Florian Willeitner
Der deutsche Geiger, Komponist und Arrangeur ist in der Klassik ebenso wie im Jazz und in der Weltmusik zu Hause. Willeitner hat zahlreiche Werke für Kammerensembles, Orchester und Band geschrieben und ist bekannt für seine genreübergreifenden Kompositionen, die klassische Strukturen mit improvisatorischen Elementen vereinen. Florian Willeitner gilt als eine der spannensden jungen Stimmen, die traditionelle und moderne Musik auf kreative Weise miteinander verbindet.
Veröffentlichungen
Magic Moments 17 "In The Spirit Of Jazz"
Ab
9,90 €*
Die beliebte Zusammenstellung "Magic Moments", kuratiert von Siggi LochTrackliste:
01 Elevation of Love // Album: e.s.t. 30
Magnus Öström, Dan Berglund, Magnus Lindgren, Joel Lyssarides, Verneri Pohjola, Ulf Wakenius 02 Second Nature // Album: Life Rhythm
Wolfgang Haffner03 Raw // Album: raw
Nils Landgren Funk Unit 04 The Answer // Album: The Answer
Jakob Manz 05 Shots // Album: Bloom
Bill Laurance 06 Das Handtuch // Album: Tough Stuff
Iiro Rantala 07 She’ll Arrive Between 10 & 11 // Album: Guitar PoetryMikael Máni 08 Terrible Seeds // Album: While You Wait
Little North 09 Se Telefonando // Album: Ennio
Grégoire Maret, Romain Collin 10 Wonderland // Album: Wonderland
Daniel García Trio 11 Fresu // Album: Inner Spirits
Jan Lundgren, Yamandu Costa 12 Hands Off // Album: Stealing Moments
Viktoria Tolstoy 13 Hidden Prelude // Album: What the Fugue
Florian Willeitner 14 Pralin // Album: Let Them Cook
Emile Parisien 15 My Brother Rolf // Album: Komeda
Joachim Kühn 16 Passacaglia // Album: Passacaglia
Adam Bałdych, Leszek Możdżer 17 Linden Tree Rag // Album: Rag Bag
Bernd Lhotzky 18 Zafeirious Solo // Album: Arcs & Rivers
Joel Lyssarides, Georgios Prokopiou
What The Fugue
18,00 €*
Florian Willeitner - What The FugeCD / digital
Florian Willeitner violin
Ivan Turkalj violoncello
Alexander Wienand piano
Wie lässt sich das Prinzip der Fuge, einer der komplexesten Gattungen der abendländischen Musikgeschichte, in die Moderne weiterentwickeln? Dieser Frage widmet sich das „New Piano Trio“ bestehend aus Geiger Florian Willeitner, Cellist Ivan Turkalj und Pianist Alexander Wienand. Statt vor den barocken Vorbildern in Ehrfurcht zu erstarren wagen die drei klassisch ausgebildeten, extrem Stil-offenen Musiker auf „What the Fuge“ einen Balanceakt zwischen der Strenge der Fugenkunst und der Freiheit des Jazz. Florian Willeitner, Geiger, Haupt-Komponist und Kopf des Projekts, nimmt in seiner Genre-übergreifenden Ausrichtung zwischen Klassik und Jazz eine Ausnahmestellung ein. Beruf: Multitalent. Geboren 1991 in Passau beginnt er schon früh zu improvisieren und eigene Musik zu schreiben. Seit seiner Jugend faszinieren ihn die Musiken der Welt, mit Rucksack und Geige reist er unter anderem durch Irland, Spanien, Bulgarien, Kuba und Brasilien. Später studiert er klassische Geige am Salzburger Mozarteum, gründet das „New Piano Trio“ und wird erster Geiger des renommierten „vision string quartets“. Im Jahr 2021 erscheint seine erste ACTVeröffentlichung „First Strings On Mars“ – für Jan Brachmann, einem der wichtigsten deutschen Klassik-Journalisten, ein „Herz- und Hirn-erfrischendes Album“ für 3sat Kulturzeit „Kammermusik aus einer anderen Welt.“ Über die Entstehung seines neuen Projekts „What The Fugue“ sagt Florian Willeitner: „Die Fuge, diese Königsdisziplin des Barock, fasziniert mich bereits seit Jahrzehnten. Parallel zum Kontrapunkt von Bach und Schostakowitsch beschäftige ich mich aber auch lange und intensiv mit der Funktionsweise westafrikanischer Groovemusik. Und ich staune immer wieder über die Parallelen dieser beiden Welten, in denen hochkomplexe Geflechte einer Vielzahl gleichberechtigter Stimmen symbiotisch miteinander wirken.“ Auf Basis dieser Faszination für Musik mit vielschichtig verzahnten Rhythmen und Melodien ein ganzes Programm zu entwickeln war für Willeitner ein lang gehegter Wunsch. Aber erst eine Corona-bedingte Zwangspause vom Konzertbetrieb verschaffte ihm genügend Zeit, um sich dem anspruchsvollen Thema mit der notwendigen Tiefe zu widmen. Seinen Fugen-Zyklus unterteilt Florian Willeitner in viercharakteristische Tonsprachen, oder wie er sie nennt„Keys“, die den Kompositionen zugrunde liegen: Der erst Key „Orient“ ist geprägt von Klangfarben und rhythmischen Ideen aus Musikkulturen des mittleren Ostens und beginnt mit „Tigran’s Prelude“, einer Verneigung vor dem Pianisten und musikalischen Grenzgänger Tigran Hamasyan. Auch der zweite Key „The Super Ultra Hyper Mega Meta“ ist mit einer Widmung verbunden - an den Multiinstrumentalisten Jacob Collier und dessen überbordendes Harmonieverständnis. Der folgende Key „Bach“ ist ein ganz neuer Blick von Florian Willeitner und Alexander Wienand auf die Präludien von Bachs Wohltemperiertem Klavier. Und der finale Key „The Twinkle“ ist eine Hommage an den musikalischen Schalk von Sergej Prokofjew, einen von Willeitners absoluten Lieblingskomponisten. „What The Fugue“ verkörpert eine ganzen Reihe von Eigenschaften, die das Selbstverständnis aktueller Künstler:innen des Jazz prägen und diese Musik so besonders machen: Herausragende spielerische Fähigkeiten, große Neugier und Offenheit, einen weiten musikalischen Horizont über Stile, Epochen und Grenzen hinweg. Und den Willen und die Vorstellungskraft, um aus all diesen Elementen neue, ungehörte Musik zu entwickeln. Credits:
Magic Moments 14 "In The Spirit Of Jazz"
4,90 €*
Various Artists - Magic Moments 14 "In The Spirit Of Jazz"CD / digital„Mehr als jede andere Kunstform berührt Musik die Menschen unmittelbar,“ lautet das Credo von ACT-Gründer Siggi Loch. Seit fast 30 Jahren hat es sich das Label deshalb zur Aufgabe gemacht, die Künstler zu finden und zu fördern, die Geist, Herz und Seele besonders nachhaltig erreichen. Und vielleicht war dies nie wichtiger als jetzt, in Zeiten der Pandemie, des Verstummens der Kultur, der emotionalen Isolation und der virtuellen Realitäten.
„Magic Moments 14“ bündelt mit 16 Interpreten und Titeln aus dem aktuellen ACT-Programm die ganze Kraft der „Music in the Spirit of Jazz“, dieser universellen, für jeden verständlichen Weltsprache jenseits der Worte, die Menschen zusammenbringen, bewegen und begeistern kann. Und macht die Schwerpunkte des erklärten Entdeckerlabels ACT deutlich:
Schon immer lag der Fokus von ACT auf dem europäischen Jazz, der sich auf die eigenen Musiktraditionen besonnen, diese mit den amerikanischen Wurzeln verknüpft und damit neue Wege eröffnet hat. So beginnt „Magic Moments 14“ auch mit einem „Cancon des fuego fatuo“ des jungen spani-schen Pianisten Daniel Garcia, einer faszinierenden neuen Stimme des spanischen Jazz, der die Musik seiner Heimat neu aufgreift. Und mit dem umwerfenden Debüt der bekannten österreichischen Schauspielerin Birgit Minichmayr, die sich mit einem Shakespeare-Sonnet zusammen mit den Weltmusikern von Quadro Nuevo und dem Early-Jazz-Spezialisten Bernd Lhotzky als grandiose, moderne Jazz-Diseuse vorstellt. Weitere Beispiel für neue strahlende Sterne am europäischen Musikhimmel sind die französisch-algerische Cellistin und Sängerin Nesrine oder das neue Trio des österreichischen Pianisten David Helbock.
Nicht fehlen dürfen die, mit denen es angefangen hat und die ACT zum führenden Label für schwedischen Jazz gemacht haben: Posaunist Nils Landgren steuert einen neuen Streich seiner Funk Unit bei, mit der er dem schwarzen Soul-Jazz seit vielen Jahren ein europäisches Gesicht gegeben hat. Bassist Lars Danielsson zelebriert mit „Cloudland“ von seinem neuen Liberetto-Album wieder die Verbindung von Klassik, Jazz und Nordic Sound. Ida Sand knüpft an die Tradi-tion skandinavischer Sängerinnen an, die das Songbook der Welt mit ihrem Soul „in the Spirit of Jazz“ bereichern. Und zum Album-Abschluss untermauern Pianist Jan Lundgren und Lars Danielsson zusammen mit dem französischen Neu-definierer des Sopransaxofons Emile Parisien den Anspruch einer europäischer Kunstmusik mit schwedischem Akzent. Nicht zuletzt hat ACT als eines der ersten wichtigen Labels auch den aktuellen deutschen Jazz gefördert. Von der enormen Entwicklung zeugen auf „Magic Moments 14“ so viele Künstler wie nie: Der Passauer Violinist Florian Willeit-ner; der in der süddeutschen Szene kometenhaft aufgestiegene Gitarrist Philipp Schiepek; die alle Grenzen sprengende Band KUU! der – wie Minichmayr vor allem als Schauspiele-rin bekannten - Sängerin Jelena Kuljic; natürlich die Jazzrausch Bigband, die mit ihrem TechnoJazz weltweit aufhor-chen lassen, oder die neuen preisgekrönten Shootingstars am Klavier Johanna Summer und Vincent Meissner.
Summer und Meissner stehen, wie Garcia, Lundgren und Helbock, gleichzeitig für das besondere Augenmerk, das ACT immer auf die besten Pianisten Europas gelegt hat. Und so runden zwei andere die „Magic Moments 14“ ab, die zu-gleich die wohl international bedeutendsten sind: der 77-jährige, immer noch vor Tatendrang strotzende Joachim Kühn und sein legitimer Erbe Michael Wollny, hier in seinem neuen All-Star-Quartett XXXX mit Emile Parisien, Tim Lefebv-re und Christian Lillinger (soeben mit mehreren Deutschen Jazzpreisen dekoriert, darunter einer für KUU!) zu erleben. So ergibt „Magic Moments 14“ eine Quintessenz dessen, was genreüberschreitender, innovativer Jazz aktuell zu bieten hat. Ein mitreißendes, berührendes, Begegnung und Ge-spräch suchendes Heilmittel gegen die Geißeln unserer Zeit. Credits:
Compilation by Siggi Loch Mastered by Klaus Scheuermann
First Strings on Mars
17,50 €*
Florian Willeitner - First Strings on MarsCD / digital
Florian Willeitner violin, soulfiddle, mandolin & vocals Georg Breinschmid bass &vocals Igmar Jenner violin & vocals
Die Geige ist im Jazz lange ein Exot geblieben. Erst in jüngster Zeit, da sich Klassik und Jazz nicht mehr als Gegenwelten, sondern als sich gegenseitig befruchtende Bereiche der Kunstmusik begegnen, sind Streicher auch hier in den Fokus gerückt, ACT-Künstler wie das das Duo Bartolomey/Bittmann, das radio.string.quartet.vienna, und der unvergleichliche Adam Baldych waren und sind auch hier Vorreiter. Dem Passauer Geiger und Komponisten Florian Willeitner ist das nicht genug. „Das volle Potential der Violine, ihre einzigartige Vielsei-tigkeit, ihre kaleidoskopartigen Möglichkeiten von Klangfarbe und Textur, ist in herkömmlichen Jazz-Settings kaum hörbar,“ sagt er. Und hat daraus sein Credo als Komponist wie Instrumentalist abgeleitet: „Ich bin der festen Überzeugung, dass es für das Schreiben von Mu-sik, die das große Spektrum der Möglichkeiten der Violine nutzt, von entscheidender Bedeutung ist, nicht nur ein Bewusstsein für die klassische Tradition zu haben, sondern auch für die vielen anderen Kulturen, in denen Streichinstrumente eine herausragende Rolle spielen. Diese verschiedenen Zutaten zu einem transkulturellen Stil zu verschmelzen, der jede dieser unterschiedlichen Traditionen res-pektiert, ist es, was mich inspiriert.“ Der Meisterschüler von Star-Geiger Benjamin Schmid hat seit seinem 19. Lebensjahr, von 2010 an, die ganze Welt bereist, um verschiedenste Musikkulturen zu studieren. Schon während seines 2017 abgeschlossenen Klassikstudiums experimentierte er mit neuen Orchestermodellen (etwa in seinem im Wiener Musikverein uraufgeführten Violinkonzert Nr. 1). Mit seinem „New Piano Trio“ verfeinert er seit vielen Jahren das genreüberschreitende Komponie-ren und Spielen. 2018 gründete er den „Pool of Invention“, ein internationales Künstlerkollektiv, mit dem er sich seither hocheffizient transkulturierter Kunst widmet und Kreativ-Partner wichtiger Festivals wie der Mozartwoche Salzburg unter Rolando Villazon ist.
Das erste bei ACT erscheinende Album führt all diese Bestrebungen zu einem vorläufigen Gipfelpunkt: Ein Trioprojekt mit Florian Willeitner und zwei kongenialen Mitstreitern, die wie er den Streichinstrumenten neue Wege eröffnen: Zum einen Violin-Kollege Igmar Jenner, der schon während des Klassik-Studiums in Graz neben Ausflügen in Genres wie Tango und Irish Folk das Streichorchester „String Syndicate“ gründete und seit 10 Jahren Mitglied im radio.string.quartet ist. Sein Duo mit dem slowenischen Akkordeonisten Borut Mori gewann 2010 den Austrian World Music Award. Und dann ist da Kontrabassist Georg Breinschmid, der eine Lebensstellung bei den Wiener Philharmonikern aufgab, weil ihm die musikalische Freiheit und der „unbekümmerte Zugang zur Musik“, wie er sagt, wichtiger war. Mittlerweile hat er sich allen Genres von Blues bis zum Wienerlied geöffnet, und ist spielend und komponierend ein Pionier der Verbindung von Jazz-beseelter Musik aller Art mit kabarettistischem Schmäh. Die perfekte Besetzung also für ein „Fest der musikalischen Freiheit und Neugierde“, wie Willeitner „First Strings on Mars“ nennt. Und das ist nicht zu hoch gegriffen: Eine derartige Bandbreite von Techniken und Klängen, ein so müheloses Reagieren auf Einfälle aller Art in jedem Moment hat man von einem Streichertrio noch nicht gehört. Das beginnt bei Willeitners gleichzeitig poetischem wie kraftvollem „Novemberlicht“, reicht von einer alle Spielarten auf den Saiten ausreizenden Version von Stings „Fragile“ über Breinschmids hauchzarte „Reminiscence“, Willeitners mysteriöses „Dark Romance or The Short Life of Mister Gimli Hope“ oder seinem folkigen Pop-Song „The Green Wind“ bis zu Breinschmids virtuosen Neudeutungen alpenländischer Volksmusik mit „The Swindler“ und „Hochkar“ – letzteres gar ein Jodler, in den sich lautmalerisch auch ein „Ho-Tschi-Minh“ einschleicht.
Was in Sachen Technik, Tempo und Themenvielfalt für Bass, Geige, Mandoline und Soulfiddle (die sich Willeitner vom befreundeten Geigenbauer Valentin Kaiser maßfertigen ließ) möglich ist, bündelt sich in Willeitners furios rockenden „Brazil Imported“ und im zeitlos groovenden „Searching“ von Georg Breinschmid das daran erinnert, worum es bei diesem Album geht: „Unser Ziel als Band ist es“, so Willeitner, „auf die beste Art und Weise traditionell zu sein. aus der Vergangenheit zu lernen und gleichzeitig für die Zukunft zu schreiben. Wir wollen die Grenzen unserer Instrumente ausreizen. Und die First Strings On Mars sein.“ Ein gutes Stück auf dem Weg dahin sind sie hier bereits vorangekommen.Credits:
Recorded by Franz Schaden at Wavegarden Studios, Mitterretzbach/ Austria, July 2019 “Fragile” recorded at POI Studios, Passau/Germany, October 2018. “The Swindler” recorded live by Peter Tomic at Enter Enea Festival, Poznan/ Poland, May 2018 Mixed by Franz Schaden & FSOM, 2020. “The Swindler” mixed by Peter Tomic Mix Panorama (from left to right): Florian Willeitner, Georg Breinschmid, Igmar Jenner Mastered by Philipp Treiber at PDV Records Produced by Florian Willeitner, Georg Breinschmid & Igmar Jenner Cover art by Peter Krüll