Die schwedische Jazzsängerin ist international für ihre klare Stimme und emotionale Ausdruckskraft geschätzt. Sie studierte Musik in Stockholm und New York, bevor sie in den 1990er Jahren ihre Solokarriere startete und sich schnell in der europäischen Jazzszene etablierte. Ihr Repertoire reicht von Jazzstandards bis hin zu Eigenkompositionen, oft mit Einflüssen schwedischer Volksmusik. Gustafsson hat bereits mit Künstlern wie Nils Landgren und dem Stockholm Jazz Orchestra zusammengearbeitet und mehrere Alben veröffentlicht. Sie gilt als eine der führenden Stimmen des skandinavischen Jazz und hat sich durch ihre Auftritte weltweit eine große Fangemeinde erspielt.
Various Artists - Fantastische FrauenCD / digital
Julia Hülsmann & Rebekka Bakken, Anna Gréta, Solveig Slettahjell, Céline Bonacina, Ida Sand, Cæcilie Norby, Viktoria Tolstoy, Johanna Summer, Rigmor Gustafsson, Terri Lyne Carrington, Rita Marcotulli, Nesrine, Youn Sun Nah, Janne Mark, Kadri Voorand, Laila Biali
Musik ist weiblich. War es immer schon. Viva la musica. Die Musik. La musique. Im Jazz? Im 20. Jahrhundert ein Leben noch im Schatten. Lil Hardin schrieb Kompositionen wie „Struttin‘ With Some Barbecue“, doch ihr Mann Louis Armstrong wurde damit bekannt: „Ich stand am Fuß der Leiter, hielt sie fest und sah ihn nach oben klettern“, resümierte sie später ihre Rolle. Mittlerwei-le bewegt sich etwas. Die Dinge verändern sich. Im Jazz ist das weibliche Element heute schon lange nicht mehr nur auf „Sängerin mit Band“ ausgelegt. Frauen spielen selbstverständlich E-Gitarre, Bass, Schlagzeug und Trompete, und Musikerinnen wie Terri Lyne Carrington fungieren als Role Models. „Fantastische Frauen“ stellt eine Auswahl starker weiblicher Stimmen vor, die ihren Weg zusammen mit ACT gehen oder zumindest ein Stück des Weges gegangen sind. Manche kamen jung und zu Beginn ihrer Karriere, manche waren schon arriviert und etabliert: Die Berliner Pianistin und Komponistin Julia Hülsmann veröffentlichte zu Beginn der 2000er Jahre drei Alben für ACT und zeigte, wie großartig ihr Umgang mit Sprache ist und wie makel-los ihre Gedichtvertonungen sind. „Same Girl“ ist ihre Bearbei-tung von Randy Newmans Song, kongenial umgesetzt mit der norwegischen Sängerin Rebekka Bakken auf dem Album „Scattering Poems“ (2003).Ganz neu in die ACT Familie aufgenommen ist die isländische Pianistin und Sängerin Anna Gréta, die schlicht und fast schon spröde ihre Beobachtungen von Nachtschwalben am Polarhim-mel vertonte. Skandinavische Sängerinnen nehmen im Portfolio des Labels einen großen Teil ein, etliche davon sind treue Seelen, die seit vielen Jahren Alben auf den Markt bringen: Viktoria Tolstoy bringt es auf insgesamt acht Alben, „Shining On You“ ist zwar nicht vom aktuellsten, aber die Komposition vom wohl be-deutendsten schwedischen Jazzmusiker der letzten 20 Jahre, dem Pianisten Esbjörn Svensson, wird schnell zum Ohrwurm. Die Norwegerin Solveig Slettahjell, Ida Sand (als Sängerin und Pianistin) und Rigmor Gustafsson, beide aus Schweden, sowie die Dänin Cæcilie Norby sind ebenfalls lange dabei und weit mehr als nur Sängerinnen, da sie seit vielen Jahren ihre Musik selber schreiben, texten, arrangieren und ihre eigenen Bands leiten. Die Dänin Janne Mark, zwar ebenfalls Sängerin, nimmt einen ganz besonderen Platz ein, da sie einen interessanten Weg zwischen Folk, Kirchenlied und Jazz gefunden hat. Kadri Voorand aus Estland ist viel mehr als nur Sängerin, hinter ihren aberwitzigen Gesangskünsten und ihrem klugen Umgang mit Effektgeräten geht oft unter, wie hervorragend sie auch als Pianistin ist – und als Texterin und Komponistin. „I’m Not in Love“ ist ebenso betörend wie verstörend. Die Südkoreanerin Youn Sun Nah, die die Liebe zum französischen Chanson nach Europa und zum Jazz gebracht hat, hat furiose Aufnahmen gemacht, „Momento Magico“ mit dem Gitarristen Ulf Wakenius ist atemberaubend virtuos und lässt den Zuhörer atemlos zurück. Nesrines Musik ist vielfältig und bunt. Cello und Stimme mit arabischen Wurzeln und mediterranem Soul. Nordafrika und Südeuropa werden vereint. Die Kanadierin Laila Biali vereint an Klavier und Stimme alles, was es zu gutem Singer-Songwriting braucht. Céline Bonacina nimmt eine Sonderrolle ein, viele namhafte Baritonsaxophonistinnen gibt es immer noch nicht, und die, die eigene interessante Bandprojekte leiten, noch weniger. Die Französin macht ihr ganz eigenen Ding. Dasselbe lässt sich über die Pianistin Johanna Summer sagen, die sich Robert Schumanns „Kinderszenen“ und „Album für die Jugend“ als Ausgangspunkt für freie Improvisationen gewählt hat und damit für viel Furore gesorgt hat. Für die italienische Pianistin Rita Marcotulli ist die Kraft der Melodie treibende Kraft – ihr Album mit dem Akkordeonisten Luciano Biondini ist traumwandlerisch. Die Schlagzeugerin Terri Lyne Carrington spielte schon mit allen Jazzgrößen, mit Wayne Shorter, Komponist des Klassikers „Witch Hunt“, teilte sie schon als Twen die Bühne. „Fantastische Frauen“ trägt den Titel zurecht, denn Musik ist weiblich, und Jazz ist es ebenso. Dass das inzwischen anerkannt und wertgeschätzt wird, ist ein großer Schritt. Dass es irgendwann nur noch um die Musik geht, egal ob von männlichen, weiblichen oder diversen Künstlern geschaffen und präsentiert, wäre die nächste große Etappe.Credits:
Curated by Siggi Loch Mastered by Klaus Scheuermann
Rigmor Gustafsson - Come HomeCD / digital
Rigmor Gustafsson vocals Jonas Östholm piano Martin Höper bass Chris Montgomery drums Manchmal darf man die Dinge nicht überstürzen, selbst wenn alles schon bereitet zu sein scheint: „Gleich nachdem ich 2014 mein letztes Album ,When You Make Me Smile‘ veröffentlicht hatte, wusste ich, was ich als Nächstes tun wollte, denn sehr schnell kam die Inspiration, neue Musik zu schreiben“, erzählt die schwedische Sängerin Rigmor Gustafsson. „Es ist ein mystisches und magisches Gefühl, wenn man Musik in sich hört, von der man weiß, dass man sie niederschreiben muss.“ Doch Rigmor Gustafsson ist niemand der etwas überstürzt, sondern Ideen reifen lässt, um sie in Perfektion zu bringen. Also nahm sie sich Zeit für „Come Home“:
Von Anfang an war für Gustafsson klar, dass sie das Album mit ihrem Begleittrio einspielen wollte, mit dem sie nun schon seit einigen Jahren zusammenarbeitet. Pianist Jonas Östholm, Bassist Martin Höper und Schlagzeuger Chris Montgomery sind „mein Fundament geworden, mit dem ich es einfach liebe, zu singen“, wie sie sagt. Weil die Musik bei Gustafsson meist schneller in die Feder fließt als Texte, war sie umso glücklicher, als Andreas Mattsson, der schon für viele andere schwedische Stars gearbeitet hatte, wegen einer Zusammenarbeit anfragte. Drei Songs erarbeitete man gemeinsam. Schon das elegische, in ungewöhnlichen Blues-Changes schwelgende „I Think Of You“ war sicher keine einfache Aufgabe. Genau wie das finale, sehnsuchtsvolle und berührende Titelstück wurde es ein kleines Meisterwerk.Bei den anderen Eigenkompositionen vertraute Gustafsson auf einen Zirkel alter Freunde, Texterinnen und Texter, mit denen sie schon lange zusammenarbeitet: Lina Nyberg, Tomas Bäcklund, Anders Lundin und das Gespann Caroline Cederlöf und Sofia Petterson. Liebäugelte sie ursprünglich mit der Idee, ausschließlich eigene Stücke auf „Come Home“ zu bannen, wurde nach und nach das Gefühl stärker, auch einige ihrer Lieblingssongs dazu zu nehmen, interessanterweise alle von weiblichen Komponistinnen. „Kate Bush und Joni Mitchell waren immer eine enorme Inspiration für mich“, sagt sie. Und so beginnt das Album mit einer wundervollen, ganz eigenwilligen Interpretation von Mitchells „Big Yellow Taxi“. Gustafssons besondere Fähigkeit, technisch perfekten, weil bestechend präzisen und kraftvollen Gesang vollkommen natürlich und immer nach ihr klingen zu lassen, ist hier ebenso in Vollendung zu bewundern wie bei Kate Bushs extrem fordernden Hit „Wuthering Heights“. Am ungewöhnlichsten ist vielleicht Gustafssons Version von Tanita Tikarams „Twist In My Sobriety“, auf dem als Gast Lisa Långbacka am Akkordeon die berühmte Oboenstimme des Originals übernimmt. So wird hier jeder Hörer Erinnerungen und Gefühle wiederfinden können. Wird von den unwiderstehlichen, mal fröhlichen, mal melancholischen Liedern wie „Winter Doesn’t End“ oder „Enjoy The Day“ in ihren Bann gezogen. Weil Gustafsson eben vier Jahre lang an „Come Home“ gefeilt hat. Und nicht zufrieden war, bis sie etwas Neues erreicht hatte aus dem, was in ihr geschlummert hatte. Bis sie fühlte, „dass ich nach Hause gekommen war.“Credits:
Produced by Rigmor Gustafsson Co-produced by Martin Höper, Jonas Östholm and Chris Montgomery Recorded by Otto Wellton at Kingside Studio, Gnesta, Sweden, February 2018 Edited by Martin Höper Mixed by Pål Svenre at Unit 7, Stockholm, Sweden Mastered by Thomas Eberger at Stockholm Mastering, Sweden
Various Artists - Magic Moments 7 - Sound of SurpriseCD / digitalMagic Moments: 16 Titel, über 50 Mitwirkende, 70 Minuten bestes Jazz-Infotainment durch das aktuelle ACT-Angebot. Kontinuität. Vertrauen und Visionen. Nachhaltigkeit und Zusammenhalt. Talente entdecken und reifen lassen. Den Nachwuchs fördern. Erfolgskomponenten und zentrale Bestandteile der ACT-Philosophie, die unsere Arbeit seit nunmehr 22 Jahren leiten: Wir feiern in diesem Jahr die seit 20 Jahren andauernde erfolgreiche Partnerschaft mit Nils Landgren. Wir gratulieren aufstrebenden Künstlern wie Vincent Peirani und Emile Parisien, die mit dem „Victoire du Jazz“ jeweils zum Künstler des Jahres in Frankreich gewählt wurden. Wir freuen uns über die großartige Entwicklung von Michael Wollny zum deutschen Jazzmusiker der Stunde, der der Young German Jazz-Reihe entstammt und die auch weiterhin Talentschmiede für verheißungsvolle Künstlerpersönlichkeiten, wie aktuell der Sänger Tobias Christl, sein soll. Dass nun auch etablierte Jazzgrößen wie Manu Katché, den wir als Neuzugang herzlich in unserer ACT-Family begrüßen, auf unsere Arbeit aufmerksam werden, ehrt uns. Trotzdem bleiben wir uns treu, vor allem die Stars von morgen zu finden.
Rigmor Gustafsson - When You Make Me SmileCD / digital
Rigmor Gustafsson vocals Jonas Östholm piano Martin Höper bass Jonas Holgersson drums Magnus Lindgren tenor sax, clarinet, flute (on 03, 05 & 11) Patrick Skogh trumpet & flugelhorn (on 03, 05, 09 & 10) Karin Hammar trombone (on 03, 05, 09 & 10) Anders Wiborg bass trombone (on 05, 09 & 10) Jesper Nordenström organ Calle Rasmusson percussion Dalasinfoniettan conducted by Jonas Nydesjö Special Guest: Eagle-Eye Cherry vocals (on 12)
Bezaubernd und bewegendZur Fraktion der grüblerischen, introvertierten Sängerinnen hat Rigmor Gustafsson nie gehört. Auch die Blues-Ecke war nie ihr Ding, selbst wenn sie durchaus mit machtvollen Balladen zu berühren weiß. Dazu müsste sie sich doch sehr verstellen. Und Verstellung ist so ziemlich das Letzte, an das man bei Gustafsson, die auf einem Bauernhof in Värmland im Herzen Schwedens aufgewachsen ist, ihr Handwerk in New York lernte und in ganz Europa zum Star wurde, denkt: Stets trägt Gustafsson ihre Seele auf der Zunge. Mit ihrer Natürlichkeit begeistert sie ihre Zuhörer. Für dieses Publikum gibt sie alles von sich, und es ist bezeichnend, dass im Titel aller ihrer ACT-Alben das Wörtchen „You” vorkommt, so auch auf ihrem neuen, sechsten Werk „When You Make Me Smile”.
Schon immer hat Gustafsson gespürt, dass ihre Persönlichkeit am besten im melodiegetragenen, wohlklingenden Jazzgesang zur Geltung kommt. Gleichzeitig hat sie dafür immer wieder besondere Konstellationen und spannende Kombinationen wie mit dem Pianisten Jacky Terrasson („Close To You“) oder dem radio.string.quartet.vienna („Calling You“) gesucht. Dem opulenten, womöglich Streicher-veredelten Jazz gehörte schon immer ihre besondere Liebe, was auch ihre Interpretation der Filmmelodien von Michel Legrand („On My Way To You“) zeigte.
Mit „When You Make me Smile“ geht sie jetzt richtig in die Vollen: Neben ihrer „working band“ mit den alten vertrauten Jonas Östholm am Piano, Martin Höper am Bass und Jonas Holgersson am Schlagzeug versammelt sie nicht nur eine illustre Schar von Gästen um sich wie den Holzbläser und Flötisten Magnus Lindgren, die Posaunistin Karin Hammar oder den Gitarristen Max Schultz, sondern vor allem auch ein fast 30-köpfiges Orchester. Mit der Dalasinfoniettan, einer der führenden, in vielen Stilen bewanderter Klangkörper Schwedens, erstrahlt die Musik mit sinfonischem Glanz und erhält farbenreiche Ausdruckskraft. Ein lange gehegter Herzenswunsch geht für Gustafsson damit in Erfüllung.
Und so erklingt auf „When You Make Me Smile“ orchestraler Vokal-Jazz, wie man ihn lange nicht gehört hat. Schon der Einstieg mit „Call Me Lonely“ erinnert mit seiner hymnischen Klangfülle an die Ära von groß inszenierten Meistern wie Tony Bennett oder auch Blossom Dearie. Gustafsson und ihre Begleiter kosten alle Möglichkeiten aus, die die große Besetzung bietet: Von Uptempo-Nummern wie „A Different Kind“ und luftigen, an Burt Bacharach gemahnenden Songs wie „If Dreams Are Made of Sand“ über klassischen Swing wie „Blind As A Bat“, leichten Bossa wie den Titeltrack und kernige, Orgel-getränkte Soul-Nummern wie „I Get Along“ bis zu schrägen Neo-Blues wie „Woke Up On Sunday“ und berührend melancholischen Balladen wie „Stay, Stay, Valentines Day“. Auch ein Gesangsduett gehört sozusagen pflichtgemäß zu diesem Programm: Bei „Let It Go“ gibt es ein überraschendes Wiederhören mit Eagle-Eye Cherry, dem in Schweden aufgewachsenen und nach seinen Welterfolgen wie „Desireless“ in den USA wieder dort lebenden Sohn des Trompeters Don Cherry.
Obwohl, ja vielleicht gerade weil Gustafsson ganz offen an die Tradition anknüpft, ist „When You Make Me Smile“ vielleicht ihr persönlichstes Album geworden. Unverkennbar drückt sie allen Stücken ihren Stempel auf: beim Gesang mit ihrem strahlenden Timbre und ihren einmaligen Phrasierungen, wie auch beim gesamten musikalischen Konzept. Denn gemeinsam mit ihrem schwedischen Landsmann Ollie Olson hat Gustafsson nicht nur fast alle Stücke (bis z.B. auf Marvin Hamlischs James-Bond-Standard „Nobody Does It Better“) selbst geschrieben und das Album selbst produziert. Bedeutungsvolle Songs zu interpretieren, ist eine Kunst, sie zu schreiben, eine Gabe, die Gustafsson ebenfalls besitzt.
Und so ist das Ergebnis ein Spiegelbild von Rigmor Gustafsson geworden: bezaubernd und bewegend.Credits:
Music composed by Rigmor Gustafsson and lyrics by Tomas Bäcklund & Ollie Olson unless otherwise noted Recorded by Ollie Olson at X-Level Studios, Stockholm, Sweden, February - April 2013 Assistant Engineer: Willem Bleeker Mixed by Pal Svenre at Unit 7, Stockholm, Sweden Mastered by Robert Hadley at The Mastering Lab, Hollywood, USA Photos by Magnus Selander
Zum 20. Geburtstag von ACT Music präsentiert das Jubilee Album 20 Highlights aus der bewegenden Geschichte des Münchener Labels. Für Kenner, Entdecker, Forscher und Neugierige sowie für alle, die den Spirit of Jazz suchen, ein wahrer Genuss.
Rigmor Gustafsson's Signature Edition präsentiert 24 ausgewählte Titel von ihr – eine musikalische Essenz ihres Schaffens mit Jazz-Größen wie Nils Landgren.
Rigmor Gustafsson und radio.string.quartet.vienna vereinen Jazz, Soul und Klassik in einem einzigartigen Klanguniversum. Magische Phrasierungen und groovende Streicher.