahreszeit erstrahlen lässt. Frecher und belebter ist Weihnachten bei der Jazzrausch Bigband: Mal laut, mal leise, aber immer stilvoll und mit feinstem Bigband Sound: „Fröhliche Weihnacht überall“ scheint das Weihnachtsmotto der jungen Bigband zu sein und ist das Gegenstück zu den ruhigen und besinnlichen Klängen auf „Christmas in the Spirit of Jazz“. Ebenso swin-gend, amerikanische Weihnachtsstimmung versprühend kommen die Echoes of Swing und Rebecca Kilgore mit ihrem „Winter Wonderland“ daher. Auch zwei Stücke, die ursprünglich gar nicht als Weihnachtslieder geschrieben, aber dann Einzug in den Weihnachtska-non gefunden haben, sind zu hören: Laila Bialis Version des Jazzstandards „A Child is Born“ von Thad Jones ist hier erstmals auf CD veröffentlicht. Und der polnische Geiger Adam Bałdych interpretiert Leonard Cohens „Hallelujah“, das eben-falls heute aus der Weihnachtszeit nicht mehr wegzudenken ist. Wie auch Iiro Rantalas Hommage an John Lennon mit “Happy X-mas, War is Over“. Virtuos und mit Tiefgang ist diese Solo-Interpretation eine Botschaft des Friedens und gerade in der heutigen Zeit aktueller und wichtiger denn je. „Have Yourself a Merry Little Christmas” haben Caecilie Norby und Lars Danielsson speziell für „Christmas in the Spirit of Jazz“ aufgenommen. Nur Stimme und Bass im Duo, unbekümmert, aber doch feierlich. Es folgt noch ein besinnli-cher „Christmas Song“ von Viktoria Tolstoy zusammen mit Ida Sand, Ulf Wakenius und Nils Landgren, bevor Mr. Red-horn allein mit seiner Posaune „Christmas in the Spirit of Jazz“ stimmungsvoll zum Ende führt: „Der Mond ist aufge-gangen“ aus seinem jüngst erschienenen Soloalbum „Nature Boy“ lässt seine Posaunentöne schwerelos durch Raum und Zeit zirkulieren und bildet so einen fast meditativen Abschlus.

12,90 €*
Romantic Freedom - Blue in Green
Various Artists - Romatic Freedom - Blue in GreenCD / digitalAls Siggi Loch 1992 ACT gründete, war seine Leitlinie, eine Plattform und einen Kom pass für den neuen, die alten Genregrenzen sprengenden Jazz zu schaffen, wie er sich insbesondere in Europa entwickelte. Wegen seiner Liebe zur Klaviermusik standen hier von Anfang an besonders die Pianisten im Fokus, die in der Reihe „Piano Works“ präsentiert wurden. Schon bald darauf erkannte die bedeutende britische Tageszeitung „The Guardian“: „ACT ist auf einer Mission, der Welt Europas aufstrebende Jazzpianisten vorzustellen.“ 2006 erschien gewissermaßen eine Quersumme dieser Labelmission: „Romantic Freedom“, eine Zusammenstellung mit Soloaufnahmen von zwölf herausragenden, ACT verbundenen Pianisten. Vierzehn Jahre später ist es jetzt höchste Zeit für eine neue Bestandsaufnahme, mit „Romantic Freedom – Blue in Green“. Dass „Blue in Green“ aus Miles Davis‘ bahnbrechendem „Kind of Blue“-Album von 1959 den Namenspatron für diese Quintessenz der aktuellen Piano-Szene abgibt und gleich zu Anfang in der schillernden Version von David Helbocks Trio „Random Control“ erklingt, ist kein Zufall: Das refrainlose, modale, von der Harmonik wie Timing revolutionär variable Stück wurde zur Blaupause für experimentelle improvisatorische Exkurse. Nicht nur dafür gibt es hier das Motto vor, es steht als lyrischstes Stück von „Kind of Blue“ auch wieder für die balladeske Seite des Klavierjazz, für „Romantic Freedom“ eben. Fast zwangsläufig folgt deshalb „Believe, Beleft, Below“ des Esbjörn Svensson Trios, ein bewegender Geniestreich, der heute fester Bestandteil des „Great European Songbooks“ ist. Kurz vor Schluss des Albums erklingt sozusagen eine Reprise auf den großen Erneuerer des europäischenJazz, mit Iiro Rantalas Hommage an Svensson: „Tears For Esbjörn“. Waren 2006 ausschließlich Solostücke vertreten, bilden auf Rom antic Freedom – Blue in Green“ Trioaufnahm en das Gerüst: Die neoromantische Finesse eines Michael Wollny Trios bei „Little Person“, das moderne Fusion-Gewand der „Bubbles“ des Jacob Karlzon Trios, das unverwechselbare Klangbad aus Stakkato und Legato des unermüdlichen Klavier-Pioniers Joachim Kühn mit seinem „New Trio“ bei „Sleep On It“, das Verschmelzen kammermusikalischer und freier Improvisationstraditionen beim Carsten Dahl Trio auf „Sailing with No Wind“, oder der ätherische-sphärische Umgang mit dem Filmmusik-Klassiker „The Windmills of Your Mind“ von Jan Lundgrens „Mare Nostrum“-Trio mit Paolo Fresu und Richard Galliano, all das alles ist Ausdruck und Beweis des enormen Aufschwungs und der kreativen Vielfalt der klassischen Klaviertrio-Besetzung. Aber auch die Duette von Michael Wollny & Nils Landgren (mit ihrer hinreißenden Version von Stings „Fragile“), von Leszek Możdżer & Lars Danielsson („Praying“) oder von Bugge Wesseltoft & Henning Kraggerud (mit dem das Album in vollendetem Schönklang abschließenden „Last Spring“) belegen, dass der europäische Jazz sich zur „Musique Actuelle“ entwickelt hat, die in der Gleichzeitigkeit nahezu aller Musiken der Welt neue ästhetische Positionen findet, und deren Pianisten das ganze Klangspektrum ihres Instruments nutzen. Dazu passt auch, dass sich die zwei verbleibenden Solostücke des Albums auf klassische Vorlagen beziehen: David Helbock destilliert am präparierten Flügel die Jazz-Essenz aus dem berühmten zweiten Satz aus Beethovens Siebter Sinfonie. Und Johanna Summer, das wohl größte junge Talent unter den deutschen Jazzpianisten lässt sich von Schumanns „Von fremden Ländern und Menschen“ zu einem fulminanten Meisterwerk des „instant composings“ inspirieren. So wächst auf Romantic Freedom – Blue in Green“ zusammen, was zusammengehört. Tradition und Innovation. Freiheit und Form Schönheit und Emotion. Selten war es berührender, den Fortschritt des europäischen Jazz zu hören als hier, gebündelt in den großen Persönlichkeiten der ACTPianisten und ihrer Begleiter.Credits: Curated by Siggi Loch Mastered by Klaus Scheuermann

12,90 €*
Last Spring
Bugge Wesseltoft - Last SpringCD / Vinyl / digital Bugge Wesseltoft piano Henning Kraggerud violin, viola & viola concordaWieder einmal spielt Schloss Elmau eine Hauptrolle bei einer ACT-Produktion. Das stets von Kultur durchflutete, dem Alltag entrückte Traumhotel am Fuße des Wettersteinmassivs inspirierte zuletzt etliche ACT-Künstler zu herausragenden, teilweise preisgekrönten Alben, von Joachim Kühn und Michael Wollny über Gwilym Simcock bis zu Dieter Ilg. Diesmal bahnte es eine neue und überraschende Zusammenarbeit an, baute damit zugleich eine Brücke von der Klassik zum Jazz und verhalf vielen zu einer lange ersehnten Fortsetzung einer Erfolgsgeschichte. Im Frühjahr 2011 hörte ACT-Gründer Siggi Loch auf Schloss Elmau ein Konzert des norwegischen Geigers Henning Kraggerud. Anschließend kamen beide ins Gespräch, bei dem Kraggerud auf das legendäre Weihnachtsalbum „It’s Snowing On My Piano“ (ACT 9260-2) seines Landsmanns Bugge Wesseltoft zu sprechen kam: „Das ist unsere absolute Lieblings-CD. Jedes Jahr von Anfang Dezember bis Ende Januar läuft sie nonstop bei uns zu Hause.“ Darüber erfreut stellte sich Loch als Produzent des Albums vor. „Warum machen Sie nicht ein neues Album für die restlichen Monate des Jahres?“ fragte Kraggerud daraufhin. „Würden Sie denn dabei sein?“ konterte Loch. „Sofort“, lautete die spontane Antwort. Blieb nur noch, Bugge Wesseltoft von dem Vorhaben zu überzeugen. Der aber sagte ohne Zögern zu, und so trafen sich alle drei im November 2011 zur Einspielung von „Last Spring“ im berühmten Osloer Rainbow Studio des Toningenieurs Jan Erik Kongshaug wieder, wo auch schon „It’s Snowing On My Piano“ aufgenommen worden war. Es ist bestimmt kein Zufall, dass der klassische Musiker Kraggerud ein Fan dieses mit weit über 100 000 Exemplaren bis heute meistverkauften ACT-Albums ist, das seit seinem Erscheinen 1997 vielfach für seine „fast überirdische Schönheit“ und „als größte Weihnachts-CD, die der zeitgenössische Jazz hervorgebracht hat“ (WAZ) gerühmt wurde. Schon rein statistisch ist es bei über 50 000 verbreiteten Alben unter den gerade mal fünf Millionen Einwohnern Norwegens unwahrscheinlich, dass ein einheimischer Musiker es nicht hat. Zumal es mit seiner zeitlosen, meditativen Kraft und dank seines Rückgriffs auf die elegische Volksmusik Norwegens dort wie anderswo mittlerweile zu Weihnachten gehört wie Lametta am Christbaum. Es sind darüber hinaus ganz konkrete musikalische Vorlieben Kraggeruds, die seine enge Beziehung zum einerseits minimalistischen und „klassisch“ strengen, zugleich aber die Variation und den Geist der Freiheit feiernden „It’s Snowing On My Piano“ erklärlich machen. Ist der 38-Jährige doch nicht nur einer der erfolgreichsten jungen Sologeiger, der mit den besten Orchestern – zuletzt unter anderem mit dem dänischen Nationalorchester bei den BBC Proms und mit dem London Philharmonic Orchestra - und Dirigenten an den wichtigsten Konzerthäusern wie der Royal Albert Hall gespielt hat. Vielmehr lebt sich der vielseitige Schüler von Camilla Wicks, Emanuel Hurwitz und Stephan Barratt-Due auch als Kammermusiker (unter anderem in einem All-Star-Quintett mit Martha Argerich, Joshua Bell, Yuri Bashmet und Mischa Maisky), als Festivalleiter, Hochschulprofessor und Komponist, und nicht zuletzt als versierter Improvisator aus. Kraggerud gehört damit zur wachsenden Zahl klassischer Musiker, für die sich die zwei großen Kunstmusiken Klassik und Jazz nicht ausschließen, sondern ergänzen – was für die überwiegend auch klassisch gebildeten modernen Jazzer ohnehin selbstverständlich ist. Wichtig für Bugge Wesseltoft, den Großmeister der Synthese von Live-Elektronik und Jazz-Improvisation, um sich nun im Duett wieder von seiner stillsten, „klassischsten“ Seite zu zeigen. Gemeinsam drehten Wesseltoft und Kraggerud das Winter-Thema des Vorbilds nun eine Jahreszeit weiter und stellten für „Last Spring“ ein schillerndes Programm aus 16 auf irgendeine Art dem Frühling verbundenen Stücken (selbst das als Weihnachtslied bekannte „Maria durch ein Dornwald ging“ ist ursprünglich eben ein Pilgerlied) zusammen, das wieder vor allem auf norwegischer Volksmusik fußt. Schon das Titelstück basiert auf einem Thema des großen nordischen Romantikers Edvard Grieg, der im Ton auch auf vielen anderen Stücken präsent ist. Neben Volksliedern wie „Om Kvelden“ oder „Hei Hu“ werden heimische, uns eher unbekannte Komponisten verschiedener Epochen herangezogen: Von der 1888 gestorbenen Anne Haavie und Lars Søraas dem Älteren über den 1986 gestorbenen dänischen Organisten Otto Mortensen bis zur noch jungen Sängerin und Lyra-Spielerin Øyonn Groven Myhren. Es gibt allerdings auch eine Improvisation über die barocke La Folia, das älteste melodisch-harmonische Satzmodell überhaupt, und zum Schluss erkling das Wiegenlied von Johannes Brahms. Wie schon der Titel verrät, ist „Last Spring“ ein Rückblick auf den Frühling. Kein jauchzender, wirbelnder Aufbruch also, sondern getragene, minimalistische Meditationen. Ganz ausgerichtet auf die Details, auf die Varianz der Melodien, auf die Weite und Schönheit des Klangs. Und völlig auf das möglichst perfekte Zusammenspiel abgestellt: Wie Wachs verschmelzen die sanften Pianotupfer Wesseltofts mit den, die ganze Palette der Gefühle ansprechenden, auch mal im Pizzicato oder Détaché gezogenen Melodiebögen, die Kraggerud seiner Guarneri-Geige aus dem Jahr 1744, seiner Harald-Lund-Viola und seiner weltweit einmaligen, sechssaitigen Viola Concorda entlockt. So gelingt es diesem magischen Duo, dem Frühling neue klangliche Ideen und Facetten abzugewinnen, ganz im Sinne der Ausgangsidee: Es dürfte klar sein, was demnächst in norwegischen Haushalten von Februar bis Mai bevorzugt erklingen wird. Und wahrlich nicht nur dann und dort…

Ab 14,00 €*
Hendrix in the Spirit of Jazz
Various Artists - Hendrix in the Spirit of JazzCD / digitalVarious Artists„When I die, I want people to play my music, go wild and freak out and do anything they want to do.“ Dieser Wunsch von Jimi Hendrix ging in Erfüllung. Zwar starb der in seinem Privatleben so unglückliche Gitarrist schon 1970, mit erst 27 Jahren, doch seine Musik ist unsterblich und wird bis heute im Geiste seines Zitats gespielt. Unzählige Musiker, ob in der Rock- und Popmusik oder im Jazz, wurden von ihm beeinflusst, viele berufen sich explizit auf ihn. Auch viele Mitglieder der ACT-Künstlerfamilie wurden von Jimi Hendrix inspiriert und haben seine Musik auf ihre Weise gespielt.Am 27. November dieses Jahres wäre diese Ikone der 68er-Bewegung, dieser Pionier des Rock 75 Jahre alt geworden. Anlass genug, das Genie an der E-Gitarre mit einer Retrospektive der Interpretationen von ACT-Musikern hochleben zu lassen: „Hendrix in the Spirit of Jazz“.Allen voran geht dabei Nguyên Lê, der erste Künstler, den ACT in seinem Gründungsjahr vor 25 Jahren exklusiv unter Vertrag nahm. Als Gitarren-Autodidakt steht der vietnamesisch-französische Stilist Hendrix besonders nahe, oft war der Einfluss bei seiner unverwechselbaren Weltmusik spürbar, die Einflüsse der Kontinente Europa, Asien und Amerika innovativ verschmilzt; und fast logischerweise konnte er einen seiner größten Erfolge 2002 mit der CD „Purple – Celebrating Jimi Hendrix“ feiern. Seine Versionen von „1983…(A Merman I Should Turn To Be)“ und „If 6 Was 9“ von diesem Album stehen nun im Zentrum von „Hendrix in the Spirit of Jazz“, erfüllen sie doch mustergültig den Anspruch des Titels: Die Wucht von Hendrix „Rock-Sound of Freedom“ wird hier mit den Mitteln der Jazz-Improvisation verstärkt.Neben Lê ist Terri Lyne Carrington die prägende Figur dieser Aufnahmen, die nicht nur am Schlagzeug die treibende rhythmische Kraft bei den mal wütend-rockigen, mal souligen, mal sphärisch träumenden Themen von Hendrix abgibt, sondern auch seinen, um eigene Gedanken erweiterten, Texten ihre Stimme leiht.Wie bunt und vielgestaltig sich der Kosmos von Hendrix‘ Stücken beleben lässt, beweisen auch die anderen hier versammelten Musiker: Ob Bugge Wesseltoft „Angel“ in eine zarte Solopiano-Ballade verwandelt oder sein finnischer Pianistenkollege Iiro Rantala im Trio mit Lars Danielsson am Bass und Peter Erskine am Schlagzeug den „Little Wing“ locker groovend dahinfliegen lässt. Ob die einzigartige Youn Sun Nah „Drifting“ als unwiderstehlichen Ruf der Sehnsucht anstimmt oder ihre soulige schwedische „Sister-in-Jazz“ Ida Sand die „Manic Depression“ so ausdrucksvoll nachzeichnet. Ob die NDR Bigband bei „Voodoo Chile“ ausgelassen losrockt oder die ACT Family Band mit Cæcilie Norby, Céline Bonacina, Wolfgang Haffner, Lars Danielsson und noch einmal Nguyên Lê mit der wohl berühmtesten Hendrix-Hymne „Purple Haze“ als Live-Brett vor einem begeistert mitgehenden Publikum den damals 20. Geburtstag von ACT feiert...„Hendrix in the Spirit of Jazz“ ist eine Collage, die beweist, dass die Musik von Jimi Hendrix nach wie vor und mehr denn je lebt. Und einen, zumindest musikalisch, dazu anregt, wild zu werden, auszuflippen und zu tun, was man will. Credits: Music composed by Jimi Hendrix Compiled by Marco Ostrowski Mastered by Klaus Scheuermann

12,90 €*
Everybody Loves Angels
Bugge Wesseltoft - Everybody Loves AngelsCD / Vinyl / digital Bugge Wesseltoft piano Kaum ein Musiker kann die Stille so eindringlich hörbar machen, wie der Norweger Bugge Wesseltoft in seinen Solopiano-Einspielungen. Die erfolgreichste, „It’s Snowing On My Piano“, ist seit nun genau 20 Jahren eine Insel der Ruhe und Einkehr für die Zeit zwischen Ende November bis Neujahr. Ein zeitloses Album, das für Menschen in ganz Europa zu einem festen Teil ihres Lebens geworden ist. Mit „Everybody Loves Angels“ kehren Bugge Wesseltoft und Produzent Siggi Loch zur Ausgangsidee von „Snowing“ zurück. Der Albumtitel ist Sinnbild für die schwerelose, Ruhe spendende Leichtigkeit, die die Musik verströmt. Diesmal für das ganze Jahr. Die Erfolgsgeschichte begann im Jahr 1997. Bugge Wesseltoft hatte gerade sein Album „New Conception Of Jazz“ auf seinem eigenen, neu gegründeten Label „Jazzland“ veröffentlicht. Auf wegweisende Art verband Wesseltoft elektronische Sounds und Grooves mit seinem unverwechselbar klaren, transparenten Pianospiel zu einem zeitlosen Kunstwerk, welches folgende Pianisten-Generationen nachhaltig prägte und ihm den Ruf eines der wichtigsten Erneuerer des Jazz einbrachte. Längst war auch ACT Gründer Siggi Loch auf Wesseltoft aufmerksam geworden und machte ihm das Angebot, seine ganz andere Seite zu zeigen und für sein damals ebenfalls junges Label ACT eine rein akustische Solopiano-Aufnahme „with Christmas in Mind“ einzuspielen. Wesseltoft, ein entschiedener Gegner der kommerzialisierten Weihnachten, fand es reizvoll, ein Stück Musik aufzunehmen, das wieder Ruhe in eine sonst immer lauter werdende Zeit bringen sollte. Im Oktober 1997 trafen sich also Bugge Wesseltoft und Siggi Loch im Osloer Rainbow Studio und mit seiner kleinen Tochter Maren auf dem Schoß begann Bugge über Weihnachtslieder und alte Volksweisen zu phantasieren. Seine erste Solopiano Aufnahme sollte zugleich die erfolgreichste werden und auch das meistverkaufte Album in der Geschichte von ACT. Die WAZ schrieb seinerzeit: „It's Snowing On My Piano ist in ihrer fast überirdischen Schönheit die größte Weihnachts-CD, die der zeitgenössische Jazz je hervorgebracht hat.“ Heute ist die Welt eine andere geworden. Eine nie abreißende virtuelle Datenflut und immer komplexere, oft undurchschaubare Strukturen und Zusammenhänge bestimmen den Alltag vieler Menschen. Und oft gewinnt in dieser Welt der Lauteste. Mehr Menschen denn je sehnen sich deshalb nach Inseln der Entschleunigung. Bugge Wesseltoft, der in der Vergangenheit in einer Klinik mit Patienten arbeitete, deren seelisches Gleichgewicht aus der Balance geraten war, weiß besonders um die Frieden spendende Kraft der Musik. Und war deshalb begeistert von der Idee, sich für das Album „Everybody Loves Angels“ erneut in die Stille zu begeben. Diesmal in die schroff-schöne Region der Lofoten und die größte Holzkirche Norwegens, „LofotKatedralen“, welche als Konzertort auch einen hervorragenden Steinway Flügel beherbergt. Der Ort der Aufnahme hat eine besondere Bedeutung für Wesseltoft: „Die Natur ist für mich über die Jahre zu einer immer wichtiger werdenden Inspiration geworden“, sagt er. „Hier erlebe ich immer wieder Momente, in denen ich fühle, Teil etwas Größeren zu sein. Kein Ort fühlte sich für diese Aufnahme natürlicher an, als die Lofoten. Eine wunderschöne und zugleich auch harsche Gegend und ein ebensolches Leben, wie für meinen Urgroßvater, der hier geboren wurde. In der unglaublichen LofotKatedralen aufzunehmen, brachte für mich all diese Dinge zusammen.“ In seinen Interpretationen der Musik von Paul Simon, Lennon/McCartney, Johann Sebastian Bach, Bruno Mars u.v.m. sind es besonders der Klang der Töne und Akkorde und die Räume zwischen den Noten, die Wesseltoft wie kein anderer öffnet. Sein Spiel folgt keinem Plan, keinem Takt, keinem Arrangement, sondern ganz der Intuition des Moments. Jeder Klang steht zunächst für sich, es scheint, als würde Wesseltoft in jeden der sich so auftuenden Räume hineinhorchen – so lange, bis sich in diesem neue Türen öffnen, die er zusammen mit dem Hörer durchschreitet. Eine Musik-gewordene Antithese auf die Zapping-Mentalität unserer Zeit. Und die Langsamkeit und Reduktion der Musik erlaubt es auch dem Hörer, in der Musik eigene Geschichten, Farben und Schattierungen zu finden, und seine eigenen, immer neuen Räume, in die man wieder und wieder zurückkehren möchte. Zu jeder Jahreszeit.Credits: Produced by Siggi Loch with the artist Recorded at LofotKatedralen, Lofoten, Norway, Recording date: February 24 – 26, 2017 Recording Engineer: Asle Karstad. Piano technician: Eric Schandall Mixed and mastered by Ulf Holand at Holand Sound Cover art by Amy Simon, 2014, by permission of the artist

Ab 17,50 €*
Fahrt ins Blaue
Various Artists - Fahrt ins BlaueCD / digitalOn Fahrt ins Blaue, atmospheric soundscapes pass by: organic, dynamic, virtuosic, and smooth. The compilation floats effortlessly between electronic textures and acoustic jazz. The journey begins. Time seems to stand still at first: A breeze from Sardinia drifts through a mysterious Asian world (“Lacrima Christi”). The sound cosmos of trumpeter Paolo Fresu and guitarist Nguyên Lê is hypnotic and directionless. A groove sets in — a simple piano melody floats on the surface (“Ironside”): chill-out jazz with blue notes by the master of atmosphere, Lars Danielsson. The Fahrt ins Blaue continues with “Germany’s coolest drummer” (ARD ttt), Wolfgang Haffner, and his drum & bass-inspired ambient jazz (“Shapes”). Pianist and sound tinkerer Bugge Wesseltoft offers insight into his “New Conception of Jazz” (“Existence”). Things become weightless with Jacob Karlzon’s electro-acoustic piano trio jazz (“Bubbles”). The Esbjörn Svensson Trio takes us on a summery, joyful joyride with their virtuoso fun-hit “Spam-Boo-Limbo.” Things take a quirky turn when Clint Eastwood rides across the soundscape in “Ecstasy of Gold”, from the Western classic The Good, the Bad and the Ugly, in a jazzed-up version by Swedish jazz cowboys Oddjob. That feeling of cool summer rain on your skin is evoked by Ida Sand with her haunting cover of the Eurythmics’ “Here Comes The Rain Again.” And Nils Landgren’s Funk Unit meets us with a funked-out, laid-back take on an ABBA classic (“Gimme! Gimme! Gimme!”). We make a relaxed stop with Annette Humpe’s McJazz. With charm and a wink, she serves up “Coffee & Tea.” Nu jazz, minimal electro, and lounge pop intertwine in a unique blend crafted by keyboardist and multi-instrumentalist Roberto Di Gioia. On “Yelloworange,” he’s joined by saxophonist Johannes Enders. In a moving and elegiac homage, Dan Berglund’s Tonbruket remembers the late Esbjörn Svensson — the shining star of European jazz who passed away in 2008 — with “Song For E,” before the Fahrt ins Blaue ends with the Michael Wollny Trio: “Questions In A World Of Blue.”Credits: Compilation produced by Marco Ostrowski Mastered by Klaus Scheuermann  

12,90 €*
It's Snowing On My Piano - Songbook
Bugge Wesseltoft - It´s Snowing On My Piano - SongbookBuch12 Songs für C-Instrumente fürs Fest!enthaltene Songs: -It´s Snowing On My Piano -Mitt hjerte alltijd vanker -Dellig er jorden -O Little Town Of Bethlehem -Du grone, gliternde tre -Det kimar na til julfest -Greensleves, What Child is This -Kimmer I klokker -Es ist ein Ros entsprungen -Stille Nacht -Into Eternal Silence -In Dulce Jubilo

24,99 €*
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Magic Moments 7 "Sounds of Surprise"
Various Artists - Magic Moments 7 - Sound of SurpriseCD / digitalMagic Moments: 16 Titel, über 50 Mitwirkende, 70 Minuten bestes Jazz-Infotainment durch das aktuelle ACT-Angebot. Kontinuität. Vertrauen und Visionen. Nachhaltigkeit und Zusammenhalt. Talente entdecken und reifen lassen. Den Nachwuchs fördern. Erfolgskomponenten und zentrale Bestandteile der ACT-Philosophie, die unsere Arbeit seit nunmehr 22 Jahren leiten: Wir feiern in diesem Jahr die seit 20 Jahren andauernde erfolgreiche Partnerschaft mit Nils Landgren. Wir gratulieren aufstrebenden Künstlern wie Vincent Peirani und Emile Parisien, die mit dem „Victoire du Jazz“ jeweils zum Künstler des Jahres in Frankreich gewählt wurden. Wir freuen uns über die großartige Entwicklung von Michael Wollny zum deutschen Jazzmusiker der Stunde, der der Young German Jazz-Reihe entstammt und die auch weiterhin Talentschmiede für verheißungsvolle Künstlerpersönlichkeiten, wie aktuell der Sänger Tobias Christl, sein soll. Dass nun auch etablierte Jazzgrößen wie Manu Katché, den wir als Neuzugang herzlich in unserer ACT-Family begrüßen, auf unsere Arbeit aufmerksam werden, ehrt uns. Trotzdem bleiben wir uns treu, vor allem die Stars von morgen zu finden.

9,90 €*
Jazz at Berlin Philharmonic II: Norwegian Woods
Jazz at Berlin Philharmonic- Jazz at Berlin Philharmonic II: Norwegian WoodsCD / digital Solveig Slettahjell vocals Bugge Wesseltoft piano & synths (except 2 & 5) Knut Reiersrud guitars & harmonica In The Country: Morten Qvenild piano & synths (except 4 - 6) Roger Arntzen bass Pål Hausken drums Eine Bluesgitarre führt die Melodie ein, verhalten, elegisch, aber doch verspielt und energiegeladen; eine klare Frauenstimme übernimmt, deren Kraft durch die eigentümliche Ruhe des Gesangs noch potenziert wird; ein Klavier versammelt das Thema noch einmal, bevor es von allen plus einem dazu stoßenden Trio durch eine mächtige dynamische Schleife geführt wird, bis es am Schluss fast ins Nichts ausklingt. „Ingen Vinner Frem Til Den Evige Ro“ heißt das alte norwegische Kirchenlied, das Knut Reiersrud, Solveig Slettahjell, Bugge Wesseltoft, Morten Qvenild und sein Trio In The Country am 11. März 2014 im ausverkauften Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie so faszinierend in eine moderne nordische Hymne verwandelten. Es war wieder einer dieser magischen Momente, welche die 2012 ins Leben gerufene und von Siggi Loch kuratierte Reihe „Jazz at Berlin Philharmonic“ so sicher generiert. Einmalige Abende sollen es jeweils werden: durch thematische Konzentration, vor allem aber durch spannende, oft erstmalige Begegnungen von herausragenden Musikern. Wie schon beim, ebenfalls auf CD dokumentierten, Auftakt im Dezember 2012 mit dem zaubernden Pianisten-Trio Michael Wollny, Leszek Możdżer und Iiro Rantala oder eben auch beim hier dokumentierten vierten Abend unter dem Motto „Norwegian Woods“. Die Aufnahmen waren nur als Dokumentation und für Rundfunkzwecke gemacht worden aber das musikalische Ergebnis war so überzeugend, dass die beteiligten Künstler selbst eine CD-Veröffentlichung wünschten. Lediglich die Beiträge von Mathias Eick konnten aus rechtlichen Gründen letztlich nicht verwendet werden. Der Mitschnitt veranschaulicht nicht nur beim eingangs beschriebenen Einstieg, wie unter einem Brennglas, auf welche Weise ein Land mit gerade einmal fünf Millionen Einwohnern zum Epizentrum des europäischen Jazz werden sowie über einer der spannendsten Jazzszenen der Welt verfügen kann. Und das weit abseits der alten Zentren des Jazz. Zum einen liegt es an der Besinnung auf die eigenen Wurzeln, also auf die norwegische Volksmusik und Klassik von Johann Nesenus bis Edvard Grieg. Anfangs gar nicht einmal freiwillig – das Land der Fjorde lag einfach zu weit ab von den Tour-Routen amerikanischer Jazzer – half sie, ein eigenes Vokabular zu entwickeln, den typischen „nordic sound“, wie ihn Jan Garbarek und andere Anfang der Siebziger populär machten und wie er noch heute quasi zur DNA des norwegischen Jazz gehört. Der zweite Schlüssel des Erfolgs ist eine nahezu bedingungslose Aufgeschlossenheit für Einflüsse aller Art: In der überschaubaren norwegischen Musikszene arbeiten Jazzer ohne Scheu mit klassischen Musikern und Kollegen von Pop und Rock zusammen, was auch beim „Norwegian Woods“-Stelldichein mit bezwingenden Ergebnissen zu bewundern war. Natürlichkeit und lyrische Sammlung einerseits, kraftvolle Eruptionen und kunstvoller Ausdruck andererseits zeichnen die Stimme des musikalischen Fixpunktes des Abends aus, jene von Solveig Slettahjell. All das und mehr setzt die Erfinderin der gesanglichen Entschleunigung und Verwesentlichung bei ihrer Version von Tom Waits „Take It With Me“ ein. Unterstützt wird sie dabei von ihrem langjährigen Partner vom Slettahjells Slow Motion Quintet, Morton Qvenild. Der geniale Universalist des jungen norwegischen Jazz hat von Pop bis Metal schon alles ausprobiert. Seit 2003 aber spielt sein Trio In The Country mit Drummer Pål Hausken und dem Bassisten Roger Arntzen unangefochten die Hauptrolle. Die hier erprobten Gestaltungsprinzipien - Soundscapes wachsen zu fein differenzierten Dialogen, mächtige Klangdome münden in pastellenen Kammerjazz oder elektronisch verzierte Hörbilder – kommen bei „Norwegian Woods“ insbesondere bei „Can I Come Home Now“ zur Geltung. Der soeben 50 gewordene Pianist Bugge Wesseltoft, einer der Wegbereiter der jungen norwegischen Jazz-Generation, repräsentiert die wichtigsten beiden Stränge des modernen norwegischen Jazz. Beides datiert auf das Jahr 1997: Einerseits brachte Wesseltoft mit „It’s Snowing On My Piano“ seine kontemplative Seite und damit den elegischen norwegischen Jazz auf einer radikal reduzierten, zeitlosen Solo-Piano-Weihnachtsplatte (bis heute mit über 120.000 Einheiten das meistverkaufte ACT-Album überhaupt) zur Vollendung. Gleichzeitig wandte er sich mit „New Conception of Jazz“ der Elektronik zu, mit dem wegweisenden neuen Ansatz, aktuelle Pop-Elemente von Deep House, Ambient Music, Drum’n’Bass, Big Beat bis zu Soul und Funk aufzunehmen. Wie spannend er bis heute beides weiterentwickelt, führt er bei „Norwegian Woods“ unter anderem mit dem lyrischen Solo „Chicken Feathers“ und der effektvoll schillernden Jam-Version von John Hiatts Rock-Klassiker „Have A Little Faith“ vor. Und schließlich ist da noch der Gitarrist Knut Reiersrud, der älteste, am weitesten gereiste und doch bei uns unbekannteste Musiker dieser JABP-Ausgabe. Sein Kraftfeld ist der Blues, in den er mit 18 in den USA von Buddy Guy und Otis Rush eigeführt wurde. Seitdem spielte er mit Stars wie Dr. John, Joe Cocker, Stevie Ray Vaughn oder den Five Blind Boys of Alabama. Doch wäre Reiersrud kein Norweger, dann hätte er neben dem amerikanischen Blueserbe auch nicht diese Sehnsucht nach den eigenen heimatlichen Klangtraditionen sowie diese, durch Aufenthalte in Afrika, Indien, Nepal oder Iran beförderte, unstillbare Neugier auf andere Sphären. Sein JABP-Solo „Jargo“ ist das beste Beispiel dafür. Die norwegischen Individualisten präsentieren sich bei diesem in der Tat einmaligen Abend als starke Gruppe und ihr Land immer noch als Speerspitze des europäischen Jazz. Dieser hat sich schon lange vom Mutterland USA emanzipiert und entscheidende Entwicklungen in Gang gesetzt. Credits: Recorded live in concert at the Berlin Philharmonie (KMS) Presented by Stiftung Berliner Philharmoniker Recorded, mixed, edited and mastered by Klaus Scheuermann

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