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Richard Galliano, Paolo Fresu, Jan Lundgren: Mare Nostrum IV / Testpressung
Limitierte Testpressungen des Albums von Richard Galliano, Paolo Fresu, Jan Lundgren.Nur 3 Testpressungen sind erhältlich – ein seltenes Sammlerstück!Album: Mare Nostrum IVVÖ: 28.03.2025Diese Testpressungen wurden verwendet, um die höchste Audioqualität vor der Massenproduktion sicherzustellen.  In Ihrem ACT-Testpressungspaket enthalten sind: 1 Bio-Vinyl-Testpressung in der originalen weißen Schutzhülle. Eine schön gestaltete Karte mit handgeschriebenen Schlüsseldetails zur Veröffentlichung, wie Künstlernamen, Albumtitel, Produktionsjahr und Anzahl der Testpressungen. Album-Booklet im PDF-Format. Dieses enthält einen umfassenden Einblick in das Album mit dem Cover-Artwork, einem sorgfältig verfassten Text über das Album, der Tracklist, vollständigen Produktions- und Performance-Credits sowie Details zur Instrumentierung.Echtheitszertifikat der Testpressung. Dieses Zertifikat bestätigt die Echtheit der Testpressung, die im Rahmen des Qualitätskontrollprozesses vor der finalen Vinylpressung hergestellt wurde. Testpressungen werden nur in begrenzter Stückzahl produziert, um höchste Klangtreue und Fertigungsqualität zu gewährleisten. Jede Testpressung wird sorgfältig geprüft und von unserem Team freigegeben, bevor die Produktion fortgesetzt wird. Dieses Dokument dient als Nachweis für ihre Authentizität und Einzigartigkeit. Zur offiziellen Bestätigung trägt dieses Zertifikat den Firmenstempel. Hinweis: Eine Testpressung ist eine Vorabversion der Vinylplatte, die zur Überprüfung der Pressqualität vor der Serienproduktion verwendet wird. Die Audioqualität kann leicht von der finalen Version abweichen und kleine Unregelmäßigkeiten aufweisen, die Teil des Testprozesses sind. Sie besitzt historischen Wert als Bestandteil des Produktionsprozesses.

195,00 €*
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Mare Nostrum IV
Fresu - Galliano - Lundgren - Mare Nostrum IVCD / Vinyl / digital Paolo Fresu trumpet, fluegelhorn Richard Galliano accordion, bandoneon, accordina Jan Lundgren piano Was im Jahr 2005 mit drei Konzerten in Schweden als ein Experiment begann, drei der profiliertesten Charaktere des europäischen Jazz zusammen zu bringen, hat sich in 20 Jahren zu einem der prägendsten Besetzungen des „Sound of Europe“ entwickelt: Der sardische Trompeter Paolo Fresu, der französische Akkordeonist Richard Galliano und der schwedischer Pianist Jan Lundgren erzählen mit Mare Nostrum musikalische Geschichten vom nördlichsten bis zum südlichsten Ende des Kontinents – mit Einflüssen aus folkloristischer, klassischer und populärer Musik in Verbindung mit der Freiheit des Jazz. Auf hunderten Konzerten und drei gefeierten Alben wurde aus dem All-Star-Projekt eine höchst sensibel aufeinander eingespielte Working Band – und die drei Musiker wurden enge Freunde. Beides hört und spürt man auf Mare Nostrum IV. Die Meisterschaft von Fresu, Galliano und Lundgren liegt in den Nuancen, dem gemeinsamen Fluss melancholisch-anrührender Melodien, in den schillernden Texturen und subtilen Wendungen der Musik. Und sie liegt in der Tiefe des schieren Klangs, von der Artikulation jeder einzelnen Note, bis zum inzwischen ikonisch geworden Trio-Sound. Die zwölf Stücke auf Mare Nostrum IV, die Fresu, Galliano und Lundgren speziell füreinander geschrieben oder arrangiert haben, sind cineastische Miniaturen aus nordischer Melancholie und mediterraner Wärme. Und sie sind eine in der Musik Wirklichkeit gewordene Utopie von Schönheit und Gemeinschaft, die in unserer Zeit so wertvoll und bedeutsam scheint, wie vielleicht noch nie zuvor. Seit drei Jahrzehnten ist der Trompeter Paolo Fresu ist eine Institution des Jazz aus Italien. Als Leader und Sideman hat er an über 350 Aufnahmen mitgewirkt, mehrere davon bei ACT, angefangen mit seinem Musik-/Filmprojekt „Sonos 'E Memoria“ im Jahr 2001, gefolgt von mittlerweile vier Alben in der "Mare Nostrum"-Serie, dem Duo-Album "Summerwind" mit Lars Danielsson (2018) und Gastauftritten auf Alben von Adam Bałdych, Nguyên Lê und Jens Thomas. Paolo Fresu ist künstlerischer Leiter des Berchidda-Festivals "Time In Jazz" und leitet seit 25 Jahren als Dozent die Jazz-Seminare in Nuoro (Sardinien). Er lebt zwischen Paris, Bologna und Sardinien. Richard Galliano ist ein einzigartiger Erneuerer des Akkordeons und eine unverwechselbare Stimme seines Instruments. Ermutigt von Astor Piazzolla schuf er die „New Musette", seine Version der traditionellen Musik seiner französischen Heimat. Richard Galliano hat mehr als 50 Alben unter seinem eigenen Namen aufgenommen - in Jazz, Klassik und verschiedenen Musikstilen aus aller Welt. Die beeindruckende Liste seiner Zusammenarbeiten umfasst Künstler:innen wie Chet Baker, Eddy Louiss, Ron Carter, Wynton Marsalis, Serge Reggiani, Claude Nougaro, Juliette Greco, Nigel Kennedy und verschiedene renommierte Orchester. Neben vielen anderen Auszeichnungen wurde Richard Galliano von der französischen Regierung zum "Officier" und "Commandeur des Arts et des Lettres" ernannt. Der Pianist Jan Lundgren ist ein Pionier des europäischen Jazz, der klassische Musik, Folklore, amerikanischen Jazz und Improvisation verbindet. Neben Mare Nostrum besonders eindrucksvoll nachzuhören auf "European Standards" und "Swedish Standards" oder „Potsdamer Platz“ von Lundgrens eigenem Trio, der Verbindung von Renaissance-Chormusik und Jazz auf "Magnum Mysterium" und Co-Leader Aufnahmen mit Nils Landgren, Hans Backenroth, Wolfgang Haffner, Lars Danielsson oder Emile Parisien. Jan Lundgren ist Mitglied der Schwedischen Royal Academy of Music, trat als erster skandinavischer Jazzmusiker in der Carnegie Hall auf und gründete 2010 das Ystad Sweden Jazz Festival, das er bis heute leitet.CreditsRecorded and mixed by Rémi Bourcereau at Studio La Menuiserie, France, on September 30th, October 1st, and October 2nd, 2024, mastered at Studio Sequenza by Thomas Vingtrinier. Cover art by Martin Assig, “Berg” (detail), 2023

Ab 18,90 €*
Palmer Edition II: Trio
Lars Danielsson - Palmer Edition II: TrioCD / Vinyl / digital Lars Danielsson double bass & cello Verneri Pohjola trumpet John Parricelli guitar Edition Palmer die Zusammenarbeit zwischen ACT und Château Palmer, begann 2023 mit einer bedeutenden Veröffentlichung: DUO war ein intimes musikalisches Gespräch zwischen Joachim Kühn und Michael Wollny, zwei der unbestrittenen Größen des europäischen Jazzpianos. Die Aufnahme wurde international gefeiert: „Der Tagesspiegel“, eine der renommiertesten deutschen Tageszeitungen, schrieb: „Das Duo von Michael Wollny und Joachim Kühn ist ein alchemistisches Wunder. Sie teilen einen Geist der Improvisation, der Introspektion und Ausdruck, Vorfreude und Schweiß verbindet.“ Die führende französische Publikation Jazz Magazine lobte „eine tiefe Verbindung von extremer Sensibilität“. Während die Musik für die erste Edition Palmer live in der Alten Oper in Frankfurt aufgenommen wurde, entstand die zweite Veröffentlichung im Château Palmer selbst. Ein „Salon“ im Schloss diente als exklusiver Aufnahmeschauplatz für eine Reihe hochkarätiger Musiker von Weltrang. Auf TRIO spielen der renommierte Bassist, Cellist und Komponist Lars Danielsson sowie zwei Jazzgrößen aus dem Norden: der finnische Trompeter Verneri Pohjola und der britische Gitarrist John Parricelli. Der Hörer wird den genius loci, die Ruhe und Intimität des Aufnahmeortes genießen. Dieses Album erweckt nicht nur die ursprüngliche Idee der Zusammenarbeit zwischen ACT und Château Palmer auf eine spürbar aufregende und passende Weise zum Leben, sondern fängt auch die Magie ein, die entsteht, wenn einzigartige Künstler in einer einmalig schönen und besonderen Umgebung zusammenkommen.Credits: Produced by Andreas Brandis In cooperation with Chateau Palmer The Art in Music: Cover art by Mark Harrington

Ab 18,90 €*
Keeping Company
Bill Laurance & Michael League - Keeping CompanyCD / Vinyl / digital Bill Laurance piano Michael League oud, fretless bass, vocals „Ein gemeinsames Projekt voranzutreiben, ist da auch eine Vergewisserung unserer selbst. Wir sind sehr enge Freunde und mit diesem Album feiern wir das.“ Bill Laurance Es gibt Duos, die werden extra zusammengestellt. Andere entstehen von alleine. So wie das von Pianist Bill Laurance und Bassist und Oud-Spieler Michael League. Die beiden kennen einander seit Studientagen. Der eine kam einst aus London nach Denton an die University Of North Texas, um seinen Horizont in andere Richtungen zu öffnen. Der andere hatte in seiner kalifornischen Heimat ursprünglich Gitarre gelernt, dann aber zum Bass gegriffen und war ebenfalls nach Texas gereist, um dort einen für ihn neuen Flow zu erleben. Die Beiden lernten einander schnell kennen und schätzen, sammelten musikalisch Gleichgesinnte um sich. Erlaubt war alles, was Spaß machte, Klassik, Soul, Folk, Jazz. Es war die Gründungsphase eines Kollektivs, das von 2003 an unter dem Namen Snarky Puppy bekannt werden und fortan im großen Tross die Welt bereisen sollte. Das gemeisame Duo von Bill Laurance und Michael League und dessen Album „Keeping Company“ sind so etwas wie der Gegenentwurf zum Snarky Puppy-Großformat. Statt um Energie und Extraversion geht es hier um die gemeinsame Innensicht. Man merkt es an der Wahl der Instrumente. Bill Laurance lässt die Keyboards im Case und konzentriert sich ganz auf das Piano, akustisch im Klang und bestenfalls ein wenig mechanisch präpariert. Michael League wählt eine bundlose Bassgitarre und die Oud, ein extremer Kontrast zum puren Groove voller Legato- und Rubato-Optionen mit transparent karger, aber atmosphärisch reicher Klangwirkung. Und sie verzichten auf die Band. Damit entsteht eine spezielle Freiheit für beide Beteiligten. „Die Oud hat für sich genommen schon einen sehr spezifischen Assoziationsraum“, erzählt Bill Laurance aus der orchestrale Perspektive des Klaviers. „Wenn ich komponiere, dann will ich das Publikum immer auch in andere Räume mitnehmen. Mit dem Klang der Oud funktioniert das. Sie ist keine Gitarre, hat etwas Exotisches. Eine Leinwand, auf die man etwas vieles malen kann. Schon beim ersten Album haben wir viel diskutiert, ob Michael eine bundlose Nylonsaiten-Gitarre spielen sollte. Es hat es ausprobiert, aber es kamen nicht die gleichen Melodien wie mit der Oud heraus. Der Sound und das Spielen ohne Bünde macht jedenfalls andere musikalische Informationen möglich. Das hat uns fasziniert.“ Und die Neugier hat bislang nicht nachgelassen. „Keeping Company“ ist das zweite Album des Duos nach dem international vielbeachteten „Where You Wish You Were“, das im Januar 2023 erschien. Die Vorbereitungsphase war außerordentlich produktiv. Beide Beteiligten schrieben viele Skizzen und Kompositionen, allein Bill Laurance über Wochen hinweg bis zu drei Stücke am Tag. Am Ende musste die Fülle komprimiert und in eine Form gebracht werden, in der die Musik resonierte: „Beim ersten Album ging es eher darum, einen Sound zu etablieren und die Dynamik zu erforschen. Inzwischen wollen wir tiefer einzutauchen. Es ist noch mehr Persönlichkeit in der Musik. Außerdem wollten wir ausprobieren, was wir bislang noch nicht erforscht haben, einen Hauch von Soul Jazz zum Beispiel. Und Musik, die nur zu zweit gespielt wird, ohne Overdubbing. Wir haben viel Schönheit darin gefunden, uns auf das Pure, das Organische zu konzentrieren.“ Das liegt auch daran, dass beide Musiker Ausflüge ins Unbekannte zulassen. Michael League etwa hat nie die traditionelle Spielweise der Oud studiert. Er kennt das Instrument ursprünglich von seinem Bruder, der es in den frühen 2000er Jahren in Griechenland studierte. Später wurde Ara Dinkjian, einer der weltweit angesehensten Meister des Instruments, Michael Leagues Mentor. Dieser war es auch, der ihn immer wieder ermutigte, die Oud aus seiner eigenen, intuitiven Perspektive zu erforschen. Bill Laurance wiederum verzichtet für das Spiel im Duo auf das Raumgreifende des Klaviers. Er bevorzugt kantable Melodien, rhythmisch prägnante, klare Begleitungen und kompakte Improvisationen. Die Stücke selbst wirken wie Miniaturen, auf ihren Kern reduziert, jedes eine kleine Welt für sich. „Keeping Company“ ist eine Momentaufnahme eines ungewöhnlichen Teams, ein Programm wie eine Sammlung klingender Polaroids. Denn Bill Laurance und Michael League sind bislang noch in der wunderbar inspirierenden Phase gemeinsamer Erkundungen. Es ist alles offen. Die Musik klingt spontan und intuitiv. Sie hat die Kraft des Persönlichen und baut auf einer Freundschaft auf, die auch Humor im motivischen Umgarnen verträgt. Vielleicht kommen eines Tages auch andere Player hinzu. Bislang aber ist der Dialog im musikalisch intimen Rahmen für Bill Laurance und Michael League die ideale Form des künstlerischen Gesprächs.Credits: Produced by Bill Laurance, Michael League & Nic Hard

Ab 18,90 €*
Bill Laurance & Michael League: Keeping Company / Testpressung
Limitierte Testpressungen des Albums von Bill Laurance & Michael League.Nur 4 Testpressungen sind erhältlich – ein seltenes Sammlerstück.Album: Keeping CompanyVÖ: 31.10.2024Eine Testpressung ist die erste Probeplatte eines Albums und dient der Qualitätskontrolle vor der finalen Pressung. Sie entspricht klanglich nicht immer exakt der späteren Veröffentlichung, was sie jedoch zu einem besonderen Sammlerstück mit eigener Geschichte macht. Jede Testpressung ist eine Limited Edition – ideal für Sammler:innen und alle, die Jazz-Vinyl, Raritäten und exklusive Ausgaben schätzen. In Ihrem ACT-Testpressungspaket enthalten sind:1 Bio-Vinyl-Testpressung in der originalen weißen Schutzhülle. Eine schön gestaltete Karte mit handgeschriebenen Schlüsseldetails zur Veröffentlichung, wie Künstlernamen, Albumtitel, Produktionsjahr und Anzahl der Testpressungen. Album-Booklet im PDF-Format. Dieses enthält einen umfassenden Einblick in das Album mit dem Cover-Artwork, einem sorgfältig verfassten Text über das Album, der Tracklist, vollständigen Produktions- und Performance-Credits sowie Details zur Instrumentierung. Echtheitszertifikat der Testpressung. Dieses Zertifikat bestätigt die Echtheit der Testpressung, die im Rahmen des Qualitätskontrollprozesses vor der finalen Vinylpressung hergestellt wurde. Testpressungen werden nur in begrenzter Stückzahl produziert, um höchste Klangtreue und Fertigungsqualität zu gewährleisten. Jede Testpressung wird sorgfältig geprüft und von unserem Team freigegeben, bevor die Produktion fortgesetzt wird. Dieses Dokument dient als Nachweis für ihre Authentizität und Einzigartigkeit. Zur offiziellen Bestätigung trägt dieses Zertifikat den Firmenstempel. Hinweis: Eine Testpressung ist eine Vorabversion der Vinylplatte, die zur Überprüfung der Pressqualität vor der Serienproduktion verwendet wird. Die Audioqualität kann leicht von der finalen Version abweichen und kleine Unregelmäßigkeiten aufweisen, die Teil des Testprozesses sind. Sie besitzt historischen Wert als Bestandteil des Produktionsprozesses.

200,00 €*
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Arcs & Rivers
Joel Lyssarides - Arcs & RiversCD / Vinyl / digital Joel Lyssarides piano Georgios Prokopiou bouzouki Wann genau die Langhalslaute Bouzouki nach Griechenland kam, ist unklar. Ihre Wurzeln gehen bis ins vierte Jahrhundert vor Christus zurück. Die heutige Form des Instruments, benannt nach "Βυζί", dem griechischen Wort für die weibliche Brust, ist relativ jung und seit etwa 1920 in Athen und auf dem Peloponnes verbreitet. Ursprünglich in Bars und auf privaten Festen gespielt fand es durch das Revival des „Rebetiko“, dem „griechischen Blues“ ab den 1960er Jahren weitere Verbreitung. „Ursprünglich wurde auf der Bouzouki viel improvisiert“, meint Georgios Propkopiou, „viel mehr als später. Denn ab den Fünfzigerjahren wurde ihr Spiel professionell unterrichtet. Da wurde vieles festgelegter“. Seitdem ist der metallische Klang des Instruments fast zum Synonym für die griechische Folklore als Begleitung von Liedern und Tänzen geworden... vor allem bei dem Komponisten Mikis Theodorakis, der mehr als nur ein paar Ohrwürmer hervorgebracht hat. Die Jazzkarriere der Bouzouki hingegen stand bislang noch aus. Es brauchte einen Umweg über Stockholm, damit etwas in Bewegung kam. „Die Kombination Bouzouki und Jazz liegt erst einmal nicht so nahe“, meint der Pianist Joel Lyssarides. „Für mich persönlich hängt sie mit meinem Großvater zusammen, einem griechischen Zyprioten. Er kam in den 1940ern nach Schweden. Griechische Musik mochte ich immer, ich war aber damit nicht wirklich vertraut. Jedenfalls fand ich die Bouzouki faszinierend. Während der Pandemie habe ich mir ein Instrument gekauft, um es ein wenig zu lernen. Beim Stöbern im Internet entdeckte ich dann Georgios durch ein TV-Konzert, ein Tribute an Theodorakis. Ich war total begeistert und habe in Stockholm herumgefragt, ob ihn jemand kennt. Tatsächlich spielte er zufällig ein paar Tage später in der Nähe in einer Hotelbar ein Konzert“. Das war im Herbst 2022. Joel Lyssarides hörte Georgios Prokopiou zu, sprach ihn an und sie verabredeten sich zu einer Session. Sie jammten und improvisierten, fanden musikalisch schnell zusammen und im Sommer 2023 spielten sie ihr erstes gemeinsames Konzert. „Es ist sehr unüblich, dass jemand mit der Bouzouki über Changes improvisiert,“ erzählt Joel Lyssarides weiter. „Sie ist ja ein traditionelles Instrument mit klar definierter Rolle, meistens Begleitung mit gedoppelten Terzen und Sexten. Georgios aber macht viel mehr. Ich hatte zunächst keine Ahnung, wie unglaublich virtuos und stilistisch variabel er ist. Seine Vielseitigkeit öffnet viele Türen. Wir hatten von Anfang an sehr viel Spaß an den neuen Möglichkeiten. Und ich hatte vorher noch niemanden gehört, der so spielt. Dafür musste ich unbedingt Musik schreiben“.Lyssarides erzählte ACT-Chef und Produzent Andreas Brandis von der Idee für das Duo und auch dieser war sofort begeistert: „In der Lesart von ACT steht der Begriff Jazz vor allem für ein Vokabular mithilfe dessen Musiker:innen ihre eigene Geschichte vor ihrem persönlichen kulturellen Hintergrund erzählen. Es ist faszinierend, dass hier immer wieder Konstellationen entstehen, die es vorher nicht gegeben hat. Und die Musik, die Joel Lyssarides und Georgios Prokopiou gemeinsam kreieren ist einerseits absolut überraschend und neu, klingt jedoch gleichzeitig so organisch und natürlich, als hätte es diese Konstellation schon immer gegeben.“Es sind aber nicht nur die Instrumente Klavier und Bouzouki, die sich getroffen haben, sondern auch die speziellen Charaktere und Geschichten der beiden Duopartner. Der Stockholmer Joel Lyssarides verbindet in seinem Spiel größte Virtuosität mit beeindruckender Leichtigkeit und einem starken Gespür für Stimmung und Dynamik. Er arbeitet mit so unterschiedlichen Künstler:innen wie Anne Sofie von Otter, Benny Anderson, Nils Landgren, Viktoria Tolstoy und ist Teil des Esbjörn Svensson Tributes „e.s.t. 30“. Das ACT-Debüt „Stay Now“ von Lyssarides‘ eigenem Trio wurde seit seinem Erscheinen 2022 allein auf Spotify eindrucksvolle 25 Millionen Mal gehört. Der Athener und Wahl-Stockholmer Georgios Prokopiou spielte zum ersten Mal mit sechseinhalb Jahren Bouzouki, gab mit acht seinen Konzerteinstand und hatte als Zehnjähriger bereits feste Musikengagements in Bars und Bordellen. Seitdem arbeitet er im klassischen Kontext ebenso wie in der Folklore und dem Experimentellen, spielt neben der Bouzouki außerdem Saz und andere Saiteninstrumente.Die Voraussetzungen für das Album „Arcs & Rivers“ waren daher so vielfältig und offen, wie nur möglich. Nach einem Probekonzert in der Berliner ACT Art Collection, von dem das Live-Stück „Zafeirious Solo“ auf das Album übernommen wurde, trafen sich die beiden noch einmal am selben Ort, um mit Studio-Equipment auch andere Facetten aufnehmen zu können. „Wir wollten zum Beispiel leise Stellen dabeihaben, nah mikrofoniert. Außerdem den großartigen Klang des Flügels, der früher einmal Alfred Brendel gehört hat. Insgesamt aber war vieles sehr spontan. Das ganze Album wurde in einem Rutsch aufgenommen, innerhalb von vier Stunden, meistens mit den ersten Takes. Ich bin sonst oft Perfektionist und verbringe Tage mit der Nachbearbeitung von Musik im Studio. Diesmal hingegen sollte es so direkt und spontan wie möglich sein“. Und es funktionierte: „Arc & Rivers“ ist ein Dialogskizzenbuch mit normsetzender Wirkung. Egal ob neue Kompositionen oder Verarbeitungen traditioneller Rhythmen und Muster wie in „Kamilieriko Road“ – diese Musik hat eine schillernde, klangmagische Kraft. Und das Duo selbst strahlt eine Selbstverständlichkeit der Kulturverknüpfung aus, die die Enge der Stile hinter sich lässt. Und es macht klar: Es ist tatsächlich Zeit für etwas mehr Bouzouki im Jazz, in der Improvisation und auf den Bühnen der internationalen Musikwelt. Credits: Produced by Joel Lyssarides, Georgios Prokopiou and Andreas Brandis Recorded by Thomas Schöttl at the ACT Gallery in Berlin, Germany, on 29 - 30 April 2024 Mixed and mastered by Klaus Scheuermann The Art in Music: Cover art „Landschaft 1994“ (Detail) created by Manfred Bockelmann

Ab 18,90 €*
Wonderland
Daniel García - WonderlandCD / Vinyl / digital Daniel García piano, vocals on #10 Reinier “El Negrón” double bass Michael Olivera drums, vocals on #6 special guests Gilad Hekselman guitar on #3 Lau Noah vocals on #7 Verónica Ferreiro vocals on #11 Es tut sich etwas in der spanischen Jazz-Szene. Blieb man in Madrid, Barcelona und Sevilla lange eher unter sich, erlangte in den letzten Jahren eine ganze Generation aktueller spanischer Jazzmusiker:innen internationales Renommee und das in einem Maße, dass man durchaus von einer Bewegung sprechen kann. Elementarer Teil dieser Bewegung: Der 1983 in Salamancha geborene Pianist Daniel García, der sich in den letzten zehn Jahren mit seinem Trio einen Namen als einer der wichtigsten Vertreter des Jazz seines Heimatlands erspielt hat – auf über 300 Konzerten quer durch Europa und bis nach Japan. Die Besetzung der Band steht für eine weitere Besonderheit der spanischen Szene: Viele Musiker:innen aus Kuba fanden hier aufgrund der gemeinsamen Sprache eine zweite Heimat – und brachten ihre hervorragende musikalische Ausbildung und ihre Einflüsse mit. So auch Bassist Reinier „El Negron“ und Schlagzeuger Michael Olivera die die ebenso tight, wie sensibel agierende Rhythmusgruppe des Daniel García Trios bilden. „Wonderland“ ist das dritte Album des Daniel García Trios auf ACT. Waren die Vorgängeralben „Travesuras“ (2019) und „Vía de la Plata“ (2021) noch von deutlichen Einflüssen aus Flamenco und traditioneller spanischer Musik geprägt, hat sich García nun davon emanzipiert. Die Flamenco-Anleihen auf „Wonderland“ sind subtiler und stehen neben einer ganzen Palette von Inspirationen aus Modern Jazz, Klassik, Pop und Einflüssen aus der Karibik und dem mittleren Osten. Zugleich symbolisiert „Wonderland“ eine innere Suche: Daniel García zitiert in den Liner Notes des Schweizer Psychologen Carl Gustav Jung: „Wer nach außen schaut, träumt, wer nach innen schaut, erwacht.” García lädt seine Zuhörer, die eigenen Gefühle und Gedanken zu erforschen – in „eine intime Welt aus Träumen und Ängsten, Illusionen und Hoffnungen, die unser Selbst formt und uns hilft, unsere Umgebung zu verstehen“. In den zwölf Songs des Albums durchschreitet Daniel García verschiedene innere Räume und kreiert aus diesen eine zusammenhängende Erzählung. Mit dem kraftvollen „Gates to the Lands of Wonders“ betreten wir die Gefühlslandschaft. Es folgt der Titelsong, in dem als Gast der israelische Gitarrist Gilad Hekselman unisono mit dem Bandleader die sonnige Melodie spielt. „Ich liebe seinen Sound und seine Kompositionen“, so García. „So eine kreative Kraft! Ich mag Gitarristen, die auf solch menschliche Weise durch ihr Instrument sprechen“. Das sanfte „Mi Bolita“, das García seinem neugeborenen Neffen widmet und das verspielt-energische „Witness the Smile“ mit seiner Ohrwurm-tauglichen Melodie zeigen die kubanischen Einflüsse des Pianisten auf - und natürlich auch den seiner Mitstreiter Reinier „El Negron“ und Michael Olivera. „Sie sind meine Brüder“, schwärmt García. „Wenn ich mir von allen auf der Welt zwei Musiker aussuchen dürfte, ich würde trotzdem die beiden wählen! Wir sind eine Einheit.“ „Es fällt mir schwer, meine Musik zu kategorisieren“, sagt García. „Es fühlt sich an, als würde man versuchen, das Meer in eine zu Kiste sperren– sie läuft nur über! Ich liebe Klassik, ich liebe Musik aus dem Mittleren Osten, ich liebe Rock, ich liebe Singer/Songwriter! Inspiration kann von überall kommen. Das Intro von ‚The Gathering‘ wurde beispielsweise durch eine Melodie inspiriert, die ich auf den Straßen von Salamanca gehört habe.“ Zwei bemerkenswerte Stimmen runden das Album ab, die madrilenische Sängerin Verónica Ferreiro und die katalanische, in New York ansässige Sängerin Lau Noah. In „You and Me” singt sie: „Take my hands/Now, come and dance/Time to forget the wounds/All the scars, the pain”. Eine Einladung, den Schmerz im Tanz zu vergessen – und für Daniel eine Art, die Welt zu verbessern, wenn auch nur für einen Moment. Er sagt „Um uns herum passieren so viele Tragödien. Wir können wenig tun, außer an uns selbst zu glauben und gut zu anderen sein.“ Das die Kraft der Musik die Welt verbessert mag utopisch klingen. Aber man nimmt dem eher leisen, immer lächelnden, warmherzigen Daniel García den Glauben daran ab. Und es lohnt sich, ihn auf dem Weg durch sein „Wunderland“ zu begleiten.Credits: Produced and composed by Daniel García except #11, traditional Cover art (Detail) by Alice Baber (1928 - 1982) Courtesy Berry Campbell Gallery, New York

Ab 18,90 €*
Life Rhythm
Wolfgang Haffner - Life RhythmCD / Vinyl / digital Wolfgang Haffner drums Simon Oslender piano & keyboards Thomas Stieger bass, sitar guitar (#07) Sebastian Studnitzky trumpet Arto Mäkelä guitar Nils Landgren trombone (#01) Thomas Konstantinou oud (#05) Shantel additional production, electronics & mix (#05) Dominic Miller acoustic guitar (#06) Bruno Müller rhythm guitar (#06) Nicolas Fiszman bass (#06) Bill Evans soprano saxophone (#08) „Ich denke immer wieder aufs Neue darüber nach, wie ich mich als Schlagzeug-spielender Bandleader so positionieren kann, dass das Instrument eine tragende Funktion einnimmt, dies aber auf eine musikalische Weise geschieht und auf keinen Fall als Zurschaustellung von Virtuosität,“ sagt Wolfgang Haffner. Diese Haltung zieht sich als roter Faden durch seine gesamte Karriere - und auch durch „Life Rhythm“, sein zehntes Album auf ACT. Und obwohl Haffners Musik gängigen Vorstellungen virtuoser Schlagzeug-Leader ganz bewusst widerspricht, steht das Instrument diesmal besonders im Fokus. Ausgangspunkt dafür war Wolfgang Haffners allererstes Solokonzert im Jahr 2022 auf Schloss Elmau. Er erinnert sich: „Das war eine Wahnsinns-Herausforderung bei der ich auch vor der Entscheidung stand: Spiele ich jetzt eine Stunde Schlagzeugsolo? Natürlich nicht! Also habe ich habe eine Menge melodisch klingender Perkussionsinstrumente eingebaut, Passagen live geloopt, mit Echos und Delays gearbeitet – im Grunde wie im Studio, nur eben auf der Bühne.“ All dies brachte Haffner dazu, sich noch einmal auf ganz intensive Art mit dem Thema mit dem Instrument zu beschäftigen, welches ihn sein Leben lang begleitet. Und so haben alle Stücke auf „Life Rhythm“ diesmal ihren Ursprung, nicht wie sonst bei Haffner, am Piano, sondern am Schlagzeug. Das Ergebnis dieses Prozesses kann man gleich zum Auftakt von „Life Rhythm“ auf dem Titeltrack erleben: Das Stück basiert auf einem hypnotischen Groove, bei dem nicht die Becken, wie sonst im Jazz üblich, die Time angeben, sondern vor allem die Trommeln. Das dieser Groove direkt Phil Collins und besonders an dessen Stück „Take Me Home“ erinnert, ist kein Zufall: Collins‘ Art, Drum-Parts zu elementaren Teilen des Songwritings zu machen, ist bis heute eine von Haffners größten Inspirationen. Und auch jedes weitere der elf sehr kompakten, Song-haften Stücke auf „Life Rhythm“ öffnet eine eigene Welt des musikalischen Schlagzeugspiels: Mal mal trocken-reduziert mit Besen wie auf „Balance“, poppig bei „Joy of Life“, mit filigranen Becken-Grooves, dezenter Elektronik und Percussion auf „Eternity“ oder minimalistisch bis kurz vor der Stille in „Silence and Sound“.Das aus all diesen Stilistiken ein so stimmiges Ganzes entsteht liegt daran, das Wolfgang Haffner diese im Laufe seiner Karriere bis in die Tiefe durchdrungen hat - an der Seite von stilbildenden Charakteren wie Al Jarreau, Chaka Khan, Pat Metheny, Jan Garbarek, Esbjörn Svensson, Nils Petter Molvaer, Albert Mangelsdorff, Ricardo Villalobos und vielen, vielen mehr. All diese Kollaborationen haben Wolfgang Haffners Vokabular am Instrument und auch als Komponist geprägt und die damit verbundenen, unterschiedlichsten Stile sind gleichermaßen Teil seiner musikalischen Persönlichkeit.Vielseitigkeit und höchste Musikalität sind auch die Eigenschaften, die Wolfgang Haffner und seine Mitmusiker auf „Life Rhythm“ verbinden. Die Basis bildet ein bestens eingespieltes Trio zusammen mit Keyboarder Simon Oslender, selbst auch Drummer und Bandleader, und Thomas Stieger, einem der gefragtesten deutschen Bassisten in Pop wie Jazz. Dazu kommen Trompeter Sebastian Studnitzky, Mitstreiter Haffners seit seinem ACT-Debüt „Shapes“ und der Finne Arto Mikälä, eine echte Entdeckung in Sachen Klangvielfalt an der Gitarre. Diese Band herausragender Allrounder erweitert Haffner um eine Reihe musikalischer Charaktere, die der Musik ihre ganz eigene Farbe verleihen: Nils Landgren, Freund und Weggefährte seit mehr als 20 Jahren, Saxofon-Ikone Bill Evans, Sting-Gitarrist Dominic Miller, Balkan-Beat-Star Shantel, Bass-Feingeist Nicolas Fiszman, Oud-Virtuose Thomas Konstantinou und Bruno Müller, einer der besten deutschen Jazzgitarristen.„Life Rhythm,“ sagt Wolfgang Haffner, „ist für mich eine Fortsetzung, keine Wiederholung“. Die Musik trägt mit ihrer Wärme, Kraft und Klarheit die charakteristische Handschrift, die Haffner mit seinen Alben und auf tausenden von Konzerten in mehr als 100 Ländern zum wohl populärsten Schlagzeug-spielenden Leader Europas gemacht hat. Und gleichzeitig ist es eine Evolution seiner Musik. Gut möglich, dass Haffners Erfolg genau darin begründet ist, dass seine Musik immer etwas Vertrautes und etwas Neues beinhaltet und dass Haffner sein Publikum so immer „mitnimmt“ im Fluss seiner Ideen - und in einem gemeinsamen „Lebensrhythmus“. Credits: All music composed, produced and arranged by Wolfgang Haffner Cover art created by Peter Krüll

Ab 18,90 €*
Inner Spirits
Jan Lundgren - Inner SpiritsCD / Vinyl / digital Jan Lundgren piano Yamandu Costa guitar „Inner Spirits“ vereint zwei Seelenverwandte aus sehr unterschiedlichen Teilen der Welt: Pianist Jan Lundgren aus dem schwedischen Ystad und Gitarrist Yamandu Costa aus der südlichsten brasilianischen Provinz Rio Grande del Sur. Eine auf den ersten Blick ungewöhnliche Verbindung, doch durch die besondere Chemie zwischen den beiden Musikern entsteht etwas Außergewöhnliches. "Für Yamandu Costa ist die Gitarre eine natürliche Erweiterung seines Körpers und seiner Seele", schrieb ein amerikanischer Journalist. Das Spiel des Grammy-Gewinners (und sechsfachen Nominierten) ist geprägt von großer Eleganz, stetem harmonischem Fluss und tiefer Kenntnis der lateinamerikanischen Musik – in den unterschiedlichsten Besetzungen, vom Solo bis zur Arbeit mit Symphonieorchestern. Jan Lundgren hat einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung des europäischen Jazz der letzten zwei Jahrzehnte geleistet, ganz besonders durch das Trio „Mare Nostrum“ gemeinsam mit Paolo Fresu und Richard Galliano. Der britische „The Observer“ hört in dessen Musik "ein Gespür für Melodien und eine Leichtigkeit im Anschlag, die den kollektiven Sound sowohl delikat als auch unwiderstehlich macht" - Tugenden, die auch das Duo Lundgren & Costa auszeichnen. Jan Lundgren und Yamandu Costa lernten sich 2019 im südschwedischen Malmö kennen und entdeckten schnell eine tiefe Begeisterung für die Musik des anderen. Lundgren lud Costa ein, auf dem von ihm geleiteten Ystad Sweden Jazz Festival zu spielen und schließlich entstand der Wunsch, gemeinsam im Duo zu spielen. "Es hat mich sehr gefreut, dass die Programm-Macher des Stockholmer Konserthuset die Idee genauso gut fanden wie wir“ erinnert sich Lundgren. Am 17. Februar 2023 standen die beiden erstmals gemeinsam auf der Bühne. Die außergewöhnliche Kombination begeisterte alle Beteiligten, weitere Konzerte folgten und so wuchs auch der Wunsch nach einem gemeinsamen Album. Und so begaben sich Lundgren und Costa ein Jahr nach ihrem ersten Zusammentreffen zunächst für einige Tage der Vorbereitung in die Berliner ACT Art Gallery und schließlich gemeinsam mit Produzent Andreas Brandis ins Studio. Dank des tiefen gegenseitigen Verständnisses zwischen Lundgren und Costa und der Leichtigkeit und Spontaneität ihres Zusammenspiels dauerten die Aufnahmen zu „Inner Spirits“ nur eineinhalb Tage. Andreas Brandis sagt: „Es ist erstaunlich zu hören, wie eng sich das Spiel von Lundgren und Costa verzahnt, wie sie ständig die Rollen von Haupt- und Nebenstimme wechseln. Beide sind Meister von Harmonie und Melodie, jeder vor seinem kulturellen Hintergrund.” Jan Lundgren stimmt zu: „Das verbindet uns am meisten und deshalb mögen wir einander so sehr“. Und Costa ergänzt: „Ich glaube, dass in unseren Eigenkompositionen und dem Zusammenspiel etwas wirklich Aufrichtiges, Echtes entsteht.“ Die Eigenkompositionen und oft auch ihre Titel machen deutlich, wie persönlich dieses Album für beide Musiker ist. Jan Lundgren widmet jeweils ein Stück seinen Mare Nostrum-Partnern Paolo Fresu und Richard Galliano und ein weiteres seiner Frau, der Sängerin Hannah Svensson, die zudem auf einem weiteren Stück als Co-Komponistin fungiert. Sie verkörpern den „Sound Europas“ mit Einflüssen aus klassischer und traditioneller Musik, den Lundgren im Jazz so entscheidend mitgeprägt hat. Die Stücke aus der Feder Yamandu Costas erinnern an dessen Sozialisation durch die Musiken Lateinamerikas. Der Rhythmus von „Para Aprender A Amar" (Lieben lernen) entstammt dem ecuadorianischen Pasillo. Mit dem lebhaften Choro "Diplomata" und dem wenig bekannten Juwel „Garoto“ von Antonio Carlos Jobim erkundet Costa die Musik seiner brasilianischen Heimat. Und auch seine „violão de sete cordas", eine siebensaitige Gitarre, stammt aus der brasilianischen Musiktradition. In seiner Vielfalt der Stile, Tempi und Stimmungen macht „Inner Spirits" süchtig. Jan Lundgren und Yamandu Costas gewinnende Kombination aus Einfühlungsvermögen, gegenseitigem Respekt und tiefer Musikalität haben ein Album hervorgebracht, welches das Zeug hat, zu einem modernen Klassiker des Klavier/Gitarren-Duos zu werden.Credits: Produced by Andreas Brandis Cover art created by Olafur Eliasson “Friend from the ecotone, 2020 (detail) , ACT Art Collection, Courtesy neugerriemschneider Berlin

18,90 €*
The Gallery Concerts III: Rag Bag
Bernd Lhotzky - The Gallery Concerts III: Rag BagCD / digital Bernd Lhotzky piano „Mich faszinieren in der Musik, der Kunst und überhaupt im Leben die Widersprüche und Kontraste, die Synkopen, die Risse in der Zeit“, sagt der Pianist Bernd Lhotzky. Und so ist sein Soloalbum „Rag Bag“ eine Reise zwischen Zeiten und Welten, ein Flickenteppich aus unterschiedlichsten Motiven, Stilen und Assoziationen. Keimzelle der Musik des Albums ist der Ragtime, eine der frühsten Formen des Jazz. Lhotzky sagt: „Bis heute liebe ich an dieser Musik, dass sie so warm, lebensbejahend und unverstellt ist und einfach nur so strotzt vor Vitalität und ehrlicher Freude.“ Entfacht wurde diese Liebe bei Bernd Lhotzky früh, im Alter von neun Jahren, auf einem Konzert mit der Musik von Scott Joplin – selbst ein Grenzgänger seiner Zeit, gleichermaßen beeinflusst von afroamerikanischer Folklore und europäischer Klassik. Und es ist eine Liebe, die bis heute andauert: Auf der Grundlage einer atemberaubenden, klassisch geschulten Klavier-Technik gilt Lhotzky seit drei Jahrzehnten als wichtigster deutscher Botschafter des klassischen Jazz-Pianos und als Brückenbauer zwischen dessen Historie und Gegenwart. Mit zahllosen Auftritten und Einspielungen als Solist und im Duo, als Konzert- und Festival-Veranstalter und als impulssetzender Pianist der enorm erfolgreichen Band „Echoes of Swing“ lud er zur Wiederentdeckung des Jazz der Zeit von den Zwanzigern bis zu den Fünfzigern ein. Und auch im weltweiten Vergleich gehört Bernd Lhotzky zu jener Handvoll Pianisten, die den Harlem Stride noch so spielen können wie einst die großen Meister Thomas „Fats“ Waller, Earl „Fatha“ Hines oder Willie „The Lion“ Smith. Die Begeisterung für die Wurzeln des Jazz ließ in Lhotzky über Jahre den Wunsch wachsen, sich als Komponist und Pianist intensiv mit der Verbindung des heutigen Jazz zu dessen Ursprung, dem Ragtime zu befassen. Nachdem er Siggi Loch von seiner Idee erzählt hatte, lud der ihn zu einem Konzert in seine Berliner ACT Art Collection ein – und ließ den Auftritt in weiser Voraussicht mitschneiden. So erblickt jetzt das Album „Rag Bag“ das Licht der Welt, als drittes in der Serie „The Gallery Concerts“ mit exklusiven kammermusikalischen Live-Aufnahmen in diesem besonderen Rahmen, nach den Duo-Alben mit Johanna Summer und Jakob Manz sowie Jan Lundgren und Hans Backenroth. „Rag Bag“ ist in vielerlei Hinsicht ein kleines musikalisches Wunder. Zunächst, weil Lhotzky von der Idee bis zur Aufnahme gerade einmal acht Wochen Zeit hatte, ein Programm zu diesem umfangreichen Thema von solch großer persönlicher Wichtigkeit vorzubereiten. Vor allem aber, weil es ihm gelingt, auf sehr moderne Art eine Musik zu interpretieren, deren Melodien, Mechanismen und Regeln meist weit über hundert Jahre alt sind. „Der ‚Linden Tree Rag‘ etwa“, berichtet Lhotzky, „basiert auf einem Stück von 1850. Das ist eher noch französische Salon-Musik“. Lhotzkys Interpretation des Stücks öffnet eine ganze Welt, in der Jazz die Popmusik seiner Zeit war. Und gleichzeitig klingt diese Musik durch Lhotzkys pianistische Präzision und improvisatorische Vorstellungskraft, sowie den klaren, räumlichen Klang der modernen Aufnahme absolut „heutig“. Diese Art von Parallelen und Kontrasten macht die Einzigartigkeit von „Rag Bag“ aus. Auf dem Album stehen moderne Interpretationen von Originals und Eigenkompositionen nebeneinander, oft abwechselnd und einander kommentierend. Lhotzkys eigene Stücke nehmen die klaren Strukturen und eingängigen Melodien ihrer Vorbilder auf und verarbeiten sie zu eigenen, intuitiven Gedankenspielen - ohne den Bezugsrahmen zu den Originalen zu sprengen, innerhalb dieser Konstellation aber völlig frei. Als Musterbeispiel mag „Out Of Bondage“ dienen. Es lässt kurz Scott Joplins bekanntestes Stück „The Entertainer“ wie im Traum anklingen, um aber sogleich in ein dramatisches Präludium zu münden, in seinem Impressionismus an Grieg oder Debussy erinnernd, mit Brüchen und Knalleffekt am Schluss. „Dieses Album bedeutet für mich eine echte Befreiung“, erzählt Lhotzky. „Das Solo-Format erlaubt es mir ganz und gar ich selbst zu sein und meinen Blick auf eine Musik zu teilen, die mir auch heute noch außerordentlich wertvoll und relevant erscheint.“ Mit der Zugänglichkeit und Fröhlichkeit der frühen Jazz-Entertainer, aber im ganz neuen Licht seiner eigenen Auffassung spannt Lhotzky einen weiten Bogen über mehr als ein Jahrhundert Jazzgeschichte. Mit großem Piano-Handwerk und tiefer Durchdringung, aber gleichzeitig unmittelbar, zugänglich, live und aus dem Moment entstehend. Credits: Recorded at the ACT Art Gallery, Berlin Cover art “Welle” (detail) von Manfred Bockelmann

18,90 €*
Star of Spring
Anna Gréta - Star of SpringCD / Vinyl / digital Anna Gréta piano, vocals, backing vocals & all keyboards Einar Scheving drums and percussion Skúli Sverrisson electric bass Þorleifur Gaukur Davíðsson guitar & pedal steel Birgir Steinn Theodórsson double bass Magnús Trygvason Eliassen drums Sigurður Flosason bass clarinet Albert Finnbogason synthesizer Das Neue kommt bei Anna Gréta auf leisen Sohlen daher. Die in Reykjavik aufgewachsene, in Stockholm lebende Musikerin zelebriert ruhige, kunstvolle, persönliche Songs, klar in der Tradition des nordischen Vokal-Jazz und besonders inspiriert von der Kraft der Natur ihrer Heimat. War ihr 2021 erschienenes ACT-Debüt „Nightjar in the Northern Sky“ nach einem Vogel benannt, so ist es jetzt bei “Star of Spring” eine Blume, die das Ende des Winters und den Beginn des Frühlings einläutet.Das Besondere in Anna Grétas Musik zeigt sich beim genaueren Hinhören. Schon die für das Debütalbum titelgebende, seltene Nachtschwalbe, verkörpert genannten Naturbezug, steht jedoch auch als Metapher für die Suche nach dem Besonderen und dem Eigentlichen. Fast alle Songtexte von Anna Gréta besitzen so einen doppelten Boden, erst recht auf “Star of Spring”, das sich noch expliziter aufs Geschichtenerzählen versteht. Wie bei der Blume des Titelstücks, die auf Deutsch ‘Schneesturm’ heißt: “Bei ihr inspirierte mich nicht nur, wie sie im Frühjahr die Wiesen in Besitz nimmt und von Grün in Blau verwandelt. Sondern auch, dass sie blüht, weil sie muss. Sie kann nicht anders.” Und auch Anna Grétas musikalischer Persönlichkeit ist facettenreich: Ausgangspunkt war und ist das Klavier. Anna Gréta studierte zunächst klassische Musik und wechselte dann zum Jazz. Zum Singen kam sie erst später, als sie die Songs für Nightjar schrieb und sich in Worten ausdrücken wollte. Ihr Debüt als Sängerin, Pianistin und Songwriterin erntete internationale Anerkennung: Downbeat nannte es "ein Album mit der Vielfalt der Jahreszeiten und einer Stimme mit Farben des Nordlichts", France Musique "eine bemerkenswert eindringliche Erfahrung" und Jazzwise "schlichtweg schön".Auf “Star of Spring” entwickelt Anna Gréta ihren ganz eigenen Stil weiter. Ihre Gesangslinien ähneln Klaviermotiven, doppeln diese auch gerne und schwingen in einem eindrucksvollen leisen Vibrato nach, mitunter mit schrägen Intonationen à la Björk und folkigen Betonungen à la Norah Jones garniert. Und auch in Sachen Produktion trägt das Album eine sehr prägnante Handschrift. Für jeden der Songs schuf Anna Gréta eine eigene, kleine Welt aus Stimmen, rhythmischen Texturen und verschiedenen, raffiniert eingesetzten Tasteninstrumenten. Das Spektrum der Stücke des Albums reicht vom Hymnisch-Elegischem wie bei “She Moves” oder dem Titeltrack, geht über Verspielt-Heiteres wie “Space Time” bis zur extrem reduzierten und melancholischen Ballade “Denounment”. Und auch wenn die allgemeine Stimmung vor allem Wärme und Wohlbehagen verströmt, behandelt Anna Gréta durchaus ernste Themen, wie auf die durch Dänemark zwangsverordnete Geburtenkontrolle von Frauen in Grönland während der 60er und 70er Jahre im Song „The Body Remembers“. Sehr sinnlich klingt das, umso mehr, weil die Arrangements für ihre bestens eingespielte Band auf “Star of Spring” noch vielschichtiger geworden sind. So lässt sie ihr helles Timbre und ihr perlendes Klavierspiel auf drei Stücken von einer Bassklarinette kontern – gespielt von ihrem Vater Sigurður Flosason. “Das Album ist spielerischer und experimenteller”, sagt Anna Gréta. “Bei Nightjar war ich noch stark auf meine eigene Welt konzentriert. Dieses Mal hatte ich noch mehr im Blick, was um mich herum passiert.” Das Resultat ist Musik, die klar im Jazz verwurzelt ist, zugleich aber auf sehr subtile Art nach „mehr“ klingt. Und stets spürt man, dass dies erst der Anfang des eingeschlagenen Weges ist - oder wie die Süddeutsche Zeitung schrieb: “Von Anna Gréta darf man noch viel erwarten.” Credits: Produced by Anna Gréta

Ab 18,90 €*
Guitar Poetry
Mikael Máni - Guitar PoetryCD / Vinyl / digital Mikael Máni Ásmundsson guitar „Ich liebe die Musik von Joni Mitchell oder Bob Dylan“ sagt der isländische Gitarrist Mikael Máni. „Ich glaube, vor allem deshalb schreibe ich für die Gitarre oft Songs, die man genauso gut auch singen könnte.“ Womit wir bereits beim Kern seines ACT-Debüts „Guitar Poetry“ angelangt wären: Es zeigt einen Instrumentalisten, der die Raffinesse des Komponierens und die Freiheit des Improvisierens gleichermaßen liebt und beides mit der Klarheit und Aufrichtigkeit eines Singer-Songwriters verbindet. Das macht seine Musik so vielschichtig. Mikáel Mani beschreibt diese gerne als Mixtur aus Jazz, Rock und Impressionismus, immer mit dem Ziel, sowohl zugänglich als auch anspruchsvoll zu sein, um Menschen intellektuell anzuregen und gleichzeitig emotional zu berühren.Gleich der erste Song „She’ll Arrive Between 10 & 11“ steckt die Bandbreite dessen ab, was die Hörer im Laufe des Albums „Guitar Poetry“ erwartet: Ein warmer Gitarrenton mit feiner, akustischer Brillanz in einem offenen Hallraum eröffnet das Stück. Es folgt eine einfache, folkloristisch angehauchte Melodie, ein paar sparsame Harmonien - musikalische Idylle. Und dann, in der Mitte von, kippt der Song in Geräuschhafte, wird düster, bedrohlich, fast ausweglos… und kehrt schließlich zurück zum versöhnlichen Thema.Mikael Máni ist ein junger Meister der Kontraste und musikalischen Überraschungen. Und ein Gitarrist mit ganz eigener Handschrift, die sich kaum in Kategorien des gängigen Spektrums des Instruments im Jazz einordnen lässt. Der Jazz-Bezug zeigt sich eher in einer Spielhaltung und weniger in einer wirklichen Genre-Zugehörigkeit. Augenfälliger sind eher das Finger-Picking von Folk-Gitarristen, Einflüsse aus Blues, Americana und nordischen Liedern und immer wieder eine ganz eigene, cineastische Qualität. Und auch wenn Máni seine Musik rein instrumental interpretiert, hat sie einen extrem gesanglichen Charakter. Virtuositäts-Wettbewerbe und Instrumentalisten-Eitelkeiten sind diesem Künstler fremd. Mikael Máni lässt seine Musik fließen und erzeugt Intensität mal durch Ruhe und Entspanntheit, mal durch Energie und kleine Ausbrüche die auch schon mal kurz aus jeder Tonalität ins Geräuschhafte explodieren können, um dann entweder zurückzufinden oder ganz neue Auswege zu entdecken. Und manchmal hat man das Gefühl, zwei oder mehr Gitarristen zu erleben, mehrere Klangschichten parallel wahrzunehmen. Aber es ist, mit Ausnahme zweier in Mehrspurtechnik eingespielter Tracks, immer Mikael solo, der das Talent besitzt, Harmonien, Melodien und Fragmente anzuspielen, die dann als Teile der Arrangements in den Köpfen der Hörenden weiterleben und weiterwachsen.Die Formulierung mag ein Clichée sein, aber hier passt sie einfach: Die Songs auf „Guitar Poetry“ erzählen allesamt Geschichten, öffnen Räume und Landschaften, zeichnen Bilder. Und sie sind das Spiegelbild eines so unkonventionellen, wie musikalisch nahbaren Gitarristen, eines extrovertierten Introvertierten, dem Ausdruck und Emotion über allem zu stehen scheinen. Credits:Produced by Mikael Máni Ásmundsson Cover art "untitled" von Guðjón Ketilsson

Ab 18,90 €*
Stealing Moments
Viktoria Tolstoy - Stealing MomentsCD / Vinyl / digital Viktoria Tolstoy vocals Joel Lyssarides piano & keys Krister Jonsson guitar Mattias Svensson bass Rasmus Kihlberg drums & percussion Viktoria Tolstoys ACT-Debütalbum "Shining On You" aus dem Jahr 2004 markiert aus heutiger Sicht einen wichtigen Moment in der Erfolgsgeschichte populärer Jazzstimmen aus Skandinavien. Die Musik für die Aufnahme schrieb Esbjörn Svensson, der zusammen mit Dan Berglund und Magnus Öström die Kern-Band bindet, welche wenig später als e.s.t. weltberühmt wurde. Das von Nils Landgren produzierte Album ist auch ein Treffen vieler Mitglieder der damals noch jungen ACT Family of Artists, die als Gäste an der Session teilnahmen.Genau 20 Jahre später hat Viktoria Tolstoy für „Stealing Moments“ die Idee des „familiären“ Musizierens wieder aufgegriffen. Die Kompositionen des Albums stammen von einer ganzen Reihe aktueller ACT Künstler:innen, von denen viele auch schon an „Shining on You“ beteiligt waren. Und auch Esbjörn Svensson ist auf besondere Art am Album beteiligt: Von ihm stammt die Instrumentalkomposition „Hands Off“, für welche seine Frau Eva nun einen Text verfasst hat. Dazu kommen Kompositionen, die langjährige Freunde und Weggefährten wie Nils Landgren, Ida Sand, Wolfgang Haffner, Cæcilie Norby, Lars Danielsson, Iiro Rantala und Jan Lundgren eigens für Viktoria Tolstoy und ihre Stimme geschrieben haben. "Wenn du singst, geht die Sonne auf", sagte Pat Metheny einst zu Viktoria Tolstoy. Ihre klare, kraftvoll strahlende Stimme ist der rote Faden, der alle Stücke auf "Stealing Moments" verbindet. Dazu kommt eine Mischung aus Energie und Leichtigkeit, die Viktoria Tolstoy als Person ausmacht und die sich durch die Musik auf die Zuhörer überträgt. Ihre Botschaft ans Publikum, in Anlehnung an den Albumtitel: "Lasst mich Euch ein bisschen Zeit stehlen, um dieser Musik zuzuhören." Credits:Produced by the artists

Ab 18,90 €*
HOME.S.
Esbjörn Svensson - HOME.SCD / Vinyl / Colored Vinyl / digitalEsbjörn Svensson pianoEs gibt in jeder Musik Figuren, die mit ihren Werken ein Genre als Ganzes beeinflussen. Im Jazz trifft dies zweifellos auf den Schweden Esbjörn Svensson zu. Mit e.s.t. Esbjörn Svensson Trio prägte der Pianist und Komponist nachhaltig ein neues Verständnis des Pianotrios und begeisterte ein weltweites Publikum jenseits von Alters- und Genre-Grenzen. Sein Einfluss hallt bis heute, bereits in der zweiten und dritten Generation von Musiker*innen, nach. Und auch beim Publikum ist Svensson unvergessen. HOME.S. ist Esbjörn Svenssons einziges Soloalbum und die Existenz einer solchen Aufnahme und ihre Entdeckung über ein Jahrzehnt nach ihrer Entstehung, sind nicht weniger als eine Sensation. Svensson fokussierte seine Schaffenskraft und Aufnahmetätigkeit seit Anfang der 90er Jahre fast ausschließlich auf die Arbeit mit e.s.t.. Somit sind die nun vorliegenden Aufnahmen nicht nur die ersten, sondern praktisch die einzigen, die Svensson in einem anderen Setting als dem des Trios zeigen: Intim, konzentriert und ganz bei sich.Die Musik von HOME.S. entstand in Esbjörn Svenssons Haus in Schweden, nur wenige Wochen vor seinem plötzlichen Tod am 14.6.2008. Fast zehn Jahre lang ruhte die Musik danach ungehört im persönlichen Archiv seiner Frau Eva Svensson. In diesem Interview erzählt sie die Geschichte der Musik und ihrer Entdeckung: Wie genau hast Du diese Musik gefunden? Nach Esbjörns Tod habe ich dafür gesorgt, dass der gesamte Inhalt seines Computers auf Festplatten gesichert wurde. Diese blieben danach für die nächsten zehn Jahre lang unberührt. Als ich mich schließlich bereit fühlte, mich mit dem Material zu befassen, wurde mir schnell klar, dass darin etwas Besonderes verborgen war. Ich nahm die Festplatten und fuhr nach Göteborg, um mich mit Åke Linton zu treffen, dem Tontechniker, der an allen e.s.t.-Alben und Live-Shows gearbeitet hatte. Er war es auch, der mir ursprünglich geholfen hatte, das Material von Esbjörns Computer zu sichern. Er wusste also wahrscheinlich schon, dass dort etwas versteckt war, aber niemand hatte es sich angehört. Wir gingen also in sein Studio. Und wir drückten den Play-Knopf. Während Musik lief, schwiegen wir. Und auch nachdem sie zu Ende war, konnten wir zunächst nichts sagen, weil wir beide so gerührt und überrascht waren – darüber, dass die Musik existierte und so wunderschön war. Die Stücke schienen einander zu folgen wie Perlen auf einer Kette. Nachdem wir eine Weile nur dagesessen hatten, waren wir uns einig: Das ist wirklich gut. Musikalisch, aber auch klanglich. Zuerst war sich Åke nicht sicher, ob Esbjörn das Album zu Hause und ganz allein aufgenommen hatte. Also rief er in verschiedenen Stockholmer Studios an mit denen Esbjörn regelmäßig gearbeitet hatte und fragte sie, ob er dort gewesen sei und etwas aufgenommen habe, aber niemand wusste etwas. Was ich wusste, war, dass er ein paar sehr gute Mikrofone gekauft und von Åke gelernt hatte, wie man sie benutzt. Und so verstand ich schließlich, dass diese Musik im Keller unseres Hauses gespielt und aufgenommen worden sein musste.Es war also niemand bei ihm? Er hat das alles ganz alleine gemacht? Er war ganz alleine. Im Nachhinein haben mich die wenigen Leute, denen ich schließlich von der Aufnahme erzählt habe, gefragt, ob ich etwas geahnt hätte. Was ich wusste, war, dass Esbjörn ständig gearbeitet hat. Er war im Keller und ich konnte ihn spielen hören. Aber für mich warf das keine Fragen auf. Macht er etwas? Ja, natürlich macht er etwas, wie immer. Er probt, übt, komponiert. Ich wusste auch, dass er sich danach sehnte, Zeit zu haben, um zu komponieren und in neuen Konstellationen zu spielen. Aber ich hatte keine Ahnung, dass es dabei um Soloaufnahmen ging. Nur wenige Wochen nach diesen Aufnahmen starb Esbjörn und alles nahm plötzlich eine andere Wendung. Ich konnte mich nicht auf Musik konzentrieren. Das Leben hatte sich plötzlich so dramatisch verändert. Für mich und für uns war es nicht nur Esbjörn, der Musiker, sondern auch mein Mann und der Vater der Kinder, der weg war. Damit mussten wir zurechtkommen und einen Weg finden, ohne ihn zu leben. Alles, was ich damals tun konnte, war, dafür zu sorgen, dass das gesamte Material, an dem er gearbeitet hatte, sicher aufbewahrt wurde. Wann hast Du die Musik zum ersten Mal gehört? Ich glaube, das war 2017 oder 18, vielleicht. Das war wirklich das erste Mal? Ja, das erste Mal. Nach fast zehn Jahren. Und du hattest bis dahin alles sicher und unangetastet aufbewahrt? Technisch gesehen, ja... Naja, ich weiß nicht, ob es so sicher war. Die Festplatten waren im Wohnzimmerschrank. *lacht* Aber sicher genug, damit diese Musik nun ihre Hörer und Hörerinnen erreicht. Wie haben Sie sich entschieden, dass die Zeit reif ist, die Aufnahmen mit der Öffentlichkeit zu teilen? Es war keine wirkliche Entscheidung. Als ich die Musik hörte, habe ich einfach verstanden, dass es für mich wichtig war sie mit Anderen zu teilen. In Form eines Albums, aber auch in öffentlichen und virtuellen Räumen, in denen sich Menschen treffen, um gemeinsam Esbjörns Stimme zu hören. Weißt du, wie das Repertoire des Albums entstanden ist? Wurde irgendetwas davon vorher komponiert oder denkst du, dass alles komplett improvisiert ist? Ich denke, dass Esbjörn vor den Aufnahmen Stücke geschrieben hat. Zumindest bin ich sicher, dass es Skizzen gab. Ich glaube nicht, dass er sich einfach hingesetzt und von Anfang bis Ende improvisiert hat. Das war schlicht nicht seine Art zu arbeiten. Es gibt noch eine Menge Noten aus seiner Feder und ich bin mir sicher, dass einiges davon mit dieser Aufnahme zusammenhängt. Aber ich war nicht in der Lage, sie alle durchzusehen. Noch nicht. Die Stücke des Albums sind nach den Buchstaben des griechischen Alphabets benannt und ein Grund dafür ist Esbjörns Leidenschaft für die Astronomie. Etwas, das auch eines der beliebtesten Stücke von e.s.t. inspiriert hat: From Gagarin's Point of View. Da ist dieses Gefühl, weit weg von allem zu sein, in der Schwerelosigkeit mit einer völlig anderen Perspektive. Und gleichzeitig in großer Gefahr. Ja, ich kann mir gut vorstellen, dass Gagarins Abenteuerlust und sein Drang, neue Orte zu besuchen, für ihn viel aufregender gewesen sein müssen, als seine Angst vor dem Tod. Diesen Sprung ins Universum zu wagen und dieses Risiko einzugehen, anstatt einfach zu Hause zu bleiben. In musikalischer Hinsicht war Esbjörn genauso und das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum die Sterne und der Weltraum so eine große Sache für ihn waren. Gleichzeitig erinnere ich mich, dass er sagte, er bedauerte es in gewisser Weise, mehr darüber gelernt zu haben, weil für ihn so ein Teil des Geheimnisses verloren ging. Esbjörn war immer sehr daran interessiert, Dinge zu erforschen, über die er nicht so viel wusste und dann zu versuchen, herauszufinden, wie sie funktionieren und sie in Beziehung zu setzten. Sowohl im Leben, als auch in der Musik. Das begann schon in seiner Kindheit zusammen mit Dan und Magnus, mit denen er später e.s.t. gründete. Sie hörten etwas, wussten aber weder, was es genau war, noch wie es funktionierte. Sie trafen sich oft gemeinsam in Esbjörns Haus, spielten herum, erkundeten und fanden Dinge heraus – ohne Hilfe von außen und ohne zu wissen, was genau sie da taten. Irgendwelche abschließenden Gedanken? Diese Musik ist wie eine Nachricht, die es auf die andere Seite geschafft hat. Und sie ist wie Esbjörns Stimme in einem Raum. Niemand anderes könnte so spielen. Es ist seine Stimme und sie hat immer noch etwas zu erzählen. Ich habe die Chance, sie die Menschen hören zu lassen und ich habe das Gefühl, dies gemeinsam mit ihm zu tun. ….Danke, Esbjörn. Das ist wunderschön. Credits: Music composed, recorded, mixed and produced by Esbjörn Svensson in spring 2008 Executive Producer: Eva Svensson Mastered by Åke Linton, Eva Svensson and Classe Persson at CRP Recording AB

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Les Égarés
Emile Parisien - Les ÉgarésCD / Vinyl / digital Ballaké Sissoko kora Vincent Segal cello Emile Parisien soprano saxophone Vincent Peirani accordion, accordina „Les Égarés“ ist mehr als ein Musikalbum. Es ist ein Spielplatz und Ort der musikalischen Zusammenkunft, besiedelt von zwei außergewöhnlichen Paaren, die für Genre-Experimente und deren Überschreitungen stehen: Der führende afrikanische Kora-Spieler Ballaké Sissoko und der Cellist Vincent Segal auf der einen, „das französische Spitzen-Duo (3sat), der Akkordeonist Vincent Peirani und der Sopransaxofonist Emile Parisien auf der anderen Seite. Gemeinsam macht zwei plus zwei nicht vier, sondern eins. Denn dieses ungewöhnliche Quartett bildet eine Einheit des Geistes, aus der ein einziger, fließender Klang entspringt. Ihr Zusammenspiel verachtet jede Form von egoistischem Konkurrenzdenken. Alle Teilnehmer stellen sich in den Dienst eines gemeinsamen musikalischen Werts. Weder Jazz noch traditionelle Volksmusik, weder Kammermusik noch Avantgarde für sich ist das, vielmehr von allem etwas und alles auf einmal. Damit ist „Les Égarés“ die Art von Album, die das Ohr zum wichtigsten Instrument macht, ein Album, in der sich Virtuosität in einer besonderen Kunst der Komplizenschaft ausdrückt und wo aus der simplen aber anspruchsvollen Idee des gegenseitigen Zuhörens ein hinreißendes vierstimmiges Lied entspringt. Alles begann mit einem Gipfeltreffen, hoch oben auf einem Hügel mit Blick über Lyon. Im Juni 2019, beim „Les Nuits de Fourvière“ Festival, kamen Sissoko, Segal, Peirani und Parisien erstmals zusammen. Sie schlossen einen Pakt: Nie sollten Planungen und Proben den Vorrang vor dem spontanen Schöpfungsmoment bekommen. Um des Vergnügens willen begannen sie zu jammen. Die Musik floss wie eine Quelle, frisch und klar. „Diejenigen, die sich verirrt haben“ („Les Égarés“), hatten zusammengefunden und formten von nun an ein Quartett. Drei Jahre im Aufnahmestudio war es denn auch genauso wie beim ersten Mal: ein spontaner Austausch von Impulsen, Ideen und Know-how: Vier inspirierte Künstler beseelt von dem Wunsch, sich in der Musik zu unterhalten. Von den ersten Tönen an war alles in Bewegung, vibrierend. Keine Überraschung: Niemand unter diesen vier Freigeistern mag es, gefangen zu sein, sei es in einer bestimmten Rolle, einem bestimmten Stil oder einem Klang, auf den ihr Instrument so leicht festgelegt werden könnte. Jeder Musiker brachte Stück-Ideen mit ins Studio, die in einer akustischen Live-Umgebung zum Leben erweckt wurden: Man nehme zum Beispiel Sissokos „Ta Nyé“ und „Banja“ aus dem Kanon der westafrikanischen Mandika, die wie Start- und Ziellinien den von Les Égarés eingeschlagenen Weg markieren: Zwei Kora-Melodien, die wie von Echos der anderen Instrumente umhüllt und subtil weitergetragen werden. Ein Hauch von Armenien kleidet die ersten Takte von „Izao“ ein, einem Stück, das über die Türkei in Richtung Transsilvanien gleitet, untermauert von einem pulsierenden Bass. „Amenhotep“ setzt eine langsame, aber bestimmt aufsteigende Spirale in Gang, eine Coltrane-artige Trance, die den ineinanderfließenden Atem von Akkordeon und Saxophon in die Höhe treibt. „Dou“ weckt Erinnerungen an einen uralten Blues, die Anmutung eines Wiegenlieds entsteht. Das Titelstück „La Chanson des Égarés" entspringt diesen unwiderstehlichen melodischen Kadenzen, die, wie es Vincent Segal ausdrückt, „einem im Kopf herumschwirren, wenn man geht, ohne zu wissen wohin, sich treiben lässt und sich dem Vergnügen des Verlorenseins hingibt“ - ein Vergnügen, das für sich genommen die Philosophie dieses Albums zusammenfasst. Themen, die aus fremden Quellen entliehen sind, werden auf ähnliche Weise transzendiert: „Esperanza", ein Klassiker des Akkordeonisten Marc Perrone, klingt wie eine Cumbia, gleichzeitig wach und sanft. Ihre akustische Coverversion des „Orient Express“ von joe Zawinul büßt nichts von der Eindringlichkeit und dem ansteckenden Groove des Originals ein, dient vielmehr aber als Sprungbrett für solistische Exkursionen von schwebender Leichtigkeit.Ohne jede Effekthascherei vollbringen die vier Verschworenen eine ganze Reihe von versteckten Heldentaten. „Les Égarés“ ist eine Aufnahme, die es schafft, sich lustvoll zu verlieren und nicht mehr unterscheiden zu können, wer was tut in der intimen Verflechtung der einzelnen Stimmen; eine Aufnahme des achtsamen Miteinanders und genussvollen Davondriftens. Mit feiner Intelligenz und kühner Eleganz: „Ich habe noch nie ein Album in so einer Atmosphäre aufgenommen", sagt Vincent Peirani. „Keiner von uns hat etwas ‚vorgeführt‘, sodass die Musik viel kommuniziert, ohne dass man sie je „erzählen“ muss. Keiner von uns besaß die Wahrheit vorher: Wir haben sie nur gemeinsam gefunden.“ Les Egares – vier Musiker, zwei Paare, eine Einheit, verloren in der Schönheit des gemeinsamen Musizierens. Credits: Produced by Ballaké Sissoko, Vincent Segal, Emile Parisien and Vincent Peirani

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Silent World
Wolfgang Haffner - Silent WorldCD / Vinyl / digital Wolfgang Haffner drums Simon Oslender piano & keyboards Thomas Stieger bass (except 05 & 10) Sebastian Studnitzky trumpet Bill Evans soprano sax (01) Till Brönner flugelhorn (04) Nils Landgren trombone (08) Dominic Miller guitar (05) Mitchel Forman lead synth (02) Eythor Gunnarsson rhodes & synth (10) Alma Naidu vocals (01 - 03 & 08) Rhani Krija percussion (04 & 05) Bruno Müller e-guitar (01 & 10) Nicolas Fiszman bass (05 & 10) Norbert Nagel & Marc Wyand tenor sax, flute & clarinet (05 & 10) Kaum zwei Jahre ist es her, dass der Alltagslärm verstummte und sich die Erde schlagartig in eine „Silent World“ verwandelte. Auch Wolfgang Haffner, nicht zuletzt wegen seiner enormen Produktivität – er spielte rastlos auf allen Kontinenten mit diversen Stars verschiedener Genres und ist auf über 400 Alben zu hören - der wichtigste deutsche Schlagzeuger mindestens seiner Generation, kam unfreiwillig zur Ruhe. Zum Glück hat sich Haffner immer mindestens so sehr als Komponist wie als Schlagzeuger verstanden, und nach der ersten Schockstarre mit Spaziergängen und TV-Ablenkungen kam er wie von alleine dazu, Musik zu schreiben. Und mal nicht zwischen Tür und Angel, sondern konzentriert. „Im Normalbetrieb bekommt alles schnell seine Dringlichkeit. Jetzt aber, ganz auf mich geworfen, und ohne störende Nebengeräusche, fragte ich mich, was ich eigentlich will. Was meine Handschrift ist.“ Nur logisch, dass das daraus entstandene Album „Silent World“ heißt. Es wird vor allem die Fans begeistern, die den puren Wolfgang Haffner lieben. Den Klang-Erträumer, der auf unverwechselbare Weise federnden Groove mit extravaganten Sounds und der Kraft einfacher Melodien zusammenbringt. Und der damit immer eine besondere Spannung erzeugt. Zuletzt hatte Haffner sich Inspiration von außen geholt: Bei seiner „Kind of“-Trilogie beschäftigte er sich mit dem Cool Jazz, dem Tango und der Musik seiner vorübergehenden Wahlheimat Spanien, bei seiner „Dream Band“ steuerten seine Gäste viele Stücke und Einflüsse bei. Nun hat er sich wieder ganz auf seine eigenen Klangwelten konzentriert, noch radikaler als auf „Shapes“, „Round Silence“ (sic!) oder „Heart of the Matter“, die seinen besonderen Sound etablierten. Um die menschlichen Essentials geht es auf „Silent World“, wie schon die wie immer prägnant kurzen Titel wie „The Peace Inside“, „Hope“ oder „Belief“ verraten. Mal hymnisch, mal verträumt, immer mit einem tragenden Thema und einem markanten Puls werden grundsätzliche Gedanken und Gefühle musikalisch vertieft. Weniger ist dabei oft mehr, und auf genau diese Reduktion setzte Haffner auch im Studio. Einen harten Kern aus seelenverwandten Musikern scharte er um sich: seinen langjährigen Weggefährten am Bass Thomas Stieger; seinen aktuell engsten Vertrauten Simon Oslender, der wie wenige gleichermaßen traumhaft den Flügel, die Keyboards und die Orgel beherrscht; seine jüngste Entdeckung Alma Naidu, die ihre engelsgleiche Stimme auf vier Stücken als Instrument einsetzen darf; und schließlich Sebastian Studnitzky, den Trompeten-Innovator, der schon oft und gerade bei Haffners persönlichsten Werken mit von der Partie war. Sie legen mit Haffner das Fundament, auf dem dann einige seiner prominentesten Freunde Glanzlichter setzen dürfen. Schon zum Einstieg, bei der sich fulminant steigernden Bestandsaufnahme „Here and Now“, legt Bill Evans ein jauchzenden Sopransaxofon über das Grundmotiv. Bei „The Peace Inside“ steht eine schwebende Flügelhorn-Meditation von Till Brönner im Mittelpunkt. Auf „Rise and Fall“ lässt Nils Landgren die Posaune so lyrisch erklingen, wie nur er das kann. Und für das sanft daherwehende „Faro“ steuert Sting-Gitarrist Dominic Miller ein filigranes Akustikgitarren-Solo bei. Neben „Belief“ ist „Faro“ das einzige Stück, das nicht aus Haffners jüngster Kompositionsexplosion stammt, sondern noch aus den Sessions für „Heart of the Matter“. „Aber es kam mir damals unfertig vor,“ erklärt Haffner, „jetzt hat es sich perfekt in dieses Projekt eingefügt.“ Perfekt für diese Herzensangelegenheit, die zum Konzeptalbum geworden ist, wie Haffner ausführt: „Ich wollte dafür einen durchgehenden Flow haben. Ich hatte 18 Stücke geschrieben, diese neun passen am besten zueinander, ohne dass sich etwas wiederholt oder die Stimmung bricht.“ So bekommt „Silent World“ eine besondere Kraft, die aus der Ruhe kommt. Und einen unentrinnbaren Bogen von „Here and Now“ bis zu „Forever and Ever“, einem minimalistischen Ausklang nur mit Klavier und Bass, den Haffner endgültig von irdischer Schwere befreite. Statt also in herausfordernden Zeiten den Kopf in den Sand zu stecken, macht und entwickelt sich Wolfgang Haffner weiter. „Das Album ist ein Bekenntnis zum Leben“, sagt er, „und ein Zurück zu den Ursprüngen.“ Eine „Silent World“ als musikalisches Remedium für eine Welt, die oft schon wieder zu viel Fahrt aufnimmt.Credits: Produced by Wolfgang Haffner Cover art by Manfred Bockelmann

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Where You Wish You Were
Bill Laurance & Michael League - Where You Wish You WereCD / Vinyl / digital Bill Laurance acoustic piano and voice Michael League oud, fretless acoustic guitar bass, fret-less baritone electric guitar, ngoni and voice Man kann kaum über Michael League und Bill Laurance sprechen, ohne Snarky Puppy zu erwähnen. Der amerikanische Bassist und Multi-Instrumentalist Michael League gründete das weltweit gefeierte, vierfach GRAMMY-prämierte Kollektiv vor knapp 20 Jahren. Und fast genauso lang ist der britische Pianist und Keyboarder Bill Laurance Teil dieses globalen Abenteuers. Dass League und Laurance mit „Where You Wish You Were“ ihr erstes gemeinsames Duoalbum vorlegen, scheint überraschend und folgerichtig zugleich. Besonders mit Blick auf Michael League, der hier, anders als mit Snarky Puppy, vor allem an der Oud und anderen akustischen Saiteninstrumenten zu hören ist und betont: Wir sind so viel mehr, als der Teil der populärsten Band, der wir angehören.“ Und Bill Laurance fügt hinzu: "Ein gemeinsames Album war nur eine Frage der Zeit. Michael und ich sind seit 20 Jahren eng befreundet und haben in so vielen verschiedenen Bereichen zusammengearbeitet - mit Snarky Puppy, meiner eigenen Band und mit anderen Künstler:innen. Und so kennen wir einander in- und auswendig und es fühlt sich extrem natürlich an, zu zweit zu spielen.“ Anders als mit dem Großprojekt Snarky Puppy, welches jüngst unter anderem die Londoner Wembley Arena füllte, waren Laurance und League für das gemeinsame Duo schier besessen von der Idee der Reduktion. Die Aufnahmen boten eine lang ersehnte Gelegenheit, die Intimität, Zerbrechlichkeit und die Klarheit der Beziehung zwischen zwei Musikern zu erkunden. "Michael und ich wurden lange vor allem von der Idee angetrieben, Grenzen zu verschieben. Das ist wichtig, aber dieses Album ist anders." erinnert sich Laurance. "Jede einzelne kompositorische Idee hat ein großes Gewicht, und alles hat einen ganz bestimmten Zweck. Es gab keine Rhythmusgruppe, hinter der man sich verstecken konnte, es ging wirklich nur um Melodie und Harmonie. Und wir haben instinktiv versucht, einen Ort zu kreieren, an den die Hörer:innen gerne besuchen, der sich friedlich, sicher und warm anfühlt. Denn wir haben das Gefühl, dass es heute, vielleicht mehr denn je, ein Bedürfnis nach solchen Orten gibt." Was neben dem Duo-Format mit seinem reduzierten, konzentrierten Ansatz besonders überrascht, sind die klanglichen und stilistischen Zutaten der Musik. Bill Laurance, der sonst häufig auf eine Verbindung aus Piano und einer Vielzahl von Synthesizern und orchestralen Arrangements setzt, fokussiert sich hier auf den Sound des akustischen und nur mit etwas dämpfendem Filz präparierten Flügels. Und Michael League, sonst vor allem als von Jazz und Groove befeuerter E-Bassist bekannt, spielt hier eine Reihe von meist bundlosen Saiteninstrumenten mediterranen und orientalischen Ursprungs - allen voran die Oud, aber auch speziell für ihn konstruierte, akustische und elektrische Gitarren sowie die westafrikanische Laute „Ngoni“. Alles Instrumente mit einer gesanglichen Qualität und Möglichkeiten der Intonation, die weit über klassische westliche Vorstellungen von Intervallen und Harmonien hinaus gehen. Die musikalische Nähe zum mediterranen Raum begleitet Michael League seit seiner Kindheit und ist noch mehr geprägt durch seine heutige Wahlheimat Spanien: "Meine Familie ist griechischer Abstammung und mein Bruder ist ein Spezialist für griechische Volksmusik. Und so hielt ich zum ersten Mal eine Oud in der Hand, als ich als 14-Jähriger in dessen Zimmer schlich. In unserem Elternhaus spielte immer griechische und türkische Musik und in den letzten knapp zehn Jahren habe immer wieder die Türkei besucht, um mehr über die Musik der Region zu lernen. Ich liebe es, Oud zu spielen, aber da ich nie wirklich Unterricht genommen habe, ist meine Beziehung zu dem Instrument etwas unausgereift. Mein Oud-Mentor, der große armenisch-amerikanische Musiker Ara Dinkjian, hat jedoch darauf bestanden, dass ich meine Stimme auf dem Instrument ohne formale, traditionelle Studien weiterentwickle. Ihm gefällt die unkonventionelle Art, mit der ich es spiele - fast wie eine Blues-Slide-Gitarre. Und er ist gespannt darauf, zu sehen, was passiert, wenn ich diesen Weg weiterverfolge." Und so ist “Where You Wish You Were” kein World-Jazz-Fusion-Album geworden und war auch nie als solches angelegt. "Bill und ich sind uns darüber im Klaren, dass dieses Projekt nichts mit der Nachahmung regionaler, lange gewachsener Stile zu tun hat", betont League. "Wir wollen etwas schaffen, das einzigartig ist, auch wenn es bestimmte Elemente etablierter Musikgenres enthält." Und so ist es wie so oft in der musikalischen Welt, die man heute als „Jazz“ bezeichnet: Der Kosmos der persönlichen, musikalischen und klanglichen Einflüsse der beiden Musiker dienen nicht der Abgrenzung oder Kategorisierung, sondern vielmehr als Vokabular für einen eigenen, unverwechselbaren Ausdruck. Und es schafft mit seinen ganz auf Melodie, Harmonie und Raum fokussierten Kompositionen, seinem warmen Klang und dem beseelten Spiel der beiden Akteure einen Ort, an den man sich beim Hören nur allzu gerne hinträumt und immer wieder zurückkehrt. Credits: Produced by Bill Laurance and Michael League Cover art "Opus 18" by Nadia Attura

Ab 18,90 €*
Sentimental Journey
Nils Landgren - Sentimental JourneyCD / Vinyl / digital Nils Landgren vocals and trombone Anders Widmark piano Lars Danielsson bass Wolfgang Haffner drums FleshQuartet Jonas Lindgren violin Örjan Högberg viola Mattias Hellden cello Sebastian Öberg cello Chrille Olsson bass on Everything Must Change Special Guests Esbjörn Svensson Fender Rhodes Rigmor Gustafsson vocals on Fragile Viktoria Tolstoy vocals on Be There for You Der Balladensänger Nils Landgren Diana Krall, Jane Monheit, Dee Dee Bridgewater oder auch Natalie Cole – dies sind die Stars einer regelrechten „Standardwelle“, die weltweit Furore machen. Was Wunder, gilt doch die Interpretation von allseits bekannten Balladen, die einen Großteil des „Great American Songbook“ ausmachen, seit jeher als eine der höchsten Disziplinen im Jazz. Inmitten dieser erlauchten Damenriege nimmt sich Nils Landgren auf den ersten Blick vielleicht etwas merkwürdig aus. Landgren - ist das nicht dieser Typ mit der knallroten Posaune, der in regelmäßigen Abständen die angesagten Hallen zum Köcheln bringt? Stimmt. Aber der schwedische Jazzposaunist hat weiß Gott mehr zu bieten als beinharten, groovigen Funk. Denn was die Beschäftigung mit Balladen angeht, ist Nils Landgren ein alter Hase. Und gesungen hat Nils praktisch schon, seit er denken kann. „In der Schule mussten wir jeden Tag einen Psalm singen, was allerdings nicht gerade meine Begeisterung für den Gesang geweckt hat,“ erinnert sich Nils amüsiert. Eine überzeugende Vorstellung in bester James-Brown-Manier war es, die dem 18-Jährigen schließlich seinen ersten Plattenvertrag einbrachte. Seitdem hat der Gesang Nils Landgren nie ganz losgelassen, allem Erfolg mit seiner formidablen Band Funk Unit zum Trotz. Zur großen Überraschung der Branchenkenner entwickelte sich Landgrens 1992 aufgenommenes „Ballads“-Album (ACT 9268-2) auch ohne große Publicity zu einem wahren Selbstläufer. Fast 20.000 verkaufte Exemplare sprechen für sich – in der Jazzsparte gelten solche Umsätze als respektable Erfolge. Nun gibt „Mr. Redhorn“ seiner empfindsamen Seite in sich erneut nach und begibt sich wieder auf eine Reise ins Reich der Gefühle. „Sentimental Journey“ – könnte es einen passenderen Titel geben für ein Album von jemandem, der praktisch ständig unterwegs ist, nun aber einen Gang zurückschalten möchte? „Die Zeit war einfach reif für diese Platte nach all den hektischen Tourneen in der letzten Zeit“, erklärt Nils, „ich mochte schon immer ruhige Songs, in denen Geschichten erzählt werden. Ob mit Worten oder mit einem Instrument, das macht dabei für mich keinen großen Unterschied.“ Und von solchen Stories gibt es eine ganze Reihe: „In A Sentimental Mood“ atmet ganz den Duktus eines der größten Jazzmusiker überhaupt, Duke Ellington. Kurt Weills „Speak Low“ verweist auf den intimen Moment vertrauter Zweisamkeit, „Nature Boy“ „My Foolish Heart“ und der Titelsong, „Sentimental Journey“, gehören zum Standardrepertoire eines jeden Vokalinterpreten im Jazz. Doch auch Pop-Künstler wie Sting haben es Nils Landgren angetan, und mit Country-Größen wie Allison Krauss gibt es offenbar auch keine Berührungsängste: „Fragile“ und „Ghost in this House“ reihen sich in der Bearbeitung von Landgren nahtlos ein in die Phalanx der Songklassiker, als hätten sie schon immer dazu gehört. Viel Herzblut ist bei dieser „Sentimental Journey“ im Spiel, ein Projekt, bei dem auch das kleinste Detail stimmt. Was mag es Langweiligeres geben als eine Platte, auf der jedes Stück annähernd gleich klingt? Nicht so hier. Jeder Song hat ein ganz eigenständiges Arrangement, steht in seiner Schönheit für sich. Landgren, kein Freund von einfachen Lösungen, wollte sich nicht mit Konfektionsware begnügen. Statt eines herkömmlichen Streicherensembles für einen adäquaten Background entschied er sich für das originelle FleshQuartet aus seiner schwedischen Heimat. „Es ist eh schon verdammt schwer, die Ideen, die man permanent im Kopf hat, auch tatsächlich in Klänge umzusetzen“, stellt Landgren fest, „aber dass sie dann in der Realität noch viel besser klingen, als ich es mir je in meiner Phantasie hätte ausmalen können, das hätte ich nie für möglich gehalten. Ich werde dem FleshQuartett für ihren Beitrag zu der Platte immer dankbar sein.“ Zu den Mirakeln des Jazz überhaupt gehört es, dass Musiker offenbar in der Lage sind, ohne jedweden persönlichen Kontakt zuvor Erstaunliches zustande zu bringen. So betrachtet, zeugen die Resultate auf „Sentimental Journey“ von einem weiteren Wunder: „Ich weiß nicht, warum, aber irgendetwas in mir sagte mir, dass ich unbedingt Anders Widmark, Lars Danielsson und Wolfgang Haffner zusammenbringen sollte,“ meint Nils. Keine schlechte Wahl, soviel steht fest. Der Pianist Anders Widmark ist in Schweden eine etablierte Größe. Mit seiner „Carmen“-Einspielung wurde er auch international bekannt. Der Bassist Lars Danielsson ist einer der gefragtesten Spieler des europäischen Jazz, wie zahlreiche Alben, auf denen er als Bandleader und auch als kompetenter Begleiter zu hören ist, beweisen. Und die Biographie des Schlagzeugers Wolfgang Haffner kann bunter kaum sein: Neben seiner Arbeit mit eigenen Formationen gehört er inzwischen zu den international gefragtesten Session-Drummern. Als „special guests“ sind darüber hinaus noch Rigmor Gustafsson und Victoria Tolstoy (beide Gesang) und Nils‘ Labelmate und Freund, der Pianist Esbjörn Svensson, zu hören. Auf dem Titelsong „Sentimental Journey“ hören wir Nils Landgren mit seinen beiden Schülerinnen, den Posaunistinnen Karin und Mimmi Hammar. Es war ein langer Weg für Nils Landgren, bis er die „Sentimental Journey“ antreten konnte: Mehr als 500 Plattensessions (darunter auch für ABBA), Jazzworkshops mit den renommiertesten Bigbands weltweit, erfolgreiche Tourneen rund um den Globus mit Funk Unit, Künstlerischer Leiter des Berliner Jazzfests 2001 - die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. „Sentimental Journey“ überzeugt nicht zuletzt deshalb, weil sie sich jeder Hektik, jeder berufsbedingten Betriebsamkeit widersetzt. „Das ist mein Baby, für die nächste Zeit zumindest,“ sagt Nils Landgren nicht ohne Überzeugung.Credits: Produced by Siegfried Loch and Nils Landgren

Ab 17,50 €*
Mosaic
Julian & Roman Wasserfuhr - MosaicCD / Vinyl / digital Julian Wasserfuhr trumpet Roman Wasserfuhr piano & keys with Tim Lefebvre bass Keith Carlock drums Harry Mack vocals Markus Schieferdecker bass Oliver Rehmann drums Tony Lakatos tenor sax Paul Heller tenor sax Martin Scales guitar Vitaliy Zolotov guitar Jörg Brinkmann cello Axel Lindner violin & viola Sebastiaan Cornelissen drums Mosaike sind faszinierende Gebilde. Nur sorgsam und passend verbunden, werden seine Teile bedeutungsvoll. Ansonsten herrscht Chaos…: „Der Albumtitel entspricht unserer musikalischen Verarbeitung der letzten zwei Jahre. So unterschiedlich die einzelnen Stücke und die damit verbundenen Emotionen sind, so verschieden ist auch die Auswahl der Musiker und Freunde, die diese Musik eingespielt haben. Und trotzdem ergibt es für uns ein zusammenhängendes Bild. Eines, welches aus den Erlebnissen, Gesprächen und Begegnungen mit Menschen in dieser Zeit entstanden ist“, schreiben Julian und Roman Wasserfuhr in den Liner Notes. Tatsächlich spannt „Mosaic“ einen weiten Bogen, vom Wasserfuhr-Studio im beschaulichen Hückeswagen bis nach Nashville und 12 Mitmusikern am Werk. Ein Kaleidoskop der unterschiedlichsten Stimmungen mit einem Rap-Song und einer Hommage an Kurt Cobain. Das Gute braucht Raum. Und Zeit. Die Corona-Pandemie machte es möglich: „Wenn wir wollen, dass etwas Bestand hat, sorgen wir für Schönheit, nicht für Effizienz.“ Dieser Satz des kolumbianischen Philosophen Nicolás Gómez Dávila ging den Brüdern während dieser Zäsur nicht mehr aus dem Kopf. Denn Ideen müssen reifen, Konzepte und Rezepte ausprobiert werden. Ganz bewusst nahmen sich die Wasserfuhrs Zeit, „um über die Welt, die Gesellschaft, über Authentizität, Freundschaft und Familie zu reflektieren“, wie sie sagen. Eine wahre Flut von Ideen für neue Musik stellte sich ein: „In den vergangenen zwei Jahren haben wir 42 Kompositionen geschrieben“, wundert sich Julian immer noch. „Mosaic“ ist die Essenz dieses Orientierungs- und Schaffensprozesses. Neben der Besinnung auf alte Stärken, der Erinnerung an alte Weggefährten und dem Knüpfen neuer Kontakte finden sich auch spannende stilistische Neuorientierungen… Auf vier Titeln des Albums ist eine Rhythm Section vertreten, um die sich sogar Rockstars reißen würden: Bassist Tim Lefebvre, den Wasserfuhr-Fans schon vom „Landed in Brooklyn“-Album kennen, spielte schon mit David Bowie, Elvis Costello oder der Tedeschi Trucks Band und ist hier an der Seite seines in Nashville lebenden US-Kollegen Keith Carlock zu hören, der bereits für Steely Dan und Toto trommelte. Natürlich konnten sich diese und weitere der mitwirkenden Musiker wegen der Kontakt- und Reisebeschränkungen nicht gemeinsam im Studio sehen. Per Ferneinspielungen kam die Musik also ins heimische Wasserfuhr-Studio. Ein bemerkenswerter Entstehungsprozess begann: „Zuerst haben wir die Songs größtenteils mit allen Instrumenten komplett selbst eingespielt. Die Musiker konnten ihre Spur dann entsprechend muten und sich selbst einbringen. Dieser Input hatte dann wiederum Auswirkung auf die anderen Parts, die wir daraufhin angepasst und neu aufgenommen haben“, so Roman. Call und Response im besten Jazz-Sinne und der Grund dafür, dass „Mosaic“ erstaunlich organisch und lebendig klingt, wie bei einer gemeinsamen Recording Session, bei der alle auch räumlich zusammen sind. Was nur in Ausnahmefällen möglich war. Ermöglichte die Pandemie für einen kurzen Moment Treffen und Reisen, schaute der ein oder andere Musiker wie der Cellist Jörg Brinkmann dann doch im Studio vorbei. Einige der insgesamt 11 Stücke auf „Mosaic“ wurden den Mitwirkenden auf den Leib geschrieben. „Forward“ ist inspiriert von Pat Methenys Album „From This Place“. Ein entsprechender Sound musste also her und so kam den Brüdern der Gitarrist Vitaliy Zolotov in den Sinn, mit dem sie in Köln studiert, zu ihm aber seit 10 Jahren keinen Kontakt mehr hatten. „Hymnus Varus“ mit Jörg Brinkmann als Solisten lässt die gemeinsame „Relaxin' in Ireland“-Zeit aufleben, hier als XL-Version im Sextett. Die vorwärtstreibende Groove-Nummer „Target II“ dagegen basiert auf einen Beat von Keith Carlock, den die Wasserfuhr-Brüder in einem Youtube Video entdeckt hatten. Apropos Social Media, dafür war in der häuslichen Isolation der Pandemie viel Zeit: „Und so sind wir auf den Rapper Harry Mack aus LA gestoßen, ein unfassbarer Freestyle-Rapper. Da haben wir ihn einfach angefragt und er hat für „Never Hold Back“ zugesagt. Später kam dann heraus, dass er ursprünglich Jazz-Drummer war. Passt doch!“, so Roman. Zum Wasserfuhr-Sound passen auch die beiden Saxofonisten auf „Mosaic“, Paul Heller und Tony Lakatos. Zwei Tenoristen mit unterschiedlichem Klang und für die Brüder First Call-Solisten, wenn ein zweiter Bläser gebraucht wird. Auch der Doldinger's Passport-Gitarrist Martin Scales ist ein alter Bekannter, der nun erstmals mit den Wasserfuhrs auf einem Album zu hören ist. Schließlich sind da noch zwei Titel, die verstorbene Heroen ehren: „Hank“, abgeleitet vom literarischen Alter Ego Charles Bukowskis, kommt mit einem luftigen New Orleans-Groove daher, um die ausschweifende Lebenslust des Kult-Schriftstellers in Töne zu setzen. Und mit ihrer entschleunigten Version des Grunge-Klassikers „Smells Like Teen Spirit“ dürften die Wasserfuhrs wohl so einige Nirvana-Fans überraschen. Kein festes Konzept, sondern eine Aneinanderreihung von unterschiedlichen Klangfarben und Facetten, ohne dabei die eigene Handschrift über Bord zu werfen. Lose Kompositionen und musikalische Ideen, die sich zu einem faszinierenden, tagebuchähnlichen Projekt entwickelten. Alte und neue Bekannte, die zusammengefunden haben sowie ein aufwendiger, nicht alltäglicher Produktionsprozess: Zusammengesetzt ergibt „Mosaic“ ein großes Ganzes, das die Lust am gemeinsamen Musizieren feiert.Credits: Cover art by Tomás Saraceno

Ab 18,90 €*
Stay Now
Joel Lyssarides - Stay NowCD / Vinyl / digital Joel Lyssarides piano Niklas Fernqvist bass Rasmus Blixt drums In seiner Heimat Schweden gilt Joel Lyssarides als der Piano-Rising-Star der Stunde. Und obwohl sein Name außerhalb Schwedens bislang vor allem Szene-Kennern Begriff sein dürfte, gehören die Aufnahmen des 1992 geborenen Pianisten bereits jetzt zu den meistgehörten des europäischen Jazz: Über 50 Millionen Mal wurden sie in den letzten Jahren allein auf dem Streamingdienst Spotify aufgerufen. Dahinter steckt kein musikalisches Kalkül, vielmehr folgte Lyssarides stets seiner Intuition. Er sagt: „So sehr wie ich mich auch freue, dass viele Menschen meine Musik offensichtlich sehr mögen und sie immer wieder hören wollen - der Impuls kommt immer aus mir selbst heraus. Ich und mein Piano, das ist Mittelpunkt meiner musikalischen Welt.“ Das ACT Debüt „Stay Now“, Joel Lyssarides drittes Album, ist ein schillerndes, eindringliches Spiegelbild dieser Welt. Und es macht deutlich: Die ist Zeit reif für den Schritt auf die internationale Bühne.  Man kann nur darüber staunen, was Joel Lyssarides im Alter von nicht einmal 30 Jahren musikalisch bereits erreicht hat: Zahllose Konzerte solo und mit seinem Trio, sowie Kollaborationen mit Jazz-, Klassik-, Blues- und Pop-Künstler*innen wie Posaunist Nils Landgren und Sängerin Viktoria Tolstoy, inklusive ihres aktuellen Albums „Stations“, aber auch mit dem YouTube-Phänomen „Dirty Loops“ oder der Mezzo-Sopranistin Anne Sofie von Otter. Bei aller Vielseitigkeit und Neugier ist der Jazz der Ausgangs- und Mittelpunkt von Joel Lyssarides‘ Schaffen. Seit der Kindheit liefen in seinem Elternhaus die Platten von Miles Davis, Charlie Parker und Thelonious Monk – die Initialzündung. Später folgen: Corea, Jarrett, Rubalcaba. Und: Studium an der Royal Academy of Music in Stockholm und dem Conservatorie di Santa Cecilia in Rom. In knapp zehn Jahren erhält Joel Lyssarides an die zwanzig Auszeichnungen, wie den Preis der schwedischen Komponistengesellschaft, den „Bengt Säve-Söderbergh Prisen“, den „Jan Wallander-Award“ und, im Jahr 2019 mit nur 26 Jahren, die Auszeichnung des Schwedischen Radios als Musiker des Jahres. Jazz, das ist für Joel Lyssarides vor allem ein Vokabular auf dem Weg zum ganz persönlichen Ausdruck. Die Stücke für „Stay Now“ hat er in einem abgelegenen Haus im Wald komponiert, eine gute halbe Stunde außerhalb von Stockholm. Bevorzugt nachts, in der Stille, Dunkelheit, Konzentration. Die Atmosphäre dieses Ortes spiegelt sich in der Musik, die stark von Raum, Klang und Stimmung geprägt ist, hörbar wider - verstärkt durch das hochkonzentrierte, differenzierte, subtile Zusammenspiel von Joel Lyssarides mit Bassist Niklas Fernqvist und Schlagzeuger Rasmus Blixt. Das schwedische Magazin Lira schreibt: „Obwohl das Konzept „Jazz“ bereits sehr weit gefasst ist, ist es doch zu eng für die Musik dieses Trios.“ Die drei jungen Musiker verbindet eine enorme Sensibilität und Ausdrucksfähigkeit, ausgehend von einem Vokabular, das sich gleichermaßen aus europäischer Klassik, Jazz dies- und jenseits des Atlantiks und der Tiefe und Zugänglichkeit großen Songwritings speist. Von Crossover jedoch keine Spur. Alles fließt und schwingt, nichts wirkt gewollt oder konstruiert, man hört in jeder Note ein natürliches Verständnis für die Grenzenlosigkeit der Musik. Und den selbstbewussten Drang, alles, was man spielt, in den Dienst des Ausdrucks in der Musik zu stellen. Das Spektakuläre in dieser Musik ist in den allermeisten Momenten verborgen im Innigen, Leisen, im Moment des fokussierten Innehaltens. Der so ist auch der Albumtitel „Stay Now“ vor allem eine Verneigung vor der Kostbarkeit des Hier und Jetzt, dem Wert von gegenwärtigen und verflossenen Begegnungen und dem Hinhören, Verweilen und im Moment Versinken.Credits: Produced by Joel Lyssarides Recorded by Joar Hallgren at Nilento Studio, Gothenburg, September 7-8, 2021 Sound design, mix and mastering by Lars Nilsson Cover art by Manfred Bockelmann

Ab 17,50 €*
Fado Jazz
Júlio Resende - Fado JazzCD / digital Júlio Resende piano Bruno Chaveiro portuguese guitar André Rosinha double bass Alexandre Frazão drums Lina vocals (on Profecia) „Seit 1992 formiert ACT seine eigene, musikalische, Europäische Union, fördert den Austausch zwischen Nationalitäten und Genres und vermittelt uns einen authentischen Eindruck davon, was diese Gemeinschaft ausmacht.“ Man könnte es kaum passender formulieren als die britische TIMES, wenn man über den neuen ACT Künstler, den portugiesischen Pianisten Júlio Resende spricht. Sein ACT-Debüt „Fado Jazz“ zeigt eine weitere, bisher kaum gehörte Seite des europäischen Jazz: Resende übersetzt den bittersüßen „Blues“, aber auch die hellere Seite der Fado-Musik seiner Heimat, in die Sprache des Jazz. Als wahrer Pionier auf diesem Gebiet ist Resende in Portugal bereits ein etablierter Künstler, füllt klassische Konzertsäle, führt mit seinen Aufnahmen die dortigen Pop-Charts an, arbeitet im Duo mit der klassischen Klavier-Ikone Maria João Pires und hat auf seinem Tribute Album „Amália por Júlio Resende“ mit der Fado-Legende Amália Rodri-gues ein posthumes Duett aufgenommen. Auch ist seine Musik Bestandteil von Serien auf HBO und Netflix. Die wichtigste spanische Tageszeitung „El Pais“ konstatiert über seine Musik als Leader: „Resendes Umgang mit Fado erinnert an das, was Keith Jarrett mit Jazzstandards macht“ und Alex Dutilh, renommierter Jazzjournalist aus Frankreich, sagt: „Júlio Resende, die neuste Entdeckung der portugiesischen Szene, ist auch die vielversprechendste und spielt auf Augenhöhe mit Pianisten wie Stefano Bollani oder Yaron Herman.“ Fado, das ist für die Portugiesen nichts Museales, sondern Musik-gewordenes Lebensgefühl, gelebte Historie und zugleich ständig in Bewegung. Von den Geschichten über den Schmerz der Mädchen und Frauen, wenn die Seefahrer den Hafen verließen, über die bittere Zeit des Salazar-Regimes, die Hoffnung der Nel-kenrevolution, bis zum lebendigen, weltoffenen Portugal von heute. Und so haben sich auch die Spielarten und die Rezeption des Fado gewandelt. Die Ikonen dieser Musik sind nationale Held*innen, die jungen Akteure erreichen ganz selbstverständlich ein Publikum ihrer Generation und öffnen den Fado für Einflüsse aus Pop und der Musiktradition anderer Kulturen. Und so ist auch Júlio Resendes Sicht auf den Fado aus dem Blickwinkel des Jazz zwar neu, aber absolut logisch. Seine Musik folgt keiner Crosso-ver-Intention, sondern ist ganz natürlicher Teil einer Entwicklung. Er sagt: „Ich weiß nicht, ob das, was ich mache, nun Fado oder Jazz ist. Vielleicht ist es beides. Ich will mich da nicht festlegen, denn wer sich festlegt, hört auf, sich zu entwickeln. Ich bewege mich lieber frei, wie der Klang.“ Fast alle Stücke auf „Fado Jazz“ sind Eigenkompositionen Júlio Resendes. Ein weiteres Indiz, dass es ihm nicht um Bearbeitung, sondern um Weiterentwicklung geht. Gleich der Opener „Vira Mais Cinco“ steht exemplarisch für diesen Ansatz. Da ist diese unwiderstehliche Melodie, der vertraute Klang der Guitarra Portuguesa, jenem Lauten-artigen Instrument, das zur traditio-nellen Fado-Besetzung gehört, und die eine einzigartige Klang-farbe aus Einflüssen Nordafrikas und Südeuropas erzeugt, welche für diese Musik so prägend sind. Aber da sind auch Klavier, Schlagzeug und Kontrabass, keineswegs klassische Fado-Charaktere, die aber so klingen und spielen, als hätten sie schon immer und ganz selbstverständlich dazu gehört. Und schließlich tänzelt das Stück im ungeraden 5/4 Takt, was ihm einen so ungewöhnlichen, wie organischen Dreh verleiht. Es sind diese Verbindungen, die Resendes Musik so neu und interessant, aber zugleich zugänglich und natürlich klingen lassen.Wenn es, neben den großen Stimmen und ebensolchen Gefühlen, eine Tugend gibt, die den Fado in seiner traditionellen, wie modernen Form weit über die Grenzen Portugals populär gemacht hat, dann sind es seine großen, oft tränentreibend-berührenden Melodien. Und von diesen gibt es auf dem Album „Fado Jazz“ reichlich: Balladen wie „Lira“, „Este Piano Não Te Esquece“, „All The Things - Alfama - Are“ oder der kreisende „Fado Blues“ und das schlicht umwerfend schöne „Tiro No Escuro“ spielen mit dem für Portugal so typischen Gefühl des „Saudade“, der Sehnsucht und Melancholie. Doch es gibt auch genauso viele bewegte, leichte Stücke wie „Vira Mais Cinco“, „Fado Das 7 Cotovias“ (im „krummen“ 7/4 Takt), das lebhafte „Fado Maior Improvisado“ oder das Boleroartige „Tiro No Escuro“. Und ganz am Ende erklingt doch noch eine Gesangsstimme, die der jungen und zugleich enorm populären portugiesischen Sän-gerin „Lina“, welche Júlio Resendes Komposition „Profecia“ mit magischem Ausdruck und ohne jeden Pathos zum Leuchten bringt.Credits: Recorded by André Tavares at Atlantico Blue Studios, July 2020 Mixed by André Tavares and Júlio Resende Mastering by André Tavares Produced by Júlio Resende

17,50 €*
Nightjar in the Northern Sky
Anna Gréta - Nightjar in the Northern SkyCD / Vinyl / digital Anna Gréta piano, keyboards, vocals, backing vocals Skúli Sverrisson bass Einar Scheving drums Hilmar Jensson guitar Sigurður Flosason saxophone Johan Tengholm double bass Ragnheiður Gröndal backing vocals „Nightjar in the Northern Sky“ - eine Nachschwalbe am nordischen Himmel. Ein ikonisches Bild. Wahrscheinlich, weil es eine solch starke Wirkung auf den Betrachter hat, weil es einen Sehnsuchts-Ort beschreibt, an den man sich nur zu gerne hin-träumt. Das gleichnami-ge Album der Pianistin und Sängerin Anna Gréta erschafft einen sol-chen Ort, aus kühler Weite, diffusem Licht und wärmender Innigkeit. Ihre Musik ist geprägt von diesem so vertraut und zugleich unwirklich wirkenden, nordischen Klang, den ihr ihre Heimat Island in die Wiege gelegt hat. Aufgewachsen ist sie nah der Hauptstadt Reykjavík. Ihr Vater, der auch als Gast auf dem Album mitwirkt, ist Jazz-Saxofonist. Und so ist sie seit ihrer frühsten Kindheit von Musik umgeben. Der erste prägende Einfluss, an den sich Anna Gréta erinnert, ist nicht Jazz, sondern „Let it be“ von den Beatles. „Dieser Song, seine Einfach-heit und Kraft, und die Harmonie zwischen Stimme und Piano, berühren mich bis heute.“ Gleichzeitig ist der Jazz, durch den Vater, ein ständiger Begleiter. Vor allem die Musik von Bill Evans die ihr, im Alter von vielleicht 13 Jahren, eine ganze musikalische Welt öffnet. Schon früh kommt ihr Talent für das Klavier zu Tage, bald schon spielt sie ihren ersten Steady-Jazz-Gig in Reykjavik. Im Jahr 2014 zieht Anna Gréta für ein Musikstudium am „Royal College Of Music“ nach Stockholm, wo bis heute zu Hause ist.  Schnell sorgt die junge, talentierte Pianistin für Aufsehen. Sie spielt mit prominenten schwedischen Jazzmusiker*innen wie Joakim Mil-der, Magnus Lindgren, Susanna Risberg oder der Norbotten Bigband. Und sie erhält zahlreiche Auszeichnungen wie das „Monica Zetterlund Scholarship“, eine Nominierung für „Jazzkatten“ vom schwedischen Radio und den Icelandic Music Award als „Newcomerin des Jahres“. Im Jahr 2019 erscheint mit „Brighter“ ihr erstes Album als Co-Leader, zusammen mit dem schwedischen Gitarristen Max Schultz, ein Jahr darauf spielt sie bei der Verleihung der Nobelpreise und 2021 tritt sie erstmals als Leader im Stockholmer Konzerthaus auf. Also: Glück-wunsch, weiter so, alles richtig gemacht! Doch irgendwas, das spürt sie, ist da noch - die Nähe zum Songwriting und dem liedhaften Aus-druck, der sie seit „Let it be“ stets begleitet und beschäftigt hat. Sie erinnert sich: „Ich hatte immer den größten Respekt vor Sänge-rinnen und Instrumentalistinnen wie der wunderbaren Norah Jones. Aber wollte nicht diesem Klischee entsprechen, dass eine Frau in einer Jazzband immer automatisch die Sängerin sein muss. Daher war es für mich wichtig, tiefer in das Klavierspiel einzutauchen, um meinen eigenen Ausdruck zu finden und als Musikerin zu wachsen. Und ich wollte selbst entscheiden, wann und ob ich mich meiner Gesangs-Stimme öffnen möchte." Nun schien die Zeit reif dafür zu sein und über den Zeitraum von zwei Jahren entstanden die Songs für "Nightjar in the Northern Sky", auf denen Anna Gréta nun erstmals nicht nur als Pianistin, sondern auch als Sängerin zu hören ist. Der Albumtitel setzt den Grundton für die Welt des Albums: Eine Metapher auf die skandinavische Weite, Ruhe und die dort so enge Verbundenheit der Menschen zur Natur. „Die Natur ist einfach eine enorme Kraft im Leben. Sie ist so viel größer als die meisten Dinge, die uns sonst als so wichtig erscheinen. Und sie ist die vielleicht größte Inspiration für meine Musik.“ sagt Anna Gréta, und fügt hinzu: „In letzter Zeit habe ich ein Interesse für Vogelbeobachtung entwickelt, daher auch der Albumtitel. Wenn man die Natur genau beobachtet, kann man etwas Einzigartiges erleben. So ähnlich wie auf der Suche nach Liebe. Die Nachschwalbe („Nightjar“) ist ein sehr seltener Vogel, und es ist ein Glück, ihn zu entdecken. Ich habe das Gefühl, dass jeder nach etwas Einzigartigem in seinem Leben sucht. Das kann die Natur uns geben, wenn wir offen dafür sind.“ Und so kreiert sie mit jedem der Titel auf dem Album kleine, in sich geschlossene Welten, die sich zu einem großen Ganzen fügen. Zusammen mit dem Pop-erfahrenen Produzenten Albert Finnbogason suchte Anna Gréta für jede ihrer raffinierten Kompositionen nach dem idealen Setting und der pas-senden Besetzung. Und sie bediente sich für die Arrangements der Songs vielfältigen stilistischen Einflüssen von Elementen aus Jazz und Pop bis zu Auszügen aus Klassik und Folk. Aus all diesen Bestandteilen ist ein in vielschichtiges Album entstanden, das zugleich wie aus ei-nem Guss wirkt. Und das allen, die sich dafür öffnen, ermöglicht, in seine Welt einzutauchen und sich in ihr für eine Weile ganz und gar fallen zu lassen.

Ab 17,50 €*
Fahrt ins Blaue III - dreamin in the spirit of jazz
Various Artists - Fahrt ins Blaue III - dreamin in the spirit of jazzCD / digital Esbjörn Svensson E.S.T. Symphony Youn Sun Nah, Ulf Wakenius & Lars Danielsson Wolfgang Haffner Quartet feat. Dusko Goykovich Nils Landgren Quartet Paolo Fresu, Richard Galliano &Jan Lundgren Julian & Roman Wasserfuhr, Tim Lefebvre & Nate Wood Viktoria Tolstoy Cæcilie Norby & Lars Danielsson Matthieu Saglio &Vincent Peirani Ulf Wakenius Norah Jones, Joel Harrison & David Binney Jan Lundgren Quartet Michael Wollny & Vincent Peirani Natalia Mateo Jens Thomas & Christof Lauer Tagträume und Gutenachtgeschichten in the Spirit of Jazz „There's a place for us, somewhere a place for us. Peace and quiet and open air wait for us. Somewhere…“, Worte aus Leonard Bernsteins West Side Story-Klassiker dienen der „Fahrt ins Blaue III - dreamin’ in the spirit of jazz“ als Leitmo-tiv: Erhebende Musik als Zufluchtsort für Geist und Seele, Alltagsintermezzo und Kraftquelle. Abschalten heißt ein-schalten: Ruhig, intim, manchmal fast meditativ fließen die 16 Stücke der Zusammenstellung dahin und lassen den Hörer in ganz unterschiedliche musikalische Traumwelten ent-schwinden… Die Zeit scheint still zu stehen, wenn Esbjörn Svenssons erste Klaviernoten erklingen. „Ajar“ und das anschließende „e.s.t. Prelude“ bereiten den Nährboden für den sich über 67 Minuten eröffnenden Klangkosmos. Behutsam erwächst daraus Youn Sun Nahs bittersüßes „Lento“, das auf der Musik des russischen Komponisten Alexander Skrjabin basiert. Nahtlos gefolgt vom melancholischen Jazz-Standard „Autumn Leaves“ in der Interpretation von Wolfgang Haffners „Kind of Cool“-Ensemble. Dann gibt sich Sänger und Posaunist Nils Landgren die Ehre mit dem sanft vorgetragenem und schwerelos im Raum zirkulierenden „Somewhere“. Voller Poesie und Originalität zeigen sich auch Paolo Fresu, Richard Galliano und Jan Lundgren im Mare Nostrum-Trio. Der schwedische Pianist Lundgren steuert mit seinem eigenen Quartett und „No. 9“ eine weitere ohrwurmverdächtige Ballade bei, die den finnischen Saxofonisten Jukka Perko featured. Auf der „Fahrt ins Blaue III“ treffen sich Michael Wollny und Vincent Peirani zum deutsch-französischen Rendezvous. Bei „The Kiss“ bilden die zwei Feingeister ein musikalisches Tan-dem par excellence. Mit dem Cellisten Matthieu Saglio geht Akkordeonist Peirani eine weitere Liaison ein: Auf „Bolero triste“ wird mediterrane Folklore in die Freiheit des Jazz entlassen. Mit ihrer entspannt groovenden Jazz-Ballade „Carlo“ versetzen uns die Gebrüder Wasserfuhr gedanklich an die Brooklyn Bridge New Yorks mit schweifendem Blick auf die schimmernde Skyline von Manhattan in der Abenddämmerung. Ruhe und Inspiration: Ein Mann und seiner Gitarre, Ulf Wakenius spielt Keith Jarretts „My Song“ und das Duo Caecilie Norby und Lars Danielsson präsentiert eine intime, ganz auf den Kern des Songs reduzierte Version von Leonard Cohens Hallelujah. Zwei andere Sängerinnen entführen uns in die Welt des Kinos: In ihrer polnischen Muttersprache interpre-tiert Natalia Mateo das aus Roman Polańskis gleichnamigen Film weltbekannte Wiegenlied „Rosemary’s Baby“. Und Vik-toria Tolstoy bedient sich mit ihrer Version von „Why Should I Care“ einer Songperle aus dem Clint Eastwood Film „True Crime“ . Auch die unnachahmliche Norah Jones ist zu hören, an der Seite von Gitarrist Joel Harrison und Saxofonist David Binney. Den Country-Song-Klassiker „Tennessee Waltz“ nahm sie als Gast für ACT auf, der auf dem Album „Free Country“ zeit-gleich zu ihrem Welterfolg „Come Away With Me“ erschien. Mit melodischem Sentiment entlassen Jens Thomas und Christof Lauer an Klavier und Saxofon den Hörer schließlich wieder in die Stille. Der Epilog zeigt wie unter einem Brenn-glas die ästhetische Ausrichtung der „Fahrt ins Blaue III“: Traumhafte Musik von beeindruckender Intensität und Dichte.Credits:Mastered by Klaus Scheuermann

12,90 €*
El camino de los vientos
Matthieu Saglio - El camino de los vientosCD / digital Matthieu Saglio cello & vocals Nguyên Lê guitar Nils Petter Molvær trumpet Carles Benavent bass Vincent Peirani accordion Steve Shehan percussion, piano, bass Bijan Chemirani percussion Léo Ullmann violin Ricardo Esteve flamenco guitar Isabel Julve voice Abdoulaye N’Diaye voice Camille Saglio voice Teo, Marco & Gael Saglio Pérez vocals Ein Wind hält sich nicht an Grenzen. Ganz gleich, ob er Zephyr, Schirokko, Alizé oder Mistral heißt, kalt oder heiß weht, er verbindet Meere und Länder, Kulturen und Sprachen. Die Vision des Komponisten und Cellisten Matthieu Saglio ist eine, die der Brise verwandt ist: Wenn er sein neues Album „El Camino De Los Vien-tos“ (Der Weg der Winde) nennt, lässt er seinen Melodiebogen übers Mittelmeer und den Atlantik streichen, verbindet Moscheen und Kathedralen, die afrikanische Steppe und einen Hauch von Indien. Mit einem starken Dutzend illustrer Gäste beschwört der mit dem Trio NES bekannt gewordene Franzose ein schillerndes Netzwerk an Klängen herauf, melancholisch-meditativ oder überschwänglich- tänzerisch – und immer gren-zenlos. Seit fast 20 Jahren lebt Matthieu Saglio in der spanischen Metropole Valencia. Die drittgrößte Stadt Spaniens ist seit Jahrtausenden ein Knotenpunkt, griechische, römische, westgotische und arabische Einflüsse prägten diesen Ort, heute begegnen sich dort Kulturen aus aller Welt. Der ideale Platz für einen wie Saglio, der in seinem Cellospiel und seinen kompositorischen Entwürfen immer mehrere Kulturen zusammendenkt und -lebt. Nachdem er sich von einer reinen Klassikkarriere verabschiedet hatte, setzte er in seinen vielfältigen Projekten Flamenco und Jazz, Alte Musik, Barock und westafrikanische Farben in spannende neue Beziehungen. Mit dem Trio NES entwarf er an der Seite der Sängerin Nesrine Belmokh und des Perkussionisten David Gadea eine international gefeierte Mixtur aus arabischem Flair und Jazzimprovisation („Ahlam“, ACT 2018). Jetzt bündelt Saglio all seine verschiedenen künstlerischen Disziplinen zu einem großen Kaleidoskop, schafft in einem drei Kontinente umspannenden Ensemble eine aus vielen Richtungen strömende „Windmusik“, und damit auch eine Weltmusik, die diesen Namen wirklich verdient. Die elf Klangtableaus mit Tupfern aus Norwegen, Frankreich, Spanien, Belgien, dem Senegal und Vietnam flirren wie ein abenteuerliches Reisetagebuch durch alle Sinne – mit dem Cello als Reiseführer, der alle Stim-mungen von Schmerz bis Glück auskostet. Saglios Instrument ahmt den ornamentreichen, geschwungenen Ruf des Muezzins nach, der über die Wasser und die Wüste weht, und zum Galopp der Rahmentrommel des iranischen Meisters Bijan Chemirani alle Beteiligten versammelt. Ein versonnenes Dreiergespräch von Akkordeon (Vincent Peirani), Gitarre (Ricardo Esteve) und Cello schließt sich in einem wehmütigen Bolero an, das am Quai de la Seine stattfinden könnte, aber unterbewusst vielleicht auch nach Copacabana oder Malecón tönt? Tief in die Griot-Kultur des Sahel entführt „Metit“, zum erdigen Groove des globetrottenden Schlagwerkers Steve Shehan umwinden sich der charismatische Gesang des Senegalesen Abdoulaye N’Diaye und die Cellolinien. Fast ein Traumbild, das durch den Staub des Wüstenwindes da an unser Gehör getragen wird, mit den drei Söhnen Matthieus als Chorknaben. In einer geradezu goldenen Morgenstimmung teilt sich das Cello den Sonnengesang mit Nils Petter Molværs Trompete, während der Atem der hindustanischen Klassik in „Atman“ von der Stimme des Saglio-Bruders Camille filigran eingefangen wird. Weite Räume öffnen sich, wenn der Wind die Segel der „Caravelle“ bläht, als Navigator ist Nguyên Lê mit seinen unverwechselbaren Gitarrenglissandi an Bord, und an den neuen Ufern wartet Maurice Ravel. Eine wehmütige Streichertextur bestimmt das Geschehen in „El Abrazo“, ein klingender Nachruf, den Matthieu Saglio in Erinnerung an seinen Großvater entworfen hat. Ähnlich nachhorchend „windet“ sich der Pfad durch „Sur Le Chemin“ mit den rauchigen Obertönen der Geige von Léo Ullmann. Und in der Schlussetappe frischen die Winde nochmals auf: mit einer lebhaften Hommage an die Wahlheimat Valencia, inklusive Rumba Gitana-Farben in der sinnlichen Altstimme von Isabel Julve und den jazzigen Bassläufen von Carles Benavent, bevor die Winde den Gesang der Sirenen herantragen, der sich in den Cellosaiten verfängt. Am Ende lässt Saglio sein Instrument nochmals sakral aufleuchten: War es zu Beginn die Moschee, ist es jetzt die christliche Kathedrale, in der sich der Saitenflug mit fernen Erinnerungen an den Barock erhebt – wie das gesamte Album ist dieser Ausklang ein Statement für eine Welt ohne musikalische und religiöse Fangzäune.Credits: Mixed by Juan Carlos Tomás at La Seta Azul Studio, Benicas-sim (Spain), April 2019 Mastered by Pieter De Wagter at EQuuS Studio, Vlezenbeek (Belgium), September 2019 Produced by Matthieu Saglio

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