Vocal Jazz mit Profil, Tiefgang und dem gewissen Etwas.
Sie ist die neue Vocal-Jazz-Sensation der an rauschenden Namen reichen Pariser Szene. Schnell wurde Tavanos außergewöhnliches Talent offenbar: ein musikalisches Universum zu schaffen, in dem Worte ebenso viel Gewicht haben wie die Noten.
„Ich kann keine Musik ohne Worte machen“, bekennt sie. Allem, was sie singt, verleiht sie eine ganz besondere Bedeutung, gefunden im Widerhall ihrer eigenen Geschichte.
Neben „Vorbildern des Interpretierens“ wie Nina Simone und Billie Holiday beruft sich Tavano auf die verschiedensten Persönlichkeiten, auf Joni Mitchell „für ihre Kunst des Geschichtenerzählens“, auf Tracy Chapman „besonders für ihren Flow, ihre Art, Texte darzustellen“, oder auf Jacques Brel, der „etwas sehr genau freilegen kann.“
„Für mich gibt es keine Gesangstechnik“, sagt Tavano, obwohl es ihr daran nicht fehlt. „Wenn die Interpretation richtig ist, folgt die Stimme. Es ist immer wieder ein Erlebnis, wenn sich das, was man fühlt, dem angleicht, was man ausdrückt."
Lou Tavano hat dieses Talent, uns sensibel zu machen und zu fesseln, wenn sie singt. Mit einer Stimme, die verzaubert.
Various Artists - Magic Moments 9 "In The Spirit of Jazz"CD / digitalDie neunte Ausgabe der beliebten Magic Moments-Compilations liefert wieder neuen musikalischen Nährstoff für offene Ohren: Eine illustre Leistungsschau und bestes Jazz-Infotainment durch das aktuelle ACT-Programm. Für Jazzkenner wie für Neueinsteiger bietet die handverlesene Zusammenstellung 65 Minuten hochkarätigen Hörgenuss. Musik ohne Grenzen „in the spirit of Jazz“: Musik fernab eines festgelegten Stils mit etablierten Jazzstars, Newcomern und Geheimtipps.
„Jazz ist die Freiheit, viele Formen zu haben.“ Dieses Credo Duke Ellingtons prägt auch das Selbstverständnis von ACT. So liegt der Fokus in dieser Ausgabe insbesondere auf Projekten, die nach den Grenzen zu anderen Genres und Stilen tasten, diese überschreiten und Neues schaffen. Eine sinfonische Interpretation des e.s.t.-Stücks „From Gagarin’s Point Of View“ eröffnet mit einer eindrucksvollen Hommage an den verstorbenen Pianisten Esbjörn Svensson. Mit seinem Projekt „Some other time“ blickt Nils Landgren über den großen Teich und setzt mithilfe der Bochumer Symphoniker dem großen Leonard Bernstein ein Denkmal: „Das hätte dem Großmeister bestimmt gefallen“ (Stern). Jan Lundgren ehrt mit klassischem Streichquartett und „Lycklig resa“ einen der Vorreiter des schwedischen Jazz, Jan Johansson.
„ACT ist auf einer Mission, der Welt Europas aufstrebende Pianisten vorzustellen“, stellte der englische Guardian vor einigen Jahren fest. Diesem Bestreben geht ACT auch in diesem Jahr nach: Einen Einblick in das neue Album von Michael Wollny im Duo mit dem Akkordeonisten Vincent Peirani gibt „The Kiss“. Außerdem werden zwei pianistische Neuzugänge bei ACT präsentiert: David Helbock aus Österreich mit „The Soul“ und der aus Martinique stammende Grégory Privat mit „La Maga“.
Doch auch zwei renommierte Pianisten sind vertreten: Altmeister Joachim Kühn interpretiert im Trio mit den „jungen Wilden“ Eric Schaefer (dr) und Chris Jennings (b) auf erfrischende Weise „Sleep on it“, eine Reggae-Dub-Nummer von „Stand High Patrol“. Iiro Rantala überzeugt im „Super-Trio“ mit Lars Danielsson und Peter Erskine mit finnischer Leichtigkeit durch Kenny Barrons „Voyage“.
„Hier wird Jazzgeschichte geschrieben”, schrieb der Berliner Tagesspiegel über die Konzertreihe „Jazz at Berlin Philharmonic“. Zwei weitere denkwürdige Konzertabende im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie wurden auf CD verewigt und sind auf Magic Moments 9 vertreten: „Tears For Esbjörn“, ein gemeinsames Erinnern an Esbjörn Svensson in ACT-Starbesetzung und „Celtic Roots“, eine folkloristische Spurensuche nach den keltischen Einflüssen im Jazz.
Besonders die Abbildung des Klangs Europas ist die Aufgabe von ACT. So wurde zum Beispiel nach sieben Jahren die zweite Ausgabe des Erfolgsprojekts „Mare Nostrum“ eingespielt: Bei „Kristallen den fina“ verschmelzen Jan Lundgren und Paolo Fresu die Musikkolorite Schwedens und Italiens auf bezaubernde Weise. Das außergewöhnliche Aufeinandertreffen der beiden Gitarristen Gerardo Núñez aus Spanien und Ulf Wakenius aus Schweden zeigt mit „Mirlo“ zu was interkultureller musikalischer Austausch im Stande ist. Das spontane Zusammenspiel der Skandinavier Lars Danielsson (b), Marius Neset (sax) und Morten Lund (dr) als „akustisches Trio mit explodierender Spielfreude“ (Spiegel Online) offenbart sich in „Folksong“. Auch der finnische Jukka Perko und die neue Stimme aus Frankreich Lou Tavano tragen zum europäischen Sound-Profil von ACT bei.
Berauschend und berührend, unterhaltend und anregend sind die Magic Moments 9 eine Momentaufnahme des europäischen zeitgenössischen Jazz und ein Blick darüber hinaus.
Credits:
Compilation by Siggi Loch Mastered by Klaus Scheuermann
Lou Tavano - For YouCD / digital
Lou Tavano vocals Alexey Asantcheeff piano, spoken word in Russian Arno de Casanove trumpet, flugelhorn Maxime Berton soprano & tenor saxophones, bass clarinet, alto flute Alexandre Perrot acoustic bass Ariel Tessier drums Background vocals and percussions performed by Lou Tavano & her musicians
Frankreichs neue Gesangshoffnung: Vocal Jazz mit Profil, Tiefgang und dem gewissen Etwas.
Sie ist die neue Vocal-Jazz-Sensation der an rauschenden Namen reichen Pariser Szene. Nun veröffentlicht Lou Tavano mit 29 Jahren ihr erstes Album. Ein Werk, das nicht weniger Aufmerksamkeit erregen wird als die feuerrote Haarpracht, die ihr Gesicht umgibt.
Trotz seiner Schlichtheit und scheinbaren Eindeutigkeit hat der Albumtitel ihres ACT-Debüts „For You“ mehrere Bedeutungen. Er richtet sich an alle und an einen ganz bestimmten: An alle, weil der Gesang dieser jungen Künstlerin, der seine Inspiration von innen heraus schöpft, nach außen zielt und danach verlangt, gehört zu werden. An einen, weil dies die Frucht einer langjährigen Zusammenarbeit ist: mit dem Pianisten Alexey Asantcheeff, der Tavano in der Pariser Musikszene zur Seite steht. Er ist der Autor der meisten Themen wie Stücke des Albums und der äußerst nuancierten und detailverliebten Arrangements, die das hintergründige und tiefe Timbre der Sängerin wie ein Etui umhüllen.
Begegnet sind sich Tavano und Asantcheeff über Duke Ellingtons „Satin Doll“. Sie, Tochter eines Rockschlagzeugers und mit klassischem Klavier groß geworden, bevor sie den Gesang als ihre musikalische Heimat entdeckte. Er, Sohn einer schottischen Mutter und eines weißrussischen Vaters. Ein Pianist, dessen Spiel von slawischer Melancholie durchdrungen ist. Als Asantcheeff Tavanos Stimme und Interpretation des bekannten Jazz-Standards hörte, spukte ihm nur noch ein Gedanke im Kopf herum: „…die Welt muss diese Stimme hören!“
Beide waren kaum älter als Zwanzig, als sie die Musik zum Liebesreich ihrer künstlerischen Zusammenarbeit machten und sich entschlossen, gemeinsam den Weg eines Jazz zu gehen, der sich aus ihren persönlichen Einflüssen zusammensetzt, von sinfonischer Musik, lyrischem Gesang, Jazz und Folk über die französische Chanson-Tradition bis hin zur balinesischen Musik.
Mit einer erstklassigen Band gespickt mit jungen Talenten aus Paris unterwegs, arbeiteten Tavano und Asantcheeff ihr Repertoire bis ins kleinste Details aus. Mit jedem Konzert reiften ihre Songs, bekamen Farbe und den Atem des Jazz eingehaucht.
Schnell wurde Tavanos außergewöhnliches Talent offenbar: ein musikalisches Universum zu schaffen, in dem Worte ebenso viel Gewicht haben wie die Noten. „Ich kann keine Musik ohne Worte machen“, bekennt sie. Allem, was sie singt, verleiht sie eine ganz besondere Bedeutung, gefunden im Widerhall ihrer eigenen Geschichte, ohne dass die Songtexte dadurch auf die autobiografische Dimension beschränkt bleiben würden. Auch wenn die Worte beim Schreiben eines Liedes immer an zweiter Stelle folgen – „es ist immer die Musik, die die Geschichte erweckt“ – kommen sie doch zuerst, wenn es um den Ausdruck geht. Jeder Komposition liegt eine Rahmengeschichte zugrunde, jedes Stück hat seine Widmung, ob versteckt oder ganz offen.
So ist es keine Überraschung, dass die Einflüsse, auf die sich Lou Tavano beruft, nicht nur auf der Landkarte des Jazz zu finden sind. Dieses Gebiet gibt ihrer Kunst den groben Anstrich, aber unter der Maßgabe, eine respektvolle Distanz zu bewahren – wie etwa in ihrer Version von „Afro Blue“, die sie nach Bali überführt. Neben „Vorbildern des Interpretierens“ wie Nina Simone und Billie Holiday beruft sich die Sängerin auf die verschiedensten Persönlichkeiten, auf Joni Mitchell „für ihre Kunst des Geschichtenerzählens“, auf Tracy Chapman „besonders für ihren Flow, ihre Art, Texte darzustellen“, oder auf Jacques Brel, der „etwas sehr genau freilegen kann.“ „Für mich gibt es keine Gesangstechnik“, sagt Tavano, obwohl es ihr daran nicht fehlt. „Wenn die Interpretation richtig ist, folgt die Stimme. Es ist immer wieder ein Erlebnis, wenn sich das, was man fühlt, dem angleicht, was man ausdrückt."
„For You“ ist wie ein Frühlingshimmel, bei dem sich das durchbrechende Licht mit Gewitterwolken abwechselt. Das Fröhliche und Unbeschwerte kann schlagartig dramatischer Poesie oder melancholischen Impulsen weichen. Ein Album ohne Grenzen, das vom Außen- und Innenleben erzählt.
Lou Tavano hat dieses Talent, uns sensibel zu machen und zu fesseln, wenn sie singt. Mit einer Stimme, die verzaubert.Credits:
Music & lyrics by Alexey Asantcheeff & Lou Tavano, unless otherwise noted All songs arranged by Alexey Asantcheeff, except “The Letter” by the whole band, “Afro Blue” by Alexey Asantcheeff and Lou Tavano, and “The Call” by Arno de Casanove Recorded at Studio de Meudon, July 2015 Engineered by Philippe Teissier du Cros, assisted by Clément Gariel Mixed by Philippe Teissier du Cros at Studio Boxson (Paris) Mastered by Raphaël Jonin at Jraphing (Bois-Colombes) Produced by Sébastien Vidal Executive Producer: Onde Libre