Geir Lysne
Der norwegische Jazzsaxophonist, Komponist und Arrangeur hat sich durch seine herausragenden Orchesterarrangements und genreübergreifenden Projekten einen Namen gemacht. Bekannt wurde er vor allem durch sein "Geir Lysne Listening Ensemble", das Jazz mit skandinavischer Volksmusik und modernen Einflüssen kombiniert. Lysne hat mit renommierten europäischen Big Bands zusammengearbeitet, darunter die NDR Big Band und die hr Big Band, und beeindruckt durch seine kreativen Kompositionen und orchestralen Klangwelten. Geir Lysne gilt als ein wichtiger Vertreter des zeitgenössischen Jazz, der immer wieder neue musikalische Grenzen auslotet.
Veröffentlichungen
Jazz at Berlin Philharmonic: Mediterraneo
17,50 €*
Jazz at Berlin Philharmonic VII - MediterraneoCD / digital
Stefano Bollani piano Jesper Bodilsen bass Morten Lund drums Vincent Peirani accordion & accordina Members of the Berliner Philharmoniker Geir Lysne arranger & conductor
Den „Sound of Europe“, die Verbindung aus Jazz mit den unterschiedlichsten Einflüssen der europäischen Musik, einem breiten Publikum zu präsentieren, ist eines der wichtigsten Anliegen der von Siggi Loch kuratierten Reihe „Jazz at Berlin Philharmonic“. Vom Aufspüren der „Celtic Roots“ über eine Wanderung durch die „Norwegian Woods“ bis zur Reise durch den Süden mit „Mediterraneo“.
Viele Wurzeln der europäischen Musik liegen in Italien. Hier wurde die Oper geboren, eine reiche Folkloretradition wird bis heute begeistert gepflegt und die Lieder der „Cantautore“ sind die Hymnen des Landes. Auch in der Filmmusik setzt Italien Akzente: Nino Rotas und Ennio Morricones film scores sind heute weltbekannt. Aus alledem bedient sich „Mediterraneo“, die umjubelte 17. Ausgabe von „Jazz at Berlin Philharmonic“ und einer der Höhepunkte der Reihe.
Im Mittelpunkt: Stefano Bollani, 1972 in Mailand geboren und einer der renommiertesten, erfindungsreichsten und wandelbarsten Jazzpianisten unserer Zeit. Von Jazz-Größen wie Chick Corea, Pat Metheny und natürlich sein langjähriger Partner und Förderer Enrico Rava über Avantgardisten wie Michel Portal oder Martial Solal bis zu Weltmusikern wie Caetano Veloso und Richard Galliano reicht die Bandbreite seiner Zusammenarbeiten. Auch für „Mediterraneo“ war es ihm wichtig, den stilistischen Bogen möglichst weit zu spannen.
So stand neben Monteverdi, Rota und Morricone, sowie Puccini und Rossini sogar der durch Adriano Celentano bekannt gewordene Evergreen „Azzurro“ auf dem Programm.
Bollani entpuppt sich als idealer Reiseführer für diese italienische Nacht. Mit Witz, Können und Leichtigkeit führt er den Hörer durch die Musik seiner Heimat. Eng an Bollanis Seite: Die zwei Dänen seines bestens eingespielten Trios, Jesper Bodilsen am Bass und Morten Lund am Schlagzeug, sowie 14 wagemutige Mitglieder der Berliner Philharmoniker, die ihre außerordentliche Klang- und Spielkultur in ein ganz neues Umfeld stellen.
Das Ensemble komplettiert der aus Nizza stammende Akkordeonist Vincent Peirani, eine der Schlüsselfiguren des aktuellen Jazz aus Frankreich. Die Arrangements des Abends schrieb der Norweger Geir Lysne, der auch das Konzert leitet. Ein idealer Partner für Bollani mit dem er schon eine ECHO Jazz prämierte Aufnahme mit der NDR Big Band veröffentlichte und dessen große stilistische Offenheit und Vielseitigkeit teilt.
Auf „Mediterraneo“ zeigt sich die verbindende Kraft des Jazz – Folklore, Klassik, Filmmusik, Lied und Improvisation verschmelzen zu einem so überraschenden, wie beglückenden Hörerlebnis.Credits:
Recorded by Nanni Johansson live in concert at the Berlin Philharmonie, Großer Saal, June 12, 2017 Mixed by Klaus Scheuermann with Geir Lysne & Roberto Lioli Mastered by Klaus Scheuermann Curated and produced by Siggi Loch Cover art by Federico Herrero, Landscape, 2017 by permission of the artist and Sies + Höke, Düsseldorf
New Circle
17,50 €*
Geir Lysne - New CircleCD / digital
Geir Lysne saxophones, flutes, jews harp, voice, keys, ballaphone, kalimba, programming, perc. Reidar Skår keys, programming Eckhard Baur trumpet, flugelhorn, voice Gjermund Silset bass Olav Torget electric guitars, acoustic guitar Knut Aalefjær drums, percussion Guests: Nguyên Lê electric guitar (04) Helge Sunde trombone (01, 04 & 06) Huong Thanh vocals (04) Solo Cissoko vocals, kora (07) Audun Erlien bass (03) Peter Baden percussion, electronics (01 & 04) Helge Norbakken percussion (02 & 07) Renate Alsing marimba (07)
Vor gut 15 Jahren trat eine neue Generation von Jazzern an, um Wege aus der Postbop- und Fusion-Erstarrung zu finden. Vor allem in Skandi-navien rissen junge Musiker die bisherigen Genregrenzen ein, griffen auf die eigene Volksmusik, auf Rock und Pop zurück. So wurden Esbjörn Svens-son mit seiner völlig neuen Auffassung des Klaviertrios oder Nils Landgren mit seinem nordischen Funk berühmt. Bugge Wesseltoft überraschte mit seinen „New Conceptions of Jazz“ und auch sein norwegischer Landsmann, der Trompeter Nils Petter Molvaer, brachte Jazz mit elektronischer Musik und dem Sound seiner Heimat stilbildend zusammen. Kaum weniger revolu-tionär aber war und ist Geir Lysnes Neudefinition des Bigband-Konzeptes.
Die Einzigartigkeit des „Listening Ensemble“, wie der Norweger seine 1999 gegründete Bigband zunächst nannte, wurde von der Fachwelt früh erkannt: „Diese Band kupfert nichts und nirgendwo ab“, schrieb Werner Burkhardt schon 2001 in der Süddeutschen Zeitung. Ulrich Olshausen befand 2006 in der FAZ, dass es sich bei Geir Lysne um „einen Solitär und Visionär“ handele und noch im selben Jahr nannte Oliver Hochkeppel in der SZ das Ensemble ein „hinreißend autochthones Gebilde“, das als wohlklin-gende Avantgarde musikhistorisch das Vienna Art Orchestra beerbt habe. Und erst kürzlich wurde er mit dem ECHO Jazz 2013 (Bestes Bigband Al-bum) bedacht, für seine außergewöhnliche Arrangierkunst für das Album "Big Band!" der NDR Bigband mit dem italienischen Pianisten Stefano Bollani.
Der Komponist und Multiinstrumentalist Lysne selbst hat seinen Ansatz ex negativo beschrieben: „Ich schreibe keine gewöhnliche Bigband-Musik. In meinen Stücken wird man keine AABA-Liedform finden, keine durchgehen-den Swing-Rhythmen, gängigen Changes oder Blues-basierten Themen.“
Stattdessen brachte Lysne auf drei ACT-Alben – unter anderem mit dem Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik, dem dänischen Music Award und dem norwegischen Grammy dekoriert – dem Jazzorchester einen völlig neuen Farbenreichtum bei. Schon durch ungewohnte Instru-mentierungen mit Flöten, Perkussion, Laptop und instrumental eingesetz-ten Stimmen. Vor allem aber durch den ausgiebigen Rekurs auf weltmusi-kalische Kontexte ergab sich für die große Besetzung eine neue, „nordi-sche“, unverwechselbare Art von melodiösem Raumklang und Dynamik.
So wegweisend erscheint Lysnes Arbeit, dass ihn seither die meisten namhaften Orchester zu Projekten oder Dirigaten eingeladen haben, von der NDR und der hr-Bigband über die UMO Bigband bis zu allen fünf existierenden norwegischen Militärorchestern. Auch Kompositions- und Lehraufträge folgten. Nun aber, mit 48, sah Lysne die Zeit gekommen, „neue Leute zu treffen, neue Musik zu machen und neue Kreise zu ziehen.“ „New Circle“ ist denn auch der Titel seines neuen ACT-Albums, auf dem er erstmals mit der vergleichsweise kleinen Sextett-Besetzung auskommt, dafür mit einer ganzen Reihe prominenter Gaststars.
Was nun aber keine Abkehr von den bisherigen Kompositionsprinzipien und Arbeitsweisen Lysnes ist, sondern im Gegenteil ihre Verdichtung und Verstärkung. Obwohl mit Eckhard Baur, Olav Torget, Gjermund Silset und Knut Aalefjaer nur fünf akustische Instrumentalisten den Stamm bilden, klingt „New Circle“ kaum weniger orchestral als die früheren Alben. Der Schlüssel dazu ist Reidar Skar, ein „wahrer Meister des Computers“, wie Lysne sagt. Skar formte diese „elektro-akustische Rekompositions-Produktion“ (Lysne) mit seinen Verfremdungen und innovativen Computer-sounds, ohne die künstlerische Integrität von Lynses Orchestrierungen, Feinheiten, Doppeldeutigkeiten, seine Vorliebe für Folksänger, ethnische Grooves, starke Melodielinien und Soundscapes anzutasten.
„Es war Zeit, städtisch zu werden und den aufregenden, großartigen Vorzug zu spüren, in einer multikulturellen Welt zu leben, in der Musik die universelle Sprache ist“, bringt Geir Lysne das Ziel von „New Circle“ auf den Punkt. Und so zieht einen schon der weit in alle Kontinente und von Ravels Bolero bis zu asiatischen Gesängen ausgreifende urbane Groove des einleitenden „Please Welcome!“ unausweichlich in seinen Bann. Das Gefühl des Vermissens (“Sakn“ auf norwegisch) wird ebenso asiatisch-amerikanisch-europäisch durchdekliniert wie Vorlagen aus den früheren Alben Lysnes.
So schlängelt sich Kaa, die Dschungelbuch-Schlange, die Lynse auf „Boshjenasti“ vorstellte, diesmal temporeich und federnd durch einen assoziationsreich und prall mit Klängen angefüllten Großstadtdschungel. Auch ein dem Joik-Gesang der Samen entstammendes Stück ist wieder dabei – doch „A Million Stars“ scheinen (zum Glänzen gebracht unter ande-rem durch Peter Badens Elektro-Perkussion und die Posaune von Lysnes großem Bigband-Kollegen Helge Sunde) diesmal nicht nur über der nordi-schen Tundra, sondern über dem vietnamesischen Dschungel, besungen von der großartigen Huong Thanh und der Gitarre von Nguyên Lê. Auch die britische Comic-Heldin „M.B.“, musikalisch auf „Korall“ zum Leben er-weckt, bekommt nun mit „Amana Na Nunga“ eine kleine, afrikanische Nichte.
Durch den Sänger und Kora-Spieler Solo Cissoko aus dem Senegal und Renate Alsings Marimba aus Zimbabwe bekommt schließlich ein norwegi-scher Kirchenpsalm afrikanische Gestalt. „Alwilly“ ist – so wie kurz zuvor „22“ eine Meditation über das norwegische Trauma des Breivik-Attentates am 22. Juli – ein politischer Song, eine Aufforderung, für den Frieden in der Welt aufzustehen. Die große Kunst aber, an der Gesellschaft und Politik wohl noch lange knabbern werden – Geir Lysne beherrscht sie musikalisch bereits perfekt: Dass das Aufeinandertreffen der globalen Vielfalt so klingt, als hätte alles schon immer zusammengehört.Credits:Produced by Reidar Skår and Geir Lysne Recorded 2011 - 2013 by Reidar Skår (7 etage studio), Geir Lysne (Brattopp studio), Nguyên Lê (studio Louxor ) and Peter Baden (Baden studio) Mixed by Reidar Skår. Mastered by Bjørn Engelmann at Cutting Room Released with support from Arts Council Norway
The Grieg Code
17,50 €*
„Lysne ist einer der größten lebenden Jazz-Bigband-Visionäre, und seine Stücke stehen mit und ohne Grieg einfach grandios in der natürlich sehr norwegischen Landschaft."- FAZ
"CD des MONATS" in AUDIO und STEREOPLAY
Boahjenásti - The North Star
17,50 €*
Geir Lysnes Listening Ensemble verbindet nordische Klänge mit Jazz, Folk und kraftvollen Melodien. Eine magische musikalische Reise.