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Vincent Peirani

„Was der aus Nizza stammende Pariser dem Knopfakkordeon und der Akkordina entlockt, hat man so noch nicht gehört. Da spielt eine kommende Größe!“ – Süddeutsche Zeitung

Der französische Akkordeonist, Sänger und Komponist Vincent Peirani wurde in Nizza geboren. Mit elf Jahren beginnt er, zunächst mit klassischer Musik, Akkordeon zu spielen. Schon im Teenageralter gewinnt er zahlreiche internationale Preise. Mit 16 Jahren entdeckt er den Jazz und beginnt wenig später ein Jazzstudium in Paris. Anfangs erntet er mit seinem Instrument, dem Akkordeon, und seiner klassischen Laufbahn Skepsis, überzeugt aber bald durch einen ganz neuen Blick auf das Instrument, macht sich in der Jazzszene Frankreichs einen Namen und spielt schnell mit der Créme des französischen Jazz wie Michel Portal, Daniel Humair, Renaud Garcia Fons, Louis Sclavis oder Vincent Courtois. Parallel verfolgt er zahlreiche eigene Projekte und schöpft dabei aus den unterschiedlichsten Genres – von Jazz, Chanson und Weltmusik über Klassik bis hin zu Heavy Rock.

Seit 2011 spielt Peirani regelmäßig im Quartett der koreanischen Sängerin Youn Sun Nah, der in Frankreich erfolgreichsten Jazzkünstlerin der letzten Jahre. 

Auf diesem Weg lernt er auch den schwedischen Gitarristen Ulf Wakenius und schließlich ACT Labelchef Siggi Loch kennen. 

Peirani wirkt auf dem im Februar 2012 veröffentlichten Album "Vagabond" von Ulf Wakenius mit und sorgt auch live allerorts für Staunen und Begeisterung. 

Mit "Thrill Box" erscheint im Mai 2013 Vincent Peiranis erstes Album als Leader – prominent besetzt mit Pianist Michael Wollny, Bassist Michel Benita und den Saxofonisten Michel Portal und Émile Parisien. Das Album spiegelt den ganzen Facettenreichtum Peiranis musikalischer Einflüsse wieder und zeigt Peirani so eindrucksvoll wie nie zuvor als intelligenten, raffinierten Komponisten und so virtuosen, wie tiefmusikalischen Instrumentalisten und Geschichtenerzähler.

Veröffentlichungen

Neu
Living Being IV
Vincent Peirani - Living Being IVCD / Vinyl / Limited red transparent Vinyl / digital Vincent Peirani accordion, accordina Emile Parisien soprano saxophone  Julien Herne bass Tony Paeleman piano, keyboards, Fender Rhodes Yoann Serra drums Mit Living Being IV: Time Reflections präsentiert der französische Akkordeon-Star Vincent Peirani die Fortsetzung seines – neben dem Duo mit Saxofonist Émile Parisien – langjährigsten Projekts. Gemeinsam mit Émile Parisien, Tony Paeleman (Keyboards), Julien Herné (E-Bass) und Yoann Serra (Schlagzeug) entfaltet Peirani ein musikalisches Panorama, das weit über die Grenzen des Jazz hinausreicht. Die Corona-Pandemie zwang die Band Living Being zu einer Pause und raubte ihr die Chance auf ein bereits geplantes drittes Album. Heute, einen großen Schritt weiter, überspringt die Band diesen Plan: Auf Album Nummer zwei folgt deshalb Nummer vier. Sinnbildlich für Peiranis Haltung: immer vorwärts – „geht nicht“ gibt’s nicht. Das gilt auch für seine Beziehung zum Instrument, dem Akkordeon, auf dem Peirani so ziemlich alles erzeugt, nur keine typische „Akkordeon-Musik“.Die Ursprünge von Living Being reichen zurück bis ins Jahr 2011: Fünf Freunde, deren Wege sich – unabhängig voneinander – von Südfrankreich nach Paris kreuzten, verbunden durch eine intuitive musikalische Nähe und ein gemeinsames Ziel: klangliche Freiheit und kollektive Kreativität. Heute bildet dieses Quintett eine eingeschworene Einheit, die auf der Bühne wie im Studio mit beeindruckender Selbstverständlichkeit agiert. Peiranis Ansatz als Leader bleibt dabei unverkennbar: kammermusikalisches Denken – wenige Stimmen, aber jede mit einzigartiger Rolle – und der Fokus auf das Zusammenspiel, nicht den Solisten.Bereits der Auftakt des Albums zeigt mit „Le Cabinet des Énigmes“ Vincent Peiranis Gespür für melodische Klarheit und raffinierte Klangschichtung – ein kindlich anmutendes Thema, kunstvoll überlagert, voller Bewegung und feiner Details. In „Better Days“, entstanden während des Corona-Lockdowns, entwickelt sich eine fragile Walzer-Melodie aus der Dunkelheit – ein Hoffnungsschimmer in der Isolation. Mit den ausladenden Kompositionen „Clessidra“, „Inner Pulse“ und der „Bremain Suite“ lotet das Ensemble erzählerische Tiefe aus. Die Länge ergibt sich organisch aus der Struktur – getragen vom gewachsenen Vertrauen der Musiker. Trotz unterschiedlicher Klangfarben erzählen sie dieselbe Geschichte. Im Zentrum des Albums steht die dreiteilige Suite „Time Reflections“ – ein vielschichtig verschachteltes Werk, das Peiranis architektonisches Denken widerspiegelt. Jedes Detail ist bewusst gesetzt, nichts dem Zufall überlassen. Mit „Phantom Resonanz“ gelingt eine überraschende Verbindung: Renaissance-Polyphonie trifft auf zeitgenössische Improvisation – das Akkordeon als Brücke zwischen den Jahrhunderten. In „L.L.“, einer Hommage an Lionel Loueke, und der „Bremain Suite“, die Songs von Queen, Portishead und den Beatles vereint, spielt Peirani mit Tempi und Formen – mutig, stilübergreifend, hochmusikalisch.Living Being ist mehr als ein Bandname – es ist eine Haltung. Fünf eigenständige Persönlichkeiten verschmelzen zu einem lebendigen Organismus, der atmet, kommuniziert und inspiriert. Mit Time Reflections setzen Vincent Peirani und sein Ensemble ein weiteres Ausrufezeichen in der europäischen Musiklandschaft – ein Album voller Tiefe, Vision und musikalischer Poesie.Credits: All tracks composed by Vincent Peirani except #8 – medley from UnderPressure, Glory Box & I Want YouUnder Pressure composed by Freddie Mercury, David BowieGlory Box composed by Isaac Lee Hayes, Geoff Barrow, Adrian Utley,Beth GibbonsI Want You composed by John Lennon, Paul McCartneyL.L is dedicated to Lionel LouekePhantom Resonanz is dedicated to Céline FoucautRecorded by Boris Darley at Studio des Bruères, FranceProduced by Amélie Salembier & Vincent Peirani / Yes les Guy’zzMixed by Nic HardMastered by Dave McNairArtwork by Jérôme WitzBand photo by Elisa RamirezCover photo by Frank SiemersWith the support of SCPP, CNM    

Ab 18,00 €*
Jokers (Live at Bimhuis)
Vincent Peirani - Jokers (Live at Bimhuis)CD / digitalVincent Peirani accordion, accordinaFrederico Casagrande guitarZiv Ravitz drumsVincent Peirani, eine Schlüsselfigur des zeitgenössischen Jazz, schlüpft in die Rolle des Jokers. In Anlehnung an den Hofnarren - einen Archetyp seit dem Mittelalter - formt Peirani zusammen mit Ziv Ravitz am Schlagzeug und Federico Casagrande an der Gitarre ein Trio schelmischer Charaktere. Gemeinsam sind sie bereit, sich in jede musikalische Herausforderung zu stürzen. Das außergewöhnliche Trio verbindet mit verblüffender Leichtigkeit Jazz, Rock und Improvisation und jeder der drei Musiker wechselt fließend die Rolle vom Ensemblespieler zum umwerfenden Solisten. "Live at Bimhuis" ist mehr als nur ein Album; es ist ein Eintauchen in Peiranis Welt der Verspieltheit und des Draufgängertums. Jedes Stück ist ein Abenteuer, ein Spiel der Perspektiven, in dem sich das Akkordeon, das sonst oft die Rolle eines Begleitinstruments einnimmt, als vielschichtige Sound-Wunderkiste erweist. Peiranis Musik ist sowohl fröhlich als auch schelmisch, er mag der Figur Jokers ein verschmitztes Lächeln schenken, aber er liefert auch musikalische Reflexionen von echter Tiefe. Aufgenommen in der Intimität und Lebendigkeit des kultigen Amsterdamer Bimhuis, fängt das Album die Essenz großer improvisierter Musik ein. Jede Note die erklingt ist ein Anlass zum Feiern der grenzenlosen Kreativität Freiheit dieses außergewöhnlichen Trios.Credits:Produced by Amélie Salembier & Vincent Peirani/ Yes les Guy´zzRecorded live at Bimhuis, Amsterdam, on October 13th 2023Cover Art by Alice ThibaultDesign by Siggi Loch

18,00 €*
Les Égarés
Emile Parisien - Les ÉgarésCD / Vinyl / digital Ballaké Sissoko kora Vincent Segal cello Emile Parisien soprano saxophone Vincent Peirani accordion, accordina „Les Égarés“ ist mehr als ein Musikalbum. Es ist ein Spielplatz und Ort der musikalischen Zusammenkunft, besiedelt von zwei außergewöhnlichen Paaren, die für Genre-Experimente und deren Überschreitungen stehen: Der führende afrikanische Kora-Spieler Ballaké Sissoko und der Cellist Vincent Segal auf der einen, „das französische Spitzen-Duo (3sat), der Akkordeonist Vincent Peirani und der Sopransaxofonist Emile Parisien auf der anderen Seite. Gemeinsam macht zwei plus zwei nicht vier, sondern eins. Denn dieses ungewöhnliche Quartett bildet eine Einheit des Geistes, aus der ein einziger, fließender Klang entspringt. Ihr Zusammenspiel verachtet jede Form von egoistischem Konkurrenzdenken. Alle Teilnehmer stellen sich in den Dienst eines gemeinsamen musikalischen Werts. Weder Jazz noch traditionelle Volksmusik, weder Kammermusik noch Avantgarde für sich ist das, vielmehr von allem etwas und alles auf einmal. Damit ist „Les Égarés“ die Art von Album, die das Ohr zum wichtigsten Instrument macht, ein Album, in der sich Virtuosität in einer besonderen Kunst der Komplizenschaft ausdrückt und wo aus der simplen aber anspruchsvollen Idee des gegenseitigen Zuhörens ein hinreißendes vierstimmiges Lied entspringt. Alles begann mit einem Gipfeltreffen, hoch oben auf einem Hügel mit Blick über Lyon. Im Juni 2019, beim „Les Nuits de Fourvière“ Festival, kamen Sissoko, Segal, Peirani und Parisien erstmals zusammen. Sie schlossen einen Pakt: Nie sollten Planungen und Proben den Vorrang vor dem spontanen Schöpfungsmoment bekommen. Um des Vergnügens willen begannen sie zu jammen. Die Musik floss wie eine Quelle, frisch und klar. „Diejenigen, die sich verirrt haben“ („Les Égarés“), hatten zusammengefunden und formten von nun an ein Quartett. Drei Jahre im Aufnahmestudio war es denn auch genauso wie beim ersten Mal: ein spontaner Austausch von Impulsen, Ideen und Know-how: Vier inspirierte Künstler beseelt von dem Wunsch, sich in der Musik zu unterhalten. Von den ersten Tönen an war alles in Bewegung, vibrierend. Keine Überraschung: Niemand unter diesen vier Freigeistern mag es, gefangen zu sein, sei es in einer bestimmten Rolle, einem bestimmten Stil oder einem Klang, auf den ihr Instrument so leicht festgelegt werden könnte. Jeder Musiker brachte Stück-Ideen mit ins Studio, die in einer akustischen Live-Umgebung zum Leben erweckt wurden: Man nehme zum Beispiel Sissokos „Ta Nyé“ und „Banja“ aus dem Kanon der westafrikanischen Mandika, die wie Start- und Ziellinien den von Les Égarés eingeschlagenen Weg markieren: Zwei Kora-Melodien, die wie von Echos der anderen Instrumente umhüllt und subtil weitergetragen werden. Ein Hauch von Armenien kleidet die ersten Takte von „Izao“ ein, einem Stück, das über die Türkei in Richtung Transsilvanien gleitet, untermauert von einem pulsierenden Bass. „Amenhotep“ setzt eine langsame, aber bestimmt aufsteigende Spirale in Gang, eine Coltrane-artige Trance, die den ineinanderfließenden Atem von Akkordeon und Saxophon in die Höhe treibt. „Dou“ weckt Erinnerungen an einen uralten Blues, die Anmutung eines Wiegenlieds entsteht. Das Titelstück „La Chanson des Égarés" entspringt diesen unwiderstehlichen melodischen Kadenzen, die, wie es Vincent Segal ausdrückt, „einem im Kopf herumschwirren, wenn man geht, ohne zu wissen wohin, sich treiben lässt und sich dem Vergnügen des Verlorenseins hingibt“ - ein Vergnügen, das für sich genommen die Philosophie dieses Albums zusammenfasst. Themen, die aus fremden Quellen entliehen sind, werden auf ähnliche Weise transzendiert: „Esperanza", ein Klassiker des Akkordeonisten Marc Perrone, klingt wie eine Cumbia, gleichzeitig wach und sanft. Ihre akustische Coverversion des „Orient Express“ von joe Zawinul büßt nichts von der Eindringlichkeit und dem ansteckenden Groove des Originals ein, dient vielmehr aber als Sprungbrett für solistische Exkursionen von schwebender Leichtigkeit.Ohne jede Effekthascherei vollbringen die vier Verschworenen eine ganze Reihe von versteckten Heldentaten. „Les Égarés“ ist eine Aufnahme, die es schafft, sich lustvoll zu verlieren und nicht mehr unterscheiden zu können, wer was tut in der intimen Verflechtung der einzelnen Stimmen; eine Aufnahme des achtsamen Miteinanders und genussvollen Davondriftens. Mit feiner Intelligenz und kühner Eleganz: „Ich habe noch nie ein Album in so einer Atmosphäre aufgenommen", sagt Vincent Peirani. „Keiner von uns hat etwas ‚vorgeführt‘, sodass die Musik viel kommuniziert, ohne dass man sie je „erzählen“ muss. Keiner von uns besaß die Wahrheit vorher: Wir haben sie nur gemeinsam gefunden.“ Les Egares – vier Musiker, zwei Paare, eine Einheit, verloren in der Schönheit des gemeinsamen Musizierens. Credits: Produced by Ballaké Sissoko, Vincent Segal, Emile Parisien and Vincent Peirani

Ab 18,00 €*
Tipp
3 Generations
Nils Landgren - 3 GenerationsCD / Vinyl / digital Nils Landgren with Joachim Kühn, Michael Wollny, Iiro Rantala, Lars Danielsson, Cæcilie Norby, Viktoria Tolstoy, Wolfgang Haffner, Ulf Wakenius, Jan Lundgren, Ida Sand, Youn Sun Nah, Vincent Peirani, Emile Parisien, David Helbock, Marius Neset, Nesrine, Julian & Roman Wasserfuhr, Anna Gréta, Johanna Summer, Jakob Manz, and many more We are Family – 30 Jahre ACT Der Schwede Nils Landgren war und ist das Rückgrat der ACT Familie. Vierzig Alben als Leader und weitere zwanzig als Produzent und Solist sind bisher auf dem Label erschienen. Michael Wollny, der mit Landgren durch viele gemeinsame Projekte verbunden ist, bringt dessen Künstlerpersönlichkeit und eines der entscheidenden Geheimnisse seines Erfolgs auf den Punkt: „Mit Nils wird alles leicht.“ Diese ansteckende Leichtigkeit, welche sich durch das ganze Tun von Mr. Red Horn zieht, ist umso bemerkenswerter, wenn man resümiert, wie viele Rollen er ausübt: Posaunist, Sänger, Bandleader, Produzent, Festival-Leiter, Talent Scout, Professor, Kurator und Mentor. All diese Rollen und damit verbundenen Qualitäten kommen auf „3 Generations“ parallel zum Tragen: Zusammen mit ACT-Gründer und Produzent Siggi Loch bringt Landgren, anlässlich des 30-jährigen Label-Jubiläums, drei Generationen von ACT-Künstler*innen in verschiedenen Besetzungen zusammen. Die Freundschaft und Zusammenarbeit von Landgren und Loch währt fast schon so lange wie das Bestehen von ACT. Im Jahr 1994, nur zwei Jahre nach Gründung, begegneten sich die beiden erstmals auf dem Jazz Baltica Festival. Kurz darauf wurde Landgren exklusiver ACT-Künstler. Über sein Netzwerk kamen in der Folge Künstler*innen wie Esbjörn Svensson, Viktoria Tolstoy, Rigmor Gustafsson, Ida Sand, Wolfgang Haffner und viele mehr zum Label. Die Rolle als Vertrauter und Integrationsfigur für ACT hat Landgren bis heute inne. Das finden und fördern junger Talente war und ist eine Kernkompetenz von ACT. Das galt für Nils Landgren, oder später auch für Michael Wollny, der 2005 zum Label kam und heute zu den wichtigsten Pianisten Europas zählt. Mit Künstler*innen wie Johanna Summer und Jakob Manz, beide noch nicht geboren als ACT gegründet wurde, blickt das Label in die Zukunft, mit einer neuen Generation von Musikern, die der Jazzwelt neue Impulse geben. Die britische Times schrieb: „Seit 1992 hat ACT eine eigene ‘Europäische Union‘ der Musik formiert, die die Freizügigkeit zwischen Nationalitäten und Genres fördert und so einen authentischen Eindruck davon vermittelt, was diesen Kontinent ausmacht.“ An die vierzig Künstler und Künstlerinnen aus dem Kreis der ACT Family untermauern auf „3 Generations“ diese Aussage und machen das Jubiläumsalbum zu einer Feier der Bandbreite, Offenheit und integrativen Kraft des Jazz. Im Mittelpunkt stehen Aufnahmen einer mehrtägigen Studio-Session im Sommer 2022, wie sie wohl nur Nils Landgren und Siggi Loch auf die Beine stellen können. Ein musikalischer Streifzug quer durch Europa, mit Einflüssen aus Jazz, populären Songs, Folk, klassischen Elementen, zeitgenössischer Musik und vielem mehr. Drei Musikergenerationen dokumentieren auf dreißig Stücken dreißig Jahre ACT mit Nils Landgren als Spiritus Rector. Nicht nur eine Retrospektive, sondern vor allem ein Blick in das Heute und Morgen des Entdecker-Labels “in the Spirit of Jazz”.Credits: Recorded by Thomas Schöttl at Jazzanova Studio, Berlin on June 7 - 9, 2022, assisted by José Victor Torell – except as otherwise indicated Mixed and mastered by Klaus Scheuermann Produced by Siggi Loch and Nils Landgren The Art in Music: Cover Art by Yinka Shonibare CBE: Detail from Creatures of the Mappa Mundi, Mandragora, 2018

Ab 22,00 €*
Magic Moments 15: In the Spirit of Jazz
Various Artists - Magic Moments 15: In the Spirit of JazzCD / digitalBestes Jazzinfotainment zum 30 jährigen Jubiläum von ACT: 16 Tracks, 65 Minuten Musik in the Spirit of Jazz, u.a. mit Nils Landgren, Emile Parisien & Theo Croker, Iiro Rantala, Vincent Peirani Trio, Michael Wollny Trio, Joel Lyssarides, Jakob Manz & Johanna Summer, uvm.Credits: Compilation by Siggi Loch Mastered by Klaus Scheuermann

5,90 €*
Jokers
Vincent Peirani - JokersCD / Vinyl / digital Vincent Peirani accordion, accordina, clarinet, keyboards, music box, glockenspiel & voice Federico Casagrande guitar Ziv Ravitz drums Joker: Einmal mehr mischt Akkordeonist Vincent Peirani die Karten neu. Typisch für ihn, denn eines hat der Franzose im Laufe seiner Karriere immer wieder bewiesen: In seiner grenzenlosen musikalischen Welt ist der nächste Schritt genau der, den man am wenigsten von ihm erwartet. Die Initialzündung für sein neues Projekt „Jokers“ war eine Carte Blanche des NDR, um auf zwei Konzerten etwas ganz Neues auszuprobieren. Peirani entschied sich für das Trio, ein im Jazz nahezu heiliges Format mit langer Geschichte. Aber wie es für Peirani typisch ist, dient dieser Rahmen nur dazu, mit seinen Konventionen gleich wieder zu brechen. Seine Mitstreiter, der Italiener Federico Casagrande an der Gitarre und Israeli Ziv Ravitz am Schlagzeug, erweisen sich dafür als ideale Partner. Beide verfügen, wie Peirani, neben ihrem starken Jazz-Background, über einen weiten musikalischen Horizont und ein besonderes Faible für Rock und elektronische Musik. Diese Einflüsse, und speziell der Zuspruch von Ziv Ravitz waren es auch, die Peirani dazu brachten, den Sound seines Instruments erstmals um elektronische Effekte zu erweitern. Auf zahlreichen Konzerten erforschte und verfeinerte die Gruppe ihre klanglichen Möglichkeiten und entwickelte schnell ein ziemlich unwiderstehliches Zusammenspiel und einen ebensolchen Sound. Als es jedoch an der Zeit war, über ein Album nachzudenken, beschloss Peirani, die Karten einmal mehr komplett neu zu mischen und entschied: „Wir nehmen dieselben Musiker, fangen aber noch einmal ganz von vorne an, mit einem Repertoire und einem Sound, der sich von den Live-Auftritten völlig unterscheidet.“ Die lange Zeit der Pandemie, gab ihm, der sonst an die 200 Konzerte pro Jahr auf der ganzen Welt spielt, Zeit für die Neuerfindung von „Jokers“. Er experimentierte viel mit den Möglichkeiten elektronischer Klänge und tauchte tief in die Rolle des Produzenten ein. Das im Trio aufgenommene Material gestaltete er im Produktionsprozess des Albums immer wieder um, feilte an Details und Stimmungen und gab den Stücken ein neues Gesicht, von dem Casagrande und Ravitz oft keinen Schimmer hatten - doch sie vertrauten ihrem „Regisseur“. „Jokers“ beginnt mit „This is the New Shit“, ein Remake eines Stücks der amerikanischen Metal-Band Marilyn Manson. Man erwartet eine Ansage, einen Ausbruch roher Energie. Doch so ist das mit den Erwartungen… Peirani lässt eine Spieluhr-Melodie erklingen, zeichnet das Bild eines Kindes, welches sich eine geheimnisvolle Fantasiewelt erträumt und uns dabei an der Hand nimmt. Das Stück ist eine Art Vorspann, nach dem sich der Rest des Albums wie ein Film entfaltet: Mit Spannung, Poesie, Rhythmus, (übernatürlichen) Schauplätzen, Fantasie, virtuosen Ausbrüchen und intimen Momenten. Und in einem Ton, der an einen Film Noir gemahnt – bis das Trio die Leinwand in Flammen aufgehen lässt. Es ist wundersame Musik, die mit ihren unvorhersehbaren Wendungen und Windungen die Sinne gleichermaßen verwirrt und verzaubert. „Circus of Light“ imaginiert ein Polarlicht auf den Gewässern des Mittelmeers und schickt Nino Rota in die Milchstraße. In „River“, das einen Pop-Hit von Bishop Briggs aufgreift, hallen die Lieder der „Chain Gangs“ des amerikanischen Südens wider. „Copy of A“, ursprünglich von Nine Inch Nails, einer von Peiranis Lieblingsbands, beschwört den grotesken Vibe einer außerirdischen Karnevalsparade. Bis hin zum Abspann, mit „Ninna Nanna“, einem nachdenklichen Spaziergang durch Italien, lässt „Jokers“ immer neue Bilder und Räume entstehen und Peiranis Akkordeon wird zu einer Kameralinse in der sich die Motive, die es erfasst, Kaleidoskop-haft brechen.  Bei allen Einflüssen aus anderen Genres und der starken Produktions-Komponente, ist „Jokers“ am Ende doch klar ein Jazzalbum geworden. Im Kern steht die Interaktion. Die drei Musiker hören einander intensiv zu, kommunizieren und erwecken so das musikalische Ausgangsmaterial zum Leben. Und sie wandeln auf verschlungenen Pfaden, die erst im Moment des Zusammenspiels entstehen und sich immer wieder neu verzweigen. Dies könnte auch eine Metapher auf Vincent Peirani und seine Musik sein: Man weiß nie, wohin er als nächstes geht, aber man freut sich immer, ihn dabei zu begleiten. Credits: Recorded by Etienne Clauzel at Studio Black Box, Noyant-la-Gravoyère (France), October 2021 Mixed by Tony Paeleman & Vincent Peirani at Swome, Ivry sur Seine Mastered by Chab at Chabmastering Paris Produced by Vincent Peirani Cover art “The Universe” by Sengai Gibon (1750-1837)

Ab 18,00 €*
Fahrt ins Blaue III - dreamin in the spirit of jazz
Various Artists - Fahrt ins Blaue III - dreamin in the spirit of jazzCD / digital Esbjörn Svensson E.S.T. Symphony Youn Sun Nah, Ulf Wakenius & Lars Danielsson Wolfgang Haffner Quartet feat. Dusko Goykovich Nils Landgren Quartet Paolo Fresu, Richard Galliano &Jan Lundgren Julian & Roman Wasserfuhr, Tim Lefebvre & Nate Wood Viktoria Tolstoy Cæcilie Norby & Lars Danielsson Matthieu Saglio &Vincent Peirani Ulf Wakenius Norah Jones, Joel Harrison & David Binney Jan Lundgren Quartet Michael Wollny & Vincent Peirani Natalia Mateo Jens Thomas & Christof Lauer Tagträume und Gutenachtgeschichten in the Spirit of Jazz „There's a place for us, somewhere a place for us. Peace and quiet and open air wait for us. Somewhere…“, Worte aus Leonard Bernsteins West Side Story-Klassiker dienen der „Fahrt ins Blaue III - dreamin’ in the spirit of jazz“ als Leitmo-tiv: Erhebende Musik als Zufluchtsort für Geist und Seele, Alltagsintermezzo und Kraftquelle. Abschalten heißt ein-schalten: Ruhig, intim, manchmal fast meditativ fließen die 16 Stücke der Zusammenstellung dahin und lassen den Hörer in ganz unterschiedliche musikalische Traumwelten ent-schwinden… Die Zeit scheint still zu stehen, wenn Esbjörn Svenssons erste Klaviernoten erklingen. „Ajar“ und das anschließende „e.s.t. Prelude“ bereiten den Nährboden für den sich über 67 Minuten eröffnenden Klangkosmos. Behutsam erwächst daraus Youn Sun Nahs bittersüßes „Lento“, das auf der Musik des russischen Komponisten Alexander Skrjabin basiert. Nahtlos gefolgt vom melancholischen Jazz-Standard „Autumn Leaves“ in der Interpretation von Wolfgang Haffners „Kind of Cool“-Ensemble. Dann gibt sich Sänger und Posaunist Nils Landgren die Ehre mit dem sanft vorgetragenem und schwerelos im Raum zirkulierenden „Somewhere“. Voller Poesie und Originalität zeigen sich auch Paolo Fresu, Richard Galliano und Jan Lundgren im Mare Nostrum-Trio. Der schwedische Pianist Lundgren steuert mit seinem eigenen Quartett und „No. 9“ eine weitere ohrwurmverdächtige Ballade bei, die den finnischen Saxofonisten Jukka Perko featured. Auf der „Fahrt ins Blaue III“ treffen sich Michael Wollny und Vincent Peirani zum deutsch-französischen Rendezvous. Bei „The Kiss“ bilden die zwei Feingeister ein musikalisches Tan-dem par excellence. Mit dem Cellisten Matthieu Saglio geht Akkordeonist Peirani eine weitere Liaison ein: Auf „Bolero triste“ wird mediterrane Folklore in die Freiheit des Jazz entlassen. Mit ihrer entspannt groovenden Jazz-Ballade „Carlo“ versetzen uns die Gebrüder Wasserfuhr gedanklich an die Brooklyn Bridge New Yorks mit schweifendem Blick auf die schimmernde Skyline von Manhattan in der Abenddämmerung. Ruhe und Inspiration: Ein Mann und seiner Gitarre, Ulf Wakenius spielt Keith Jarretts „My Song“ und das Duo Caecilie Norby und Lars Danielsson präsentiert eine intime, ganz auf den Kern des Songs reduzierte Version von Leonard Cohens Hallelujah. Zwei andere Sängerinnen entführen uns in die Welt des Kinos: In ihrer polnischen Muttersprache interpre-tiert Natalia Mateo das aus Roman Polańskis gleichnamigen Film weltbekannte Wiegenlied „Rosemary’s Baby“. Und Vik-toria Tolstoy bedient sich mit ihrer Version von „Why Should I Care“ einer Songperle aus dem Clint Eastwood Film „True Crime“ . Auch die unnachahmliche Norah Jones ist zu hören, an der Seite von Gitarrist Joel Harrison und Saxofonist David Binney. Den Country-Song-Klassiker „Tennessee Waltz“ nahm sie als Gast für ACT auf, der auf dem Album „Free Country“ zeit-gleich zu ihrem Welterfolg „Come Away With Me“ erschien. Mit melodischem Sentiment entlassen Jens Thomas und Christof Lauer an Klavier und Saxofon den Hörer schließlich wieder in die Stille. Der Epilog zeigt wie unter einem Brenn-glas die ästhetische Ausrichtung der „Fahrt ins Blaue III“: Traumhafte Musik von beeindruckender Intensität und Dichte.Credits:Mastered by Klaus Scheuermann

12,90 €*
Magic Moments 13
Various Artists - Magic Moments 13CD / digitalBestes Jazzinfotainment: 16 Tracks, 75 Minuten Musik in the Spirit of Jazz, u.a. mit Nils Landgren & Jan Lundgren, Wolfgang Haffner,Ulf Wakenius, Solveig Slettahjell, Grégoire Maret, Vincent Peirani & Emile Parisien, Kadri Voorand, Viktoria Tolstoy, Jazzrausch Bigband.Credits: Compilation by Siggi Loch Mastered by Klaus Scheuermann

4,90 €*
Abrazo
Vincent Peirani - AbrazoCD / Vinyl / digital Vincent Peirani accordion Emile Parisien soprano saxophone Abrazo. Umarmung. Mal Engtanz, mal Nahkampf. Gibt es ein besseres Bild für das Duo von Akkordeonist Vincent Peirani und Sopransaxofonist Emile Parisien? „Es ist wie eine Ehe.“ sagt Peirani. „Am Anfang ist alles großartig, wunderbar, ein Paradies. Doch dann gibt es auch immer wieder Krisen, das ist ganz normal. Und jetzt gerade haben wir einfach eine riesen Lust, zusammen zu spielen.“ Es dürfte nur wenige Musiker geben, die einander so gut kennen, wie Peirani und Parisien. Mehr als 1000 Konzerte haben die Beiden in den letzten knapp zehn Jahren zusammen gespielt, über 600 davon im Duo. Kennengelernt haben sie einander 2012 im Quartett des Schlagzeugers Daniel Humair. Auf einer Koreatour spielten sie dann, recht spontan, ein erstes nächtliches Clubkonzert im Duo. Laut Peirani eine „catastrophe! total disastre!“. Doch schon kurz danach, ohne Jetlag und gut vorbereitet, machte es auf einem französischen Festival Klick und eine der wohl außergewöhnlichsten Formatio-nen des europäischen Jazz war geboren. Im Jahr 2014 erschien das erste gemeinsame Duoalbum „Belle Epoque“ auf ACT. Schnell ging es von da an über die wichtigsten Clubs und Festivals in Frankreich und Deutschland auf Tour in die ganze Welt - nach Asien, Lateinamerika, die USA, Kanada und ganz Europa. Und in weltbekannte klassische Häuser wie die Philharmonien in Berlin, Hamburg, Essen oder Wien. Auch internationale Preise wie der Echo Jazz, Les Victoires du Jazz, der Preis der deutschen Schallplattenkritik und zahlreiche Kritikerauszeichnungen führender Jazzmagazine ließen nicht lange auf sich warten. „Belle Epoque“, das Debüt-Album des Duos, war eine Hommage an dem Sopransaxofonisten Sidney Bechet, einen der großen Stars des frühen Jazz der 1920er Jahre und Meister der Melodie. Fast sechs Jahre haben sich Peirani und Parisien Zeit genommen für den Nachfolger. Und auch „Abrazo“ ist eine Verneigung, allerdings nicht vor einer Person, sondern einer Kunstform: Dem Tango, seiner Eleganz, Melancholie und rhythmischen und melodischen Kraft. Und wie schon bei ihrem Duo-Debüt, spielen Peirani und Parisien nicht das Material der Vorlagen, sie spielen vielmehr MIT ihm. Stücke aus der Feder von Meistern südamerikanischer Prägung wie Astor Piazzolla, Tomás Gubitsch oder Xavier Cugat bilden dabei nur einen Teil des Repertoires. Parisiens und Peiranis Eigenkompositionen bewegen sich im Geiste des Tango, ebenso wie das Arrangement von „Army Dreamers“ aus der Feder der von Peirani tief verehrten Kate Bush. Eine erstaunliche Brücke zum Vorgängeralbum schlägt der Eröffnungs-Titel „The Crave“ des US-amerikanischen Pianisten und Bandleaders Jelly Roll Morton – einem der einflussreichsten Jazzmusiker des frü-hen 20sten Jahrhunderts. Es scheint, als sei „Abrazo“, nach „Belle Epoque“, der zweite Teil einer Suite und tatsächlich greifen die beiden Alben, nacheinander gehört, verblüffend ineinander. Was all diese unterschiedlichen Elemente verbindet, ist die überdeutlich hörbare, tiefe Seelenverwandtschaft von Peirani und Parisien, die daraus resultierende Sensibilität im Zusammenspiel und ihre Ausnahmestellung als zwei der aktuell wichtigsten Innovatoren ihrer Instrumente. Irgendwas klickt hier auf ganz und gar magische Art. Und es scheint, als könnten die Zutaten für dieses traumwandlerische Zusammenspiel wirklich überall her kommen: Ganz gleich ob traditioneller oder moderner Jazz, freie Avantgarde, Klassik, Folklore, Rock, elektronische, Neue oder Alte Musik – der Hunger auf Neues, die Lust am Abenteuer scheint unersättlich. Es sind diese grenzenlose Neugier und der Drang, gemeinsam zu wachsen und immer neue Stufen zu erklimmen, die das Duo Peirani & Parisien zusammenschweißen und so einzigartig machen.Credits: Recorded by Boris Darley at Studio Besco, December 19 – 22, 2019 Assisted by Léo Aubry & Loïc Colin Mixed by Boris Darley, Vincent Peirani and Emile Parisien at Studio Holy Oak Mastered by Klaus Scheuermann Produced by the artists The Art in Music: Cover Art by Thomas Scheibitz, Spieler (detail), 2019, ACT Art Collection

Ab 17,50 €*
Kind of Tango
Wolfgang Haffner - Kind of TangoCD / Vinyl / digital Wolfgang Haffner / drums Lars Danielsson bass & cello Christopher Dell vibraphone Simon Oslender piano Vincent Peirani accordion Ulf Wakenius guitar Alma Naidu vocals Sebastian Studnitzky trumpet Bill Evans saxophone (07 & 09) Lars Nilsson flugelhorn (03) „Kind of Tango ist KEIN Tangoalbum.“ betont Schlagzeuger und Komponist Wolfgang Haffner. „Es geht mir nicht um das ‚Eins zu Eins‘, nicht um das Nachspielen, sondern um eine Übersetzung des Tango-Lebensgefühls in meine musikalische Welt. Während ich Einflüsse aufnehme, verarbeite und weiterschreibe, folge ich meinem eigenen Weg, der mir erlaubt, ich selbst zu sein. Entscheidend ist die Transposition: aus der Bezugnahme entsteht etwas Neues, Zeitgemäßes.“ Auch der jüngste Spross der „Kind of…“ Trilogie ist vor allem eins: 100% Haffner. Nach den Cool-Jazz-Abenteuern auf „Kind of Cool“ und der musikalischen Spurensuche in Haffners temporärer Wahlheimat Spanien auf „Kind of Spain“ geht es nun auf eine Exkursion nach Buenos Aires. Haffner erinnert sich: „Als mir Siggi Loch den Tango als dritte Inspirationsquelle vorschlug, war ich sofort überzeugt. Er ist stark vom Rhythmus geprägt, speist sich aus prägnanten Melodien, die man entwickeln kann und birgt so viele Emotionen in sich. Mich beschäftigt diese Musik schon ziemlich lange. Ein besonders prägendes Erlebnis war ein Konzert, das ich im Jahr 2004 zusammen mit den German Allstars im weltberühmten „Teatro Colon“ in Buenos Aires gab. Nach uns trat das Ensemble von Astor Piazzolla auf und am Ende des Abends spielten beide Besetzungen zusammen.“ Spätestens seitdem war Haffners Interesse am Tango in all seinen Schattierungen, von der klassischen Form bis zu seinen aktuellen, elektronisch angereicherten Formen geweckt. Für das Album hat sich Haffner neben den bewährten Mitstreitern Christopher Dell und Lars Danielsson zwei Gäste an Bord geholt, die ebenfalls mit den gängigen Tango-Klischees brechen: Der Gitarrist Ulf Wakenius wurde vor allem in der Band von Oscar Peterson geschult und lässt in seinem Spiel immer wieder seine schwedische Heimat anklingen. Vincent Peirani ist einer der führenden Modernisierer des Akkordeons und überführt das doch im Tango tragende Instrument in einen neuen Kontext. Erstmals ist auch der junge Simon Oslender am Klavier dabei. Neben den Eigenkompositionen Haffners und seiner Bandmitglieder stehen Stücke des berühmten argentinischen Bandoneon-Spielers und Komponisten Astor Piazzolla im Zentrum des Albums. Ein Erneuer des Tangos, der diesen ab Mitte der 1950er Jahre in die Welt des Jazz transportiert hat. Für Haffner ein „perfect match“, denn Tango ist heute mehr denn je keine festgezurrte Stilistik mehr, sondern vor allem auch eine Spielhaltung und ein Lebensgefühl. „Dieses Gefühl im Tango, diese urbane Melancholie und die Kraft, die oft aus der Ruhe und Konzentration der Musik entsteht, sind Dinge, die sich auch durch meine eigene Musik ziehen.“ Man könnte auch sagen: so wie der Blues und Jazz in Amerika „Kind of Cool“ inspirierten und so wie der Flamenco, für viele der „Blues Europas“ das Album „Kind of Spain“ bereicherten, ist es nun, mit dem Tango, der Blues Lateinamerikas der sich durch „Kind of Tango“ zieht. „Kind of Tango“ ist ein Wechselbad der Gefühle. Dramatisch und treibend, aber auch melancholisch und sehnsuchtsvoll drückt sich Haffners Blick auf den Tango aus, bis hin zu frenetischen Ausbrüchen. All das eint sein unnachahmlicher Groove und eine Atmosphäre, die die Presse als „traumhaft“, „magisch“ und „absolut tiefenentspannt“ charakterisiert. Und die Musik des Albums ist, wie auch die der Vorgänger auch ganz besonders: Ein Gegen- und Ruhe-Pol im Kontrast zur Beschleunigung in unserer Welt. Für Haffner selbst und für seine zahlreichen Hörer. Credits: Cover art (detail) by Gert & Uwe Tobias

Ab 17,50 €*
Magic Moments 12
Various Artists - Magic Moments 12CD / digitalOne World Of Music. Vielfalt vereint. Mit Jazz als Epizentrum ohne Berührungsängste zwischen den Genres agiert ACT offen in alle Richtungen, sei es zu Pop, Rock, Singer-Songwriter oder traditioneller Volksmusik wie Flamenco und Tango. So präsentiert auch die mittlerweile zwölfte Magic Moments-Zusammenstellung aufregende Musik „in the Spirit of Jazz“: Fernab eines festgelegten Stils sind 71 Minuten purer Hörgenuss und spannendes Jazz-Infotainment garantiert, mit etablierten Stars, Newcomern und Geheimtipps. Den Anfang macht Iiro Rantala am Klavier mit seinem Portrait des Monats „August“ aus „My Finnish Calendar“, der den Jahreslauf seines Heimatlandes aus ganz persönlicher Sicht vertont. Der argentinische Tango ist, wie auch der Jazz, ein Paradebeispiel für eine lebendige, sich stetig entwickelnde musikalische Tradition. Das Javier Girotto Trio zeigt dies mustergültig mit „Deus Xango“ aus dem Album „Tango Nuevo Revisited“, ein zeitgemäßes Remake des Piazzolla-Mulligan-Klassikers von 1975. „Vier erste-Liga-Jazzer mit reiner Spielfreude“ (ZDF heute Journal), dafür steht „4WD“ von Nils Landgren, Michael Wollny, Lars Danielsson und Wolfgang Haffner. Jeder lenkt den Reisekurs des Quartetts gleichermaßen. Wo sie ankommen, bemerkt die Neue Zürcher Zeitung: „zu viert im Jazz-Olymp“. „Flamenco und Jazz sind Brüder“, behauptet der spanische Piano-Newcomer Daniel García. Im energiegeladenen Trio plus Special Guest Jorge Pardo zeigt er furios mit „Travesuras“, dass er damit absolut recht hat. Zusammen mit seiner Ehefrau Serena Fisseau erschafft der französische Akkordeonist Vincent Peirani anschließend einen vertrauten musikalischen Rückzugsort. „What A Wonderful World“ ist ein Statement an die Stille. Neue aufregende Klangwelten lässt ACT-Neuzugang Grégoire Maret mit Edmar Castaneda entstehen. Bei „Harp vs. Harp“ trifft Mundharmonika auf Harfe. Ein seltenes Paar, dass auf „Blueserinho“ zum Erlebnis wird. Mit seinem „Italian Songbook“ hat Trompeter Luca Aquino eine Hommage and die Musik seiner Heimat aufgenommen. Das Stück „Scalinatella“, von Filmkomponist Giuseppe Cioffi, erklingt in einer berührenden Trio-Version mit dem italienischen Pianistenstar Danilo Rea und Akkordeonist Natalino Marchetti. Die Sängerin Cæcilie Norby vereint auf „Sisters in Jazz“ Musikerinnen aus mehreren Generationen und Ländern. Ihre Komposition „Naked In The Dark“ belegt, dass Jazz nicht nur Männersache ist. „Klinken“ stammt aus dem Young German Jazz-Debüt „Stax“ des erst 25-jährigen Schlagzeugers Max Stadtfeld. Er und seine Mitstreiter posen nicht mit Intellektualität, bewegen sich im rhythmusorientierten Mainstream und weisen doch darüber hinaus. Mit Frische und gleichermaßen erstaunlicher Reife weiß das Quartett zu begeistern.Seit über 10 Jahren ist das Erfolgstrio Mare Nostrum um Paolo Fresu, Richard Galliano und Jan Lundgren ein Sinnbild für den Sound Europas. Alle drei sind sie Klangpoeten mit großer Liebe zur Melodie, was auch ihr nunmehr drittes Album unterstreicht und mit dem schwedisch angehauchten „Ronneby“ auf Magic Moments 12 dokumentiert ist. „Joachim Kühn interpretiert die Musik Ornette Colemans auf seine ganz eigene Art: lyrisch, sanft und in sich gekehrt, aber voller überraschender Details”, urteilt das Magazin Galore über das Soloalbum der deutschen Jazzikone. Im zuvor noch nie aufgenommenen Stück „Lost Thoughts“ verarbeitet Kühn seine erfolgreiche Geschichte an der Seite von Jazzlegende Coleman. Am 6. Februar 2019 wurde der Jazz-Baroness Pannonica (Nica) de Koenigswarter (1913 - 1988) mit einem Konzert in der Berliner Philharmonie für ihren unermüdlichen Einsatz für den Jazz Tribut gezollt. Im Mittelpunkt standen Stücke von Musikern, welche Pannonica über viele Jahre mit Geld, Unterkunft, Rat und Freundschaft unterstützt hat und die ihr oft zum Dank eigene Kompositionen widmeten, so auch „Little Butterly“ von Thelonious Monk. Die New Yorker Sängerin Charenée Wade steht hier im Mittelpunkt, begleitet von Iiro Rantala, Dan Beglund und Anton Eger sowie der amerikanische Saxofon-Altmeister Ernie Watts. „Ein israelisches Power-Trio. Heavy Jazz!“, schreibt der Rolling Stone über Shalosh. Hört man das aufbrausende „After The War“ weiß man, warum: Rock und Indie-Jazz verbinden sich hier zu einer spannungsgeladenen Mélange. Der Geiger Adam Baldych ist ein begnadeter Virtuose und laut Stereo-Magazin „einer der technisch brillantesten Interpreten in der improvisierten Musik.“ „Longing“ von seinem Album „Sacrum Profanum“ ist eine sehnsuchtsvoll-melancholische Ballade, einfühlsam im Duo mit dem Pianisten Krzysztof Dys interpretiert. Auf „Painted Music“ entkleidet der Pianist Carsten Dahl konsequent Klassiker des Jazz-Repertoires und macht sich diese mit seinem ganz persönlichen Blick zu Eigen. Das bekannte traditionelle dänische Volkslied „Jeg gik mig ud en sommerdag“ gießt den Sommer in Noten und Klang. Zum Abschluss der Magic Moments 12 macht Nguyên Lê mit seinem Stück „Hippocampus“ das Thema der Compilation „One World Of Music“ noch einmal deutlich: Als musikalischer Wanderer zwischen den Kulturen verbindet der französische Gitarrist vietnamesischer Abstammung die Freiheit des Jazz mit Rock- und weltmusikalischen Einflüssen.Credits: Compilation by Siggi Loch Mastered by Klaus Scheuermann

4,90 €*
So Quiet
Vincent Peirani - So QuietCD / digital Serena Fisseau vocals & body percussion (06) Vincent Peirani accordion, accordina, Wurlitzer, piano, plastic bags, music box & voice Ruhe. Ein kostbares Gut. Heute vielleicht mehr denn je. In der Musik von Akkordeonist Vincent Peirani und der Sängerin Serena Fisseau wird sie hörbar. In den Räumen zwischen den Tönen, die hier fast wichtiger sind, als die Töne selbst. Eine unwiderstehlich leichte, oft fröhliche, klare Musik, die ihre Intimität vor allem daraus zieht, dass Peirani und Fisseau nicht nur künstlerisch ein Paar sind, sondern auch im „richtigen“ Leben. Die Stücke von „So Quiet“ haben sie für ihre Kinder aufgenommen. Und für alle anderen Kinder. Und alle Erwachsenen, die sich für die Dauer eines Albums in eine kindliche Unbeschwertheit zurückträumen wollen. Dass diese Musik so unwiderstehlich leicht klingt, liegt zweifellos daran, dass sie von zwei herausragenden Könnern gespielt und gesungen wird. Serena Fisseau treibt seit jeher eine große musikalische Neugier an. Sie hat Klassisches ebenso gesungen wie Gospel, Blues, Latin, Rock und Jazz, und sich obendrein viel mit dem gesprochenen Wort und seiner Lyrik beschäftigt. Schließlich hat sie sich in Frankreich und darüber hinaus vor allem mit Liedern, Alben und Projekten für Kinder („D'une île à l'autre“, „Nouchka et la grande question“ oder „L’échappée belle“) einen Namen gemacht. Vincent Peirani ist nicht weniger als der größte Innovator des Akkordeons unserer Tage, der vom führenden französischen Jazz Magazine zum „Künstler des Jahres 2018“ gewählt wurde. Beide sind sie weltoffene Eklektizisten: Die indonesisch-stämmige Französin Fisseau schon kraft ihrer Herkunft und durch ihr Faible für Sprachen, der Südfranzose Peirani bei seiner von der Klassik über die mediterrane Musik zum Jazz führenden Karriere. Jedoch stehen Virtuosität, Erfahrungsschatz und Vielseitigkeit bei „So Quiet“ im Hintergrund, sind nur Mittel für den berührend-klaren Ausdruck der Stücke. Hier geht es einfach nur um die schlichte Schönheit der Musik. Ob sie nun vom Chansonnier Serge Gainsbourg stammt („La Javanaise“), vom unerreichten Meister des Easy Listenings Burt Bacharach („Close to You“) oder von den Magiern des Pop, den Beatles („And I Love Her“); ob indonesische Volksmusik („Bintang Kecil“) Pate steht, die Musica Populeira Brasileira eines Caetano Veloso („Alguem Cantado“) und eines Antonio Carlos Jobim („Luiza“) oder ein Standard aus dem Great American Songbook wie „What a Wonderful World“; ob auf Französisch, Indonesisch (Fisseaus Muttersprachen), Englisch oder Portugiesisch; ob mit Akkordeon, Akkordina, Wurlitzer E-Piano, Body Perkussion oder Plastiktüte. Fisseau und Peirani schälen die Essenz dieser zeitlosen Meisterwerke heraus. Auf die denkbar natürlichste Weise. Nur mit Stimme, einem Instrument und viel Ruhe – beispielhaft zum Schluss zu erleben bei der wahrhaft verzaubernden Version des bekanntlich aus dem Familien-Musical „Der Zauberer von Oz“ stammenden Over The Rainbow“. Jeder kann bei diesem Album im Geiste mitsummen und mitträumen, gleich jeden Alters, jeder Herkunft oder jeder musikalischen Vorbildung. „So Quiet“ ist ein Fest für die Sinne, eine unwiderstehliche Aufforderung, sich wieder einmal Zeit zu nehmen, sich im Wohnzimmer einzukuscheln und sich davontragen zu lassen vom Gesang und dem Akkordeon. Ganz ruhig. Credits: Recorded by Nicolas Djemane at Studio Soult, Maisons-Alfort (Paris), in December 2018 Produced by the artists Mixed by Boris Darley Mastered by Klaus Scheuermann Cover photo by Sylvain Gripoix Liner notes by Olivier Prou

17,50 €*
Magic Moments 11
Magic Moments 1167 Minuten pures Hörvergnügen: Die elfte Ausgabe der beliebten Magic Moments bietet einen umfassenden Einblick in unsere neusten ACT-Veröffentlichungen mit Newcommern, ACT-Stars und echten Geheimtipps zum Sonderpreis. Unter anderem mit Michael Wollny, David Helbock, Vincent Peirani, Iiro Rantala, Joachim Kühn New Trio, Ida Sand, Lars Danielsson & Paolo Fresu und vielen mehr.Credits:Compilation by Siggi Loch Mastered by Klaus Scheuermann

4,90 €*
Living Being II - Night Walker
Vincent Peirani - Living Being II - Night WalkerCD / Vinyl / digital Vincent Peirani accordion, accordina & voice Emile Parisien soprano saxophone Tony Paeleman fender rhodes & keys Julien Herné electric bass & electric guitar Yoann Serra drums Valentin Liechti electronics on 12 Vincent Peirani ist ein Jazzer. Weltmusik, Klassik, Chanson oder Pop gehen ihm ebenso leicht von der Hand. Doch wer sein neues Album hört, wird erkennen: Peirani hat das Akkordeon zu einem veritablen Rock’n’Roll-Instrument gemacht. Auf „Night Walker“ brilliert der Franzose mit seinem perfekt eingespielten Quintett, furiosen Led-Zeppelin-Covers und einem Sound, der genreübergreifend seinesgleichen sucht.  Der Akkordeonist und Komponist ist nicht erst seit seinem Debüt als Leader, „Thrill Box“ aus dem Jahre 2012, ein europaweit gefeierter Instrumentalist. Schon als Jugendlicher gewann Peirani Preise in seiner Heimat, später den Titel „Künstler des Jahres“ des französischen „Jazz Magazine“. Gleich vier Mal wurde ihm der ECHO Jazz verliehen, zuletzt 2016 für sein hochgelobtes Duo-Album „Tandem“ mit dem Pianisten Michael Wollny. Anfang 2015 veröffentlichte das „Jahrhunderttalent“ (Fono Forum) sein erstes Werk mit einem neuen Quintett: „Living Being“ war gleichzeitig der Titel des Albums wie der Name seiner Band. Die Mitglieder: Emile Parisien, Saxophon, Tony Paeleman, Keyboards, Julien Herné, E-Bass & Gitarre, Yoann Serra, Drums. „Wir waren Freunde, lange bevor wir angefangen haben, miteinander zu spielen“, sagt der 1980 in Nizza geborene Peirani. „Diese Band ist eine Familienangelegenheit.“ Diese besondere Familie hat nun ein beachtenswertes zweites Album aufgenommen: „Living Being II – Night Walker“. „Schon bei Led Zeppelin gab es diese Nummerierung: ‚Led Zeppelin I‘, ‚Led Zeppelin II‘ und so weiter. Das hat mir gefallen. Außerdem bedeutet dieses Album eine Art Upgrade: neue Musik, neue Richtung, eine neue Identität.“ In nur vier Tagen im März 2017 in Brüssel aufgenommen, zeigt „Night Walker“ das Quintett noch kraftvoller, noch konsequenter bei der Kanalisierung ihrer Energien. Für den Mix mit Toningenieur Boris Darley (Peirani: „Es ging zu wie in einem musikalischen Laboratorium.“) ließ man sich mehrere Monate Zeit und experimentierte, bis der richtige Sound gefunden war. Die Kombination der Instrumente ist, sowohl im Jazz als auch im Pop, einmalig. Alle Melodieinstrumente sind bei Living Being gleichberechtigt: Tony Paelemans satte, mal erdenschwer dräuende, mal federleicht jubilierende Fender Rhodes; Emile Parisiens helles Sopransaxophon, für das er sein Tenorsaxophon diesmal ganz im Koffer ließ, und natürlich das wundersam vielfältige Akkordeon des Leaders, das sich, anders als beim Vorgänger, kaum jemals in den Vordergrund drängt. „Dieses Album ist mehr ein kollektiver Trip“, erläutert Peirani. „Das Akkordeon steht noch weniger im Mittelpunkt. Erst wenn du es wegnehmen würdest, würdest du merken, wieviel plötzlich fehlt.“ Die Kunst des Vincent Peirani ist es, rhythmisch und songdienlich zu spielen, und jedem Stück Schichten hinzuzufügen, wie andere es nur mit einer Armada von Keyboards vermögen würden. Die Melancholie des Chanson, die Erhabenheit der Klassik, die schiere Kraft des Rock – Peirani vereint sie durch seine Virtuosität.  Sachte tastet sich Living Being in das Album hinein; das durch Nancy Sinatra unsterblich gemachte „Bang Bang“ von Sonny Bono spielt das Quintett so zartfühlend wie überhaupt nur möglich. Das Cover verdeutlicht, wie sehr das Sopransaxophon von Peiranis engstem musikalischen Partner Emile Parisien diesen zwölf Stücken neue Leichtigkeit verleiht. Auf dem zunächst lieblich anmutenden „Enzo“ spielt Peirani die der Melodica ähnliche Accordina, dazu ist Bassist Herné erstmals an der Gitarre zu hören. Peiranis wuchtige Version der Arie „What Power Art Thou“ des englischen Barockkomponisten Henry Purcell, aus der Oper „King Arthur“ von 1691, bewahrt die triumphale Kraft des Originals, und könnte doch kaum weiter davon entfernt sein. Dreh- und Angelpunkt des Albums ist das dreiteilige „Kashmir To Heaven“, das sich auf die wohl bekanntesten Songs der legendären Hard-Rock-Band Led Zeppelin bezieht. Unfassbar, mit welcher Energie die Band diese Mini-Suite behutsam aufbaut, und dabei dem Vibe der Originale mit einer gänzlich anderen Instrumentierung treu bleibt – ganz ohne Gitarre. Peirani erklärt die Cover-Wahl mit eigenen Vorlieben: „Vor vielen Jahren habe ich ein Soloprojekt gehabt, bei dem ich die Songs von Deep Purple und Rage Against The Machine vermischte. Die Songs der Siebziger haben mich schon immer beschäftigt, und jeder in der Band liebt Led Zeppelin. In ihren Songs ist so viel Material enthalten. Was vor allem bedeutet: Futter für uns!“  Wenn Vincent Peirani sagt, seine Band wolle ein „Chamber Rock Music Orchestra“ sein, dann mag das nach „Rock meets Classic“-Bombast klingen. Doch dieses Living Being, dieses kraftvolle Biest von einer Jazzband, ist genau das Gegenteil davon. Ein geschmeidiges Tierchen, das sich zurückhaltend elegant auf jedem Terrain bewegt, ohne jemals vom Pfad abzukommen, aber jederzeit zu einem muskulösen Karnivoren heranzuwachsen vermag. „Living Being II – Night Walker“ ist der Beweis – das mächtigste zarte Album des Jahres.

Ab 17,50 €*
Sfumato live in Marciac
Emile Parisien Quintet - Sfumato live in MarciacCD / DVD / digital Emile Parisien soprano saxophone Joachim Kühn piano Manu Codjia guitar Simon Tailleu double bass Mário Costa drums Guests: Wynton Marsalis trumpet Vincent Peirani accordion Michel Portal clarinet Der französische Sopransaxofonist Emile Parisien zählt zu den aktuell meistbeachteten europäischen Jazzmusikern der letzten Jahre. Mit drei Alben in drei Jahren („Belle Epoque“ 2014 / „Spezial Snack“ 2015 / „Sfumato“ 2016) und im Alter von nur 35 Jahren hat sich Parisien in atemberaubendem Tempo an die Weltspitze seines Instruments gespielt und macht klar: Europa hat einen neuen Jazz-Star.2017 war DAS Jahr für Emile Parisien. Kein Jazzkünstler wurde in seinem Heimatland und auch über dessen Grenzen hinaus derart prominent ausgezeichnet, kaum ein europäischer Jazzmusiker spielte so häufig auf den großen Jazzfestivals und in den renommierten Konzertsälen. Und Parisien gilt inzwischen weithin als der wichtigste Innovator und prägnanteste Stilist des Sopransaxofons.Die Jazz thing brachte es auf den Punkt: „Wahnsinn, in welch kurzer Zeit sich Emile Parisien zu einem der einflussreichsten Musiker Frankreichs mauserte. ‚Sfumato‘ heißt das aktuelle Album des 34-Jährigen, der als Sopransaxofonist in seiner Generation weltweit keine Konkurrenz zu fürchten braucht. Das Werk wird seinen Donnerhall-Ruf noch weiter festigen.“ Und so kam es: Das französische Jazz Magazine und das deutsche Musikmagazin Stereo wählten die Aufnahme „Sfumato“ zum Album des Jahres. Kurz darauf erhielt Emile Parisien mit dem Victoires du Jazz, dem Jazz-Ableger des wichtigsten französischen Musikpreises, die Auszeichnung für das Album des Jahres. In Deutschland wurde er als bester Saxofonist des Jahres international mit dem ECHO Jazz ausgezeichnet. Und zum Jahresabschluss krönt das Jazz Magazine Emile Parisien zum Künstler 2017. Deutschlandfunk Kultur nannte ihn einen „Superstar der Jazzszene in Frankreich.“ Fono Forum konstatiert: „Emile Parisien ist ein Fackelträger, der seinen magischen Sound des Sopransaxofons weiterträgt – in der Nachfolge von Sidney Bechet, Johnny Hodges, Steve Lacy, John Coltrane, Wayne Shorter und Evan Parker.“ Der britische Guardian vergab extrem seltene fünf Sterne und schrieb über „Sfumato“: "An exhilarating genre-hop bubbling with captivating remakes of US and European jazz traditions. An exuberant album.“ Und das renommierte französische Magazin Télérama staunt: „Parisiens Einfallsreichtum und Energie sind schlicht atemberaubend.“ Auch live war 2017 für Emile Parisien der bisherige Höhepunkt seiner jungen Karriere. Er spielte an die 150 Konzerte, u.a. auf prominenten Festivals wie Jazz Sous Les Pommiers, Bergen Jazz Festival, Elbjazz, Jazz Baltica, Montreux Jazz Festival, Jazz a Vienne, Umbria Jazz, London Jazz Festival, Rheingau Musik Festival und in den renommiertesten klassischen Häusern wie Philharmonie Essen, Konzerthaus Wien, Elbphilharmonie oder Konzerthaus Berlin. Ein besonderes Highlight war die Residency bei Jazz in Marciac. Dort, wo Parisien einst als Zuschauer seine Begeisterung für den Jazz entdeckte, war er als Artist in Residence eingeladen. Unvergesslich und nun auf CD & DVD verewigt: Parisiens Sfumato-Konzert am 8. August 2017. Hier wurde sein Quintett um prominente Gäste erweitert: US-Trompetenstar Wynton Marsalis, die französische Jazzlegende Michel Portal und Parisiens Alter Ego und langjähriger Duopartner Vincent Peirani. Vielschichtig, innovativ und experimentierfreudig, spannungsgeladen und eruptiv, aber doch fest auf dem Boden des Jazz verankert, strotzt „Sfumato live in Marciac“ vor Spielwitz und Improvisationsabenteuern. Und ist somit ein eindringliches Plädoyer für die Magie des live gespielten Jazz.Credits: Recorded live in concert by Nicolas Djemane at Jazz in Marciac on August 8th, 2017 Mixed by Boris Darley in April 2017 Mastering by Klaus Scheuermann Produced by Emile Parisien Video editing by Alice Fave & Nicolas Lecart Cameras: Florence Pradalier, Cedric Alliot, Ugo Gillino & Mathias Touzeris Audiovisual director: Jean Marc Birraux DVD authoring by Platin Media Productions Cover art by Chen Ruo Bing, untitled, 2016, ACT Art Collection

20,00 €*
Jazz at Berlin Philharmonic: Mediterraneo
Jazz at Berlin Philharmonic VII - MediterraneoCD / digital Stefano Bollani piano Jesper Bodilsen bass Morten Lund drums Vincent Peirani accordion & accordina Members of the Berliner Philharmoniker Geir Lysne arranger & conductor Den „Sound of Europe“, die Verbindung aus Jazz mit den unterschiedlichsten Einflüssen der europäischen Musik, einem breiten Publikum zu präsentieren, ist eines der wichtigsten Anliegen der von Siggi Loch kuratierten Reihe „Jazz at Berlin Philharmonic“. Vom Aufspüren der „Celtic Roots“ über eine Wanderung durch die „Norwegian Woods“ bis zur Reise durch den Süden mit „Mediterraneo“. Viele Wurzeln der europäischen Musik liegen in Italien. Hier wurde die Oper geboren, eine reiche Folkloretradition wird bis heute begeistert gepflegt und die Lieder der „Cantautore“ sind die Hymnen des Landes. Auch in der Filmmusik setzt Italien Akzente: Nino Rotas und Ennio Morricones film scores sind heute weltbekannt. Aus alledem bedient sich „Mediterraneo“, die umjubelte 17. Ausgabe von „Jazz at Berlin Philharmonic“ und einer der Höhepunkte der Reihe. Im Mittelpunkt: Stefano Bollani, 1972 in Mailand geboren und einer der renommiertesten, erfindungsreichsten und wandelbarsten Jazzpianisten unserer Zeit. Von Jazz-Größen wie Chick Corea, Pat Metheny und natürlich sein langjähriger Partner und Förderer Enrico Rava über Avantgardisten wie Michel Portal oder Martial Solal bis zu Weltmusikern wie Caetano Veloso und Richard Galliano reicht die Bandbreite seiner Zusammenarbeiten. Auch für „Mediterraneo“ war es ihm wichtig, den stilistischen Bogen möglichst weit zu spannen. So stand neben Monteverdi, Rota und Morricone, sowie Puccini und Rossini sogar der durch Adriano Celentano bekannt gewordene Evergreen „Azzurro“ auf dem Programm. Bollani entpuppt sich als idealer Reiseführer für diese italienische Nacht. Mit Witz, Können und Leichtigkeit führt er den Hörer durch die Musik seiner Heimat. Eng an Bollanis Seite: Die zwei Dänen seines bestens eingespielten Trios, Jesper Bodilsen am Bass und Morten Lund am Schlagzeug, sowie 14 wagemutige Mitglieder der Berliner Philharmoniker, die ihre außerordentliche Klang- und Spielkultur in ein ganz neues Umfeld stellen. Das Ensemble komplettiert der aus Nizza stammende Akkordeonist Vincent Peirani, eine der Schlüsselfiguren des aktuellen Jazz aus Frankreich. Die Arrangements des Abends schrieb der Norweger Geir Lysne, der auch das Konzert leitet. Ein idealer Partner für Bollani mit dem er schon eine ECHO Jazz prämierte Aufnahme mit der NDR Big Band veröffentlichte und dessen große stilistische Offenheit und Vielseitigkeit teilt. Auf „Mediterraneo“ zeigt sich die verbindende Kraft des Jazz – Folklore, Klassik, Filmmusik, Lied und Improvisation verschmelzen zu einem so überraschenden, wie beglückenden Hörerlebnis.Credits: Recorded by Nanni Johansson live in concert at the Berlin Philharmonie, Großer Saal, June 12, 2017 Mixed by Klaus Scheuermann with Geir Lysne & Roberto Lioli Mastered by Klaus Scheuermann Curated and produced by Siggi Loch Cover art by Federico Herrero, Landscape, 2017 by permission of the artist and Sies + Höke, Düsseldorf

17,50 €*
The Jubilee Concerts
Various Artists - The Jubilee ConcertsCD / digitalVarious ArtistsWenn 34 Künstler in den verschiedensten und teilweise noch nicht dagewesenen Konstellationen zusammenkommen, um miteinander zu musizieren, dann braucht es dafür eine verbindende Gesinnung, die die Musik im Innersten zusammenhält: Grenzen nicht zu akzeptieren, offen und neugierig sein für den Anderen, Mut zum Risiko und sich auf das Unerwartete einlassen sowie die Lust, Neues entdecken zu wollen. All dies zeichnet die ACT-Musikerfamilie aus, die aus allen Teilen Europas zu den Jubilee Concerts in Berlin zusammenkam, um ihrem Label zum 25. Geburtstag einen selbstgestalteten Konzerttag zu schenken und damit Danke zu sagen. Ganz nebenbei machten die Jubilee Concerts hautnah erlebbar, wofür ACT seit 1992 steht: Als führendes Entdeckerlabel auf der Suche nach bisher ungehörter Musik „in the Spirit of Jazz“ sind es die Vielfalt und die ungeahnten Verbindungen, mit denen das Label immer wieder überrascht und daraus neue Inspirationen zieht – connecting the unexpected. Wer das Glück hatte, noch Karten für die große Geburtstagsfeier im Konzerthaus Berlin zu ergattern, der wird den Abend nicht vergessen. Denn es ging ihm vermutlich nicht anders als den zahlreich anwesenden Medienvertretern, die zum Jubiläum vor Ort waren: „Was für ein ACT!“ titelte zum Beispiel „Spiegel Online“ und befand, es seien „Konstellationen zustande gekommen, bei denen jedem, dem Jazz am Herzen liegt, nicht mehr bange um die Zukunft des Genres sein muss.“ „Le Figaro“ schrieb: „Kurz: Es war Jazz in all seinen Formen“, das britische Jazzwise Magazin meinte: „Alles deutete auf ein Label in seinem Zenit, das Neues umarmt, während es das Alte achtet, beides nährt und so Stars aufbaut; ACT wird erwachsen – mit einem Lächeln im Gesicht und einer stolzen Pose.“ Und die FAZ schließlich stellte fest: „Die ACT Family Band war ein Allstar-Ensemble, wie es so bald kein zweites in der Jazzgeschichte geben wird.“ Wer dieses Familientreffen der besonderen Art live verpasst hat, kann es jetzt immerhin auf CD nachhören. Er kann in einem für den „Spirit of Jazz“ der ACT-Künstler typischen Aus-und Querschnitt nachvollziehen, wie ACT mit bislang gut 500 Alben ein Viertel der Jazzgeschichte begleitet und in Teilen mitgeprägt hat: Ist doch jeder der hier beteiligten Musiker ein Ausnahmetalent mit herausragenden solistischen Qualitäten und eigenen Projekten, zugleich aber aufgeschlossen für die Inspiration, die sich aus der Begegnung mit seinen Kollegen ergibt. Auf dieses Netzwerk der ACT-Künstlerfamilie legte Labelchef Siggi Loch von Anfang an großen Wert, und welchen Gewinn das einbringt, zeigt „The Jubilee Concerts“: Alles, was Nils Landgren, als integrales Zentralgestirn der europäischen Jazzszene, so etwas wie der ACT-Mannschaftskapitän, als Moderator präsentierte, war außergewöhnlich, angefangen mit seinem humorvoll-melancholischen Entree „Send In The Clowns“ zusammen mit Michael Wollny. Ob nun Jung und Alt auf verblüffende Weise miteinander kommunizierten wie der große deutsche Pianist Joachim Kühn mit dem französischen Shootingstar am Sopransaxofon Emile Parisien (der Name des Kühn-Titels, den das Duo darbot, „Missing A Page“, trifft sehr schön den von Noten unbelasteten, von musikalischer Freiheit durchdrungenen Ansatz der beiden); ob die Bassisten Dieter Ilg und Lars Danielsson im Duo miteinander spielten und jede Emotion freilegten, die man mit ihrem Instrument erregen kann; ob ein in wechselnden Kombinationen bestens eingespieltes Ensemble wie das Quintett mit Landgren, Wollny, Danielsson, dem Gitarristen Ulf Wakenius und Schlagzeuger Wolfgang Haffner mit „Walk Tall“ gospeligen Groove zelebrierte; oder ob mit Wollny, Parisien, dem Akkordeonisten Vincent Peirani und dem Stimmakrobaten Andreas Schaerer vier der herausragenden „jungen Wilden“ Europas die überkommenen Stil- und Genregrenzen über den Haufen warfen. Berührender Höhepunkt ist „Dodge The Dodo“, einer jener Standards des „Great European Songbooks“, die der unvergessene, viel zu früh gestorbene Esbjörn Svensson geschrieben hat: Brillieren bei dieser Hommage doch unter anderem nicht nur Iiro Rantala am Flügel, der polnische Geiger Adam Bałdych und der jüngste ACT-Zuwachs Magnus Lindgren an der Flöte, sondern auch die beiden Söhne Svenssons, Noa am Schlagzeug und Ruben an der Gitarre. Ein Symbol für die nächste Jazzgeneration und eine nicht zu übertreffende Einleitung für das große Finale, bei dem alle mitsangen und -spielten: Denn da stimmte Ida Sand mit ihrer grandiosen Soul-Stimme jenen Nile Rodgers-Titel an, der den Kern des Abends wie der 25 Jahre, die es zu feiern galt, perfekt einfing: „We Are Family“. Oder wie es Nils Landgren formuliert: „Wir sind eine Familie. Nicht einfach irgendeine Familie. Wir sind die ACT-Familie!“Credits: Live at Konzerthaus Berlin, April 2, 2017 Recorded, mixed and mastered by Klaus Scheuermann Curated by Siggi Loch An ACT Music concert production in cooperation with Konzerthaus Berlin

12,90 €*
Out Of Land
Andreas Schaerer - Out Of LandCD / digital Emile Parisien soprano saxophone Vincent Peirani accordion Andreas Schaerer voice & mouth percussion Michael Wollny piano Eine Supergroup des europäischen Jazz - so darf man das Quartett wohl nennen, in dem sich der Schweizer Sänger Andreas Schaerer, der deutsche Pianist Michael Wollny, der französische Akkordeonist Vincent Peirani und sein Landsmann am Sopransaxofon, Emile Parisien, zusammengefunden haben. Alleine zwölf ECHO Jazz Awards vereinigen sie auf sich und in ihren Heimatländern haben sie nahezu jede wichtige Auszeichnung erringen können. Mit dem Live-Album „Out of Land“ beweisen sie nun gemeinsam, dass sie an der Spitze der Jazzgeneration zwischen 30 und 40 Jahren stehen: weil sie die Möglichkeiten ihres Instruments neu definieren und die Grenzen des Jazz erweitern. Peirani ist das Bindeglied dieses aus musikalisch Gleichberechtigten bestehenden Gipfeltreffens, hat er doch mit den drei anderen schon gespielt und sie nun hier zusammengeführt. Parisien ist ohnehin ein Seelenverwandter und nahezu unzertrennlicher Weggefährte Peiranis. Mit Wollny hat der Akkordeonist schon im Trio seines „Thrill Box“-ACT-Debüts gespielt und im Duo „Tandem“ geht er mit ihm „eine hinreißende Liaison von bezaubernder Musikalität“ (Der Tagesspiegel) ein. Schaerer schließlich hatte Peirani vor zwei Jahren kennengelernt, als er bei einem „Hildegard Lernt Fliegen“ Konzert in Paris als Special Guest auf die Bühne kam. Obwohl gewünscht, ergab sich aber seither aus Zeitnot keine weitere Zusammenarbeit. Bis Schaerer jetzt Einladungen mit einer Carte blanche nach Budapest und Bern erhielt, bei denen er endlich Peirani ins Spiel brachte. Der wiederum Parisien und Wollny dazu holte… Wie aber das Kind nennen? Schaerer schickte Peirani eine Liste mit Titelvorschlägen für das Projekt, darunter auch das offene „Out of…“. „Vincent antwortete mit ,Out of Land’, und das war es dann“, erinnert sich Schaerer. Klang dies doch nach der idealen Umschreibung für das Verlassen des sicheren Terrains, für etwas, von dem man noch nicht genau weiß, wie es wird. Denn das war Teil des Konzepts: offen zu bleiben, für die Ideen der anderen und sich die Spannung des im Moment Musizierens zu erhalten. Ohne Vorbereitungen wurden drei Tage geprobt, um dann gemeinsam auf die Konzertbühne zu gehen. Was Schaerer so erklärt: „Es ist einfach ein Traum, eine fast spirituelle Form des Musizierens, wenn man musikalisch spontan auf seine inneren Visionen eingehen und sie transparent kommunizieren kann. Und diese Musiker können es!“ Was mit Andreas Schaerer beginnt, einem der größten Improvisatoren unter den aktiven Jazzsängern. Er ist ein genialer Stimmartist, der sein Organ in den verschiedensten Lagen und Stilen erklingen lassen kann. Und einer, der auch alle denkbaren Geräusche erzeugen und allerlei Instrumente bis hin zum Schlagzeug imitieren kann. Die bisherige Krönung seiner Karriere war wohl das im Herbst 2015 beim Luzern Festival uraufgeführte und stürmisch bejubelte Werk „The Big Wig“ für ein 66-köpfiges Symphonieorchester, dessen Mitschnitt zugleich sein ACT-Debüt markiert. Obwohl einige Jahre jünger, kann der 36-jährige, aus Nizza stammende Akkordeonist Vincent Peirani gut mithalten. Auch er hat in den vergangenen drei Jahren zahlreiche Auszeichnungen vom „Prix Django Reinhardt“ über die „Victoires du Jazz“ bis zum ECHO Jazz erhalten und ist zum Aushängeschild des jungen französischen Jazz geworden. Was er Knopfakkordeon und Akkordina entlockt, hat man so noch nicht gehört. Wie Schaerer schöpft auch er in seinen Projekten aus den unterschiedlichsten Genres - von Jazz, Chanson und Weltmusik über Klassik bis hin zu Heavy Rock. Peiranis Bruder im Geiste ist Emile Parisien, nicht nur, weil auch er frei über disparates Material von Wagner bis zum Hip-Hop improvisieren kann. Wie Schaerer den Gesang und Peirani das Akkordeon, so hat auch er sein Instrument technisch wie kompositorisch in neue Sphären geführt. Was man auch für das Klavierspiel von Michael Wollny behaupten kann. Ob im Duo mit dem Saxofon-Veteranen und Albert-Mangelsdorff-Weggefährten Heinz Sauer oder im eigenen Trio, mit seinem immer fantasievollen, stets überraschenden Spiel ist das „Jahrhunderttalent“ (Süddeutsche Zeitung) in die sehr kleine Riege deutscher Jazzer mit internationaler Reputation vorgestoßen. Ihre zum Teil erstmalige Begegnung auf „Out of Land“ (Wollny und Schaerer hatten vorher noch nie miteinander gespielt) präsentiert sich nun voll unbändiger Energie. „Wir haben uns an vieles, was wir in den Proben besprochen hatten, auf der Bühne nicht gehalten, bewusst!“, erklärt Schaerer, „weil die Musik im Moment einfach etwas anderes gewollt hat. Mit dieser Band geht das, da fängt man einfach das Fliegen an.“ Und schon beim Einstieg mit Peiranis „Air Song“ darf man mitfliegen, so stark ist die emotionale Kraft dieser melodiebetonten Miniatur. Überwaltigende Dynamik und Rhythmik prägt dann das ebenfalls von Peirani stammende „B&H“. Eine überbordende Lust am Klangexperiment ist Wollnys „Kabinett V“. Besonders eindrucksvoll ist die gemeinsame kreative Infusion bei Schaerers „Rezeusler“: Das ursprünglich auf der Grundlage einer Sextett-Uptempo-Nummer als Ballade für Orchester komponierte Stück wird hier zu einer völlig neu klingenden Quartett-Suite. Nacheinander umkreisen erst Peiranis Akkordeon, Schaerers Stimme und Wollnys Klavier impressionistisch und sphärisch das Thema, bevor alle vier ins herzergreifende Finale einstimmen. Mit dem fast 14 Minuten langen, alles quasi wie bei einer Jam Session bündelnden „Ukuhamba“ verabschieden sich diese vier Erzmusikanten. Von einem Gipfeltreffen, das ein schwer zu übertreffendes Plädoyer ist für die Faszination der Improvisation und für die Kraft des live gespielten Jazz.

17,50 €*
Twenty Five Magic Years - The Jubilee Album
Various Artists - Twenty Five Magic Years - The Jubilee AlbumCD / Vinyl / digitalEs ist nun exakt 25 Jahre her, dass Siggi Loch ernst damit machte, „nützlich statt wichtig zu sein“, wie er in seiner Autobiographie schrieb: Nach einer beispiellosen Karriere als Manager und Produzent im internationalen Musikbusiness gründete er sein eigenes, unabhängiges Jazz-Label: ACT. Von Anfang an ging es ihm um eine Plattform für Musiker, die ihr Publikum unmittelbar berühren, begeistern und erobern können, die die ausgetretenen Pfade verlassen, Risiken eingehen und so ihre eigene Musik „in the Spirit of Jazz“ machen. 25 Jahre und über 500 Veröffentlichungen später darf dieser Anspruch als erfüllt gelten: ACT hat als „the discovery label“ Jazzgeschichte mitgeschrieben, seine Musikerfamilie besteht aus führenden Persönlichkeiten des Jazz. Auch für das „Jubilee Album“ zur Feier dieses stolzen Jubiläums begnügt sich ACT nicht mit dem Erwartbaren. Bis auf drei Stücke, die gewissermaßen als „Signature Songs“ der ACT-Philosophie gelten können, sind alle Tracks bislang unveröffentlicht, einige davon wurden extra für diesen Anlass in wechselnder „Allstar-Besetzung“ in den Berliner Hansa-Studios eingespielt. So ergibt sich eine neu formulierte Quersumme der Herz, Seele und Geist gleichermaßen bewegenden Musik, für die ACT steht: ein Kaleidoskop magisch-musikalischer Momente seiner für alle Genres und Stile offenen Künstler. Nicht zufällig geht es mit dem Beatles-Stück „Come Together“ los, interpretiert von Nils Landgren, Ulf Wakenius und Lars Danielsson. Folgt es doch der Tradition des Jazz, sich Vorlagen aus anderen Gefilden improvisierend anzueignen, die ganze ungeahnte Vielfalt der Musik zu nutzen – getreu dem ACT-Motto: „Connecting the unexpected“. Das Trio, dass dies hier umsetzt, steht auch für eine andere Spezialität: Ist ACT doch der wichtigste Exporteur des schwedischen Jazz in die Welt. Landgren, seit 1995 exklusiver ACT-Artist und mittlerweile der erfolgreichste Label-Künstler, zeigt sich auf dem „Jubilee Album“ mit Nat Adderleys „Walk Tall“ auch von seiner funkigen Seite. Und Wakenius‘ Hommage „Paco’s Delight“ an die Flamenco-Ikone Paco de Lucía wird im Duo mit seinem Sohn Eric zur Familiensache. Über die fruchtbare Schweden-Connection fand auch Viktoria Tolstoy den Weg zu ACT, die auf dem Jubiläumsalbum unverwechselbar bittersüß „Monologue“ ihres früheren Begleiters Esbjörn Svensson singt. Natürlich ist es auch kein Zufall, dass das Album mit Svenssons „Prelude in D Minor“ endet, war er mit seinem Trio e.s.t. doch bis zu seinem tragischen Unfalltod 2008 der wohl wichtigste Neuerer des europäischen Jazz. Das Solopianostück ist das einzige Vermächtnis eines geplanten, aber leider unvollendeten Soloalbums. Auch der e.s.t.-Klassiker „Dodge The Dodo“ unterstreicht die große Strahlkraft des verstorbenen schwedischen Masterminds, den hier ein Quartett mit dem polnischen Geiger Adam Bałdych, dem finnischen Pianisten Iiro Rantala und dem Flötisten Magnus Lindgren mit Wucht und Finesse zu Gehör bringt. Neben Svensson, Bałdych und Rantala ist auch der norwegische Saxofonist Marius Neset mit „Prag Ballet“ ein herausragendes Beispiel für den „Sound of Europe“, dem ACT ebenfalls von Anfang an ein Dach gegeben hat. Und dieses Engagement mit wachsendem Erfolg fortsetzt, wie „B&H“ beweist, eine Live-Aufnahme der brandneuen Kombination der neuen französischen Jazzstars Vincent Peirani und Emile Parisien mit dem einmaligen Schweizer Vokalartisten Andreas Schaerer sowie dem „vollkommenen Klaviermeister“ (FAZ), Michael Wollny. Als einer der wenigen deutschen Jazzer hat das Jahrhunderttalent Wollny den Sprung ins internationale Rampenlicht geschafft. Auf dem „Jubilee Album“ ist er in zwei weiteren Konstellationen vertreten: Im explosiven Duo „Swing, Swing, Swing“ mit Deutschlands bedeutendstem Schlagzeuger Wolfgang Haffner, repräsentiert Wollny die ACT-Politik, nie die heimischen Talente zu vergessen. Das live in der Berliner Philharmonie aufgenommene Duo mit Iiro Rantala („White Moon“), steht zugleich für die ACT-Mission, der Welt aufstrebende Jazzpianisten vorzustellen. Schließlich darf auch die „ganz große Kunst eines wahren Stimmwunders“ (Vogue) auf der Geburtstagszusammenstellung nicht fehlen: Youn Sun Nahs „Bitter Ballad“. Das „Jubilee-Album“ ist Rückschau und Ausblick in einem. Es zeigt anhand von herausragenden Kompositionen und Künstlern, dass ACT ein verlässlicher Kompass für neue, aufregende Musik „in the Spirit of Jazz“ war, ist und bleiben wird.Credits:Curated by Siggi Loch Mastered by Klaus Scheuermann Cover art by Jiri Geller, SMILE!, 2016 @ ACT Art Collection

Ab 14,90 €*
Tandem
Michael Wollny & Vincent Peirani - TandemCD / Vinyl / digital Michael Wollny piano Vincent Peirani accordion & accordina Recording Unvorhergesehenen Begegnungen haben oft weitreichende Folgen: Der deutsche Pianist Michael Wollny und der französische Akkordeonist Vincent Peirani lernten sich 2012 buchstäblich auf der Bühne kennen: bei der ACT20 Jubilee Night im Pariser Jazzclub „New Morning“. Viel mehr als die Hände geschüttelt hatten sich die beiden vor ihrem gemeinsamen Auftritt nicht. Aber wer den ergreifenden, spontanen Duo-Jam erlebt hat, wird ihn ebenso wenig vergessen wie die Musiker selbst. „Es war als ob wir schon ewig zusammengespielt hätten. Keine Notwendigkeit über die Musik zu reden. Wir brauchten uns gar nicht anschauen. Haben einfach gespielt und gemeinsam geatmet“, erzählt Peirani. Und Wollny schwärmt über seinen Kollegen: „Mit Vincent kannst du dich hemmungslos und frei durch die verschiedensten Stilistiken und Stimmungen bewegen. Man kann ihm irgendetwas hinschmeißen, es wird sofort aufgenommen, verwandelt und zurückgegeben. Wie Hochgeschwindigkeitstennis, bei dem die Bälle hin und her flitzen.“ „Am Tag nach unserem Auftritt im New Morning“, erzählt Wollny weiter, „hat Vincent mir eine Email geschickt: ,Anbei ein Mitschnitt von gestern. Hör Dir das mal an. Ich möchte gerne, dass Du auf meiner nächsten Platte mitspielst.“ Und so kam es auch: Wollny bildete mit Michel Benita das Trio für Peiranis ACT-Debüt „Thrill Box“: „Es ist die tastende Suche nach kontrapunktischer Schönheit und das ungemein lyrische Spiel, das die Herzen rührt und den Atem stocken lässt“, schrieb Die Welt über das Album. Das erste Zusammentreffen von Wollny und Peirani markiert den Beginn einer in der Jazz-, wie überhaupt in der Musikwelt seltenen, deutsch-französischen Musik-Partnerschaft: Praktisch keinem deutschen Jazzer, außer vielleicht Wollnys großem Vorbild Joachim Kühn, gelang es bisher, in der fast schon hermetischen französischen Szene derart viel Gehör zu finden, wie Michael Wollny. Der Höhepunkt: Er wurde von der französischen Journalistenvereinigung Académie du Jazz zum europäischen Jazzmusiker des Jahres 2015 gewählt. Deren ganz eigene Stars wiederum, überschreiten kaum die Grenzen des Nachbarlandes – und auch im Falle von Vincent Peirani wäre es kein Wunder – schließlich hätte er mit gut 150 Konzerten pro Jahr alleine in Frankreich schon mehr als genug zu tun. Aber seine Musik trifft auch in Deutschland auf große Begeisterung. Mit Emile Parisien erhielt er den begehrten ECHO Jazz für das beste internationale Ensemble des Jahres für sein Album „Belle Époque“ und im TV widmeten ihm „Aspekte“ und das „heute journal“ Beiträge. So ist es kein Wunder, dass es nach „Thrill Box“ drei Jahre bis zum nächsten gemeinsamen Album-Projekt gedauert hat. Nahezu im Gleichschritt entwickelten sich in dieser Zeit die Karrieren Wollnys und Peiranis: Beide haben einen kometenhaften Aufstieg hinter sich. Beide gelten heute europaweit als die führenden Jazzmusiker ihrer Generation. Was die beiden so besonders macht: Sie sprengen die Grenzen ihres Instrumentes, trachten stets nach neuen Klangfantasien und weisen damit dem zeitgenössischen europäischen Jazz neue Wege: Wollny macht „süchtig“ (Die Welt) und aus jeder nur erdenklichen Musik ein Erlebnis“ (Süddeutsche Zeitung).Credits: Recorded by Jean-Paul Gonnod at Studio Sequenza, Montreuil (Paris), May 4 & 5, 2016 Assisted by Morgane Charles & Gilles Quelquejeu 09 &10 recorded by Adrian von Ripka live at Schloss Elmau, February 17, 2016 Mixed by Jean-Paul Gonnod Mastered by Klaus Scheuermann Produced by Siggi Loch with the artists Cover art by Jorinde Voigt, Lacan-Studie (10), 2016, ACT Art Collection with the kind permission of the artist / Johann König Galerie, Berlin

Ab 17,50 €*
Magic Moments 9 "In The Spirit of Jazz"
Various Artists - Magic Moments 9 "In The Spirit of Jazz"CD / digitalDie neunte Ausgabe der beliebten Magic Moments-Compilations liefert wieder neuen musikalischen Nährstoff für offene Ohren: Eine illustre Leistungsschau und bestes Jazz-Infotainment durch das aktuelle ACT-Programm. Für Jazzkenner wie für Neueinsteiger bietet die handverlesene Zusammenstellung 65 Minuten hochkarätigen Hörgenuss. Musik ohne Grenzen „in the spirit of Jazz“: Musik fernab eines festgelegten Stils mit etablierten Jazzstars, Newcomern und Geheimtipps. „Jazz ist die Freiheit, viele Formen zu haben.“ Dieses Credo Duke Ellingtons prägt auch das Selbstverständnis von ACT. So liegt der Fokus in dieser Ausgabe insbesondere auf Projekten, die nach den Grenzen zu anderen Genres und Stilen tasten, diese überschreiten und Neues schaffen. Eine sinfonische Interpretation des e.s.t.-Stücks „From Gagarin’s Point Of View“ eröffnet mit einer eindrucksvollen Hommage an den verstorbenen Pianisten Esbjörn Svensson. Mit seinem Projekt „Some other time“ blickt Nils Landgren über den großen Teich und setzt mithilfe der Bochumer Symphoniker dem großen Leonard Bernstein ein Denkmal: „Das hätte dem Großmeister bestimmt gefallen“ (Stern). Jan Lundgren ehrt mit klassischem Streichquartett und „Lycklig resa“ einen der Vorreiter des schwedischen Jazz, Jan Johansson. „ACT ist auf einer Mission, der Welt Europas aufstrebende Pianisten vorzustellen“, stellte der englische Guardian vor einigen Jahren fest. Diesem Bestreben geht ACT auch in diesem Jahr nach: Einen Einblick in das neue Album von Michael Wollny im Duo mit dem Akkordeonisten Vincent Peirani gibt „The Kiss“. Außerdem werden zwei pianistische Neuzugänge bei ACT präsentiert: David Helbock aus Österreich mit „The Soul“ und der aus Martinique stammende Grégory Privat mit „La Maga“. Doch auch zwei renommierte Pianisten sind vertreten: Altmeister Joachim Kühn interpretiert im Trio mit den „jungen Wilden“ Eric Schaefer (dr) und Chris Jennings (b) auf erfrischende Weise „Sleep on it“, eine Reggae-Dub-Nummer von „Stand High Patrol“. Iiro Rantala überzeugt im „Super-Trio“ mit Lars Danielsson und Peter Erskine mit finnischer Leichtigkeit durch Kenny Barrons „Voyage“. „Hier wird Jazzgeschichte geschrieben”, schrieb der Berliner Tagesspiegel über die Konzertreihe „Jazz at Berlin Philharmonic“. Zwei weitere denkwürdige Konzertabende im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie wurden auf CD verewigt und sind auf Magic Moments 9 vertreten: „Tears For Esbjörn“, ein gemeinsames Erinnern an Esbjörn Svensson in ACT-Starbesetzung und „Celtic Roots“, eine folkloristische Spurensuche nach den keltischen Einflüssen im Jazz. Besonders die Abbildung des Klangs Europas ist die Aufgabe von ACT. So wurde zum Beispiel nach sieben Jahren die zweite Ausgabe des Erfolgsprojekts „Mare Nostrum“ eingespielt: Bei „Kristallen den fina“ verschmelzen Jan Lundgren und Paolo Fresu die Musikkolorite Schwedens und Italiens auf bezaubernde Weise. Das außergewöhnliche Aufeinandertreffen der beiden Gitarristen Gerardo Núñez aus Spanien und Ulf Wakenius aus Schweden zeigt mit „Mirlo“ zu was interkultureller musikalischer Austausch im Stande ist. Das spontane Zusammenspiel der Skandinavier Lars Danielsson (b), Marius Neset (sax) und Morten Lund (dr) als „akustisches Trio mit explodierender Spielfreude“ (Spiegel Online) offenbart sich in „Folksong“. Auch der finnische Jukka Perko und die neue Stimme aus Frankreich Lou Tavano tragen zum europäischen Sound-Profil von ACT bei. Berauschend und berührend, unterhaltend und anregend sind die Magic Moments 9 eine Momentaufnahme des europäischen zeitgenössischen Jazz und ein Blick darüber hinaus. Credits: Compilation by Siggi Loch Mastered by Klaus Scheuermann

4,90 €*
Jazz at Berlin Philharmonic IV - Accordion Night
Jazz at Berlin Philharmonic - Jazz at Berlin Philharmonic IV - Accordion NightCD / digital Klaus Paier accordion Asja Valcic cello Régis Gizavo accordion & vocals Nguyên Lê guitar Stian Carstensen accordion Adam Bałdych violin Vincent Peirani accordion Emile Parisien soprano saxophone Bei „Jazz at Berlin Philharmonic“ ist das Programm der Star. Bei der stets ausverkauften Konzertreihe im Kammermusiksaal geht es Kurator und Produzent Siggi Loch darum, bisher ungehörte Musikerkonstellationen unter einem thematischen Fokus zusammenzustellen. Am 13. Februar 2015 stand das Akkordeon im Rampenlicht: Von der Musette in Paris über die Schrammelmusik in Wien und der Sinti- und Roma-Musik aus den Balkanstaaten bis hin zum Tango in Buenos Aires. Das Akkordeon ist vor allem in der populären Musik beliebt, ein gern gesehener Begleiter in der Haus- und Volksmusik, das „Orchester des kleinen Mannes“. In der Klassik und auch im Jazz ist es aber bis heute immer noch ein Exot, auch wenn die Crossover- und Weltmusikwelle ab Anfang der 80er Jahre das Instrument stärker in den Fokus rückte. Vor allem der Argentinier Astor Piazolla mit seinem Tango Nuevo und, auf Seiten des Jazz, dessen Schüler, der Franzose Richard Galliano, machten das Akkordeon hoffähig und ließen es in die sogenannte Hochkultur aufsteigen. Die Entwicklung des europäischen Jazz der letzten zwei Dekaden gab dem Instrument einen festen Platz, suchte er doch vor allem nach einer eigenen Identität durch die Verschmelzung mit der länderspezifischen traditionellen Musik. Dass das Akkordeon bis heute trotzdem noch ein zu Unrecht oft verkanntes Instrument ist, verdeutlicht eine Anekdote von Vincent Peirani, der heute das Instrument „virtuos modernisiert“ (3sat Kulturzeit): „Ich wollte als Kind immer Schlagzeug lernen, das Akkordeon war ein Instrument für Großeltern, aber mein Vater hat mich dazu gezwungen […] Als ich Mendelssohn und Bach darauf spielen gelernt habe, da habe ich erst die Vielseitigkeit des Instruments kapiert und dann habe ich es adoptiert oder es mich…“ Es sind diese Klangvielfalt, der Facettenreichtum und die musikalischen Entfaltungs-möglichkeiten die „Jazz at Berlin Philharmonic IV“ präsentiert. Unter den Fingern von vier weltweit gefeierten Protagonisten wurde das Akkordeon im ausverkauften Kammermusiksaal zur Wunderkiste: Vincent Peirani aus Frankreich, der Österreicher Klaus Paier, Stian Carstensen aus Norwegen und Régis Gizavo aus Madagaskar. Der klassisch ausgebildete Klaus Paier ist ein abenteuerlustiger Klangraumforscher, der mit seiner langjährigen Duopartnerin, ebenfalls aus der abendländischen Kunstmusik kommenden, Asja Valcic am Cello mitreißend arrangierte Grenzgänge zwischen Jazz, Klassik, Musette und Weltmusik, kurz: „Eurojazz vom Besten“ (Der Spiegel) entstehen lässt. Bei Jazz at Berlin Philharmonic zaubern sie einen wilden Tango Nuevo („Tango Loco“) aufs Parkett. „Peirani kann am Akkordeon fast alles“, stellte die FAZ unlängst fest. Die Entdeckung des Jahres 2014 in Frankreich (Victoire du Jazz) gilt laut Fono Forum als „Jahrhunderttalent“ und großer Erneuerer seines Instruments. Mit seinem Alter Ego, Emile Parisien, bildet er ein Traumpaar, das unlängst mit dem ECHO Jazz 2015 für die beste internationale Ensemble-Leistung (für das Album „Belle Époque“) ausgezeichnet wurde. "Connecting the unexpected" - überraschende, nicht selbstverständliche künstlerische Begegnungen können magische Momente entstehen lassen: An diesem Abend initiierte Siggi Loch zwei Duos, die erstmals aufeinandertrafen: Der Hansdampf in allen Genres, Stian Carstensen, bekannt aus seiner multistilistischen Paradeband „Farmers Market“ trifft auf den polnischen Geigen-Wizard Adam Bałdych. Mit zwei Stücken zeichnet er auf „Jazz at Berlin Philharmonic IV“ ein musikalisches Bild seiner skandinavischen Heimat. Régis Gizavo ist ein Exot am Akkordeon, als einziger der vier ein Autodidakt und ohne klassische Ausbildung. Sein Handwerk hat er auf den Straßen Madagaskars gelernt, bei Feiern seines Dorfes und in Kneipen. Gizavo schnappte alles auf, was ihm zu Ohren kam, von der heimischen Volksmusik bis zu portugiesischen und südafrikanischen Klängen, vor allem durch die Radiosender des benachbarten Mosambik. Mit Nguyên Lê, seitjeher eine Gallionsfigur für weltmusikalische Klänge und ein musikalischer Wanderer zwischen Europa, Asien und Afrika, findet er den perfekten Partner an seiner Seite. So virtuos und eigenwillig erweitert haben traditionelle madagassische Klänge noch nie geklungen. Den krönenden Abschluss der „Accordion Night“ bildet Astor Piazollas „Libertango“, das Paradestück für Akkordeonisten schlechthin. Von allen Künstlern zusammen interpretiert, hat man diesen ewigen Klassiker in dieser Besetzung sicher noch nie gehört. Und so findet erneut ein denkwürdiger und umjubelter „Jazz at Berlin Philharmonic“-Konzertabend ein fulminantes Ende.Credits: Recorded live in concert at the Berlin Philharmonie (KMS), February 13, 2015 Recorded, mixed and mastered by Klaus Scheuermann Presented by Stiftung Berliner Philharmoniker Produced & curated by Siggi Loch

17,50 €*

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